Donnerstag , 29. September 2016
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Filmproduzent Hartmut Teske verfolgte die Wahlen in Thailand. Foto: teske
Filmproduzent Hartmut Teske verfolgte die Wahlen in Thailand. Foto: teske

Thailand hautnah

lz St. Dionys. Rund 120 Kilometer entfernt von Bangkok dreht der St. Dionyser Hartmut Teske derzeit die Filmserie „Thailand abseits der Straßen“ für ein Ferienresort. Den Schwerpunkt von Teskes HATEE-Filmproduktion bilden Industrie-, Werbe- und Schulungsfilme. Kurz nach der Parlamentswahl berichtet der Filmproduzent von seinen Eindrücken in dem südostasiatischen Land:

„Weit ab vom Massentourismus der Seeorte im Bezirk Nakhon Nayok wird der Alltag geprägt von der exotischen Natur, den freundlich lächelnden Menschen und der allgegenwärtigen buddhistischen Religion. Aber auch hier kann man die politischen Umwälzungen der letzten Wochen nicht vollständig ausblenden: Am Sonntag haben wir Filmaufnahmen über die Wahl abgedreht. Seit Wochen ist der Termin umstritten und trotz heftiger Proteste der Opposition gingen die Wähler an die Urnen. Man hat unser Team eingeladen, bei der Auszählung dabei zu sein. In unserem Wahlbezirk gab es nur etwa 30 Prozent Wahlbeteiligung. Drei Kandidaten (von 54) teilten sich die Stimmen und der überwiegende Anteil der Wähler hat durch Abgabe von ungültigen Wahlzetteln demons­trativ gegen die Wahl gestimmt. Nicht ganz so ruhig war es vor ein paar Tagen in Bangkok. Den Protestmärschen der verfeindeten Gruppen geht man besser aus dem Wege. Ausländer sind kaum gefährdet, aber man kann immer doch mal zwischen die „Fronten“ gelangen.

In einer Tempelanlage haben wir eine Woche lang eine religiöse Feier dokumentiert. Während der für meine Ohren monotonen Gebetsgesänge, laufen Rituale ab, denen ich mit der schweren Kamera kaum folgen kann. Immer wieder beeindrucken die Tempelanlagen. Orange- und ockerfarbene Mönche werden von den Menschen mit Lebensmitteln versorgt und mit Spenden unterstützt. Jeder junge Mann verbringt einmal in seinem Leben einige Zeit bei den Mönchen. Zuvor werden ihm in einer feierlichen Zeremonie die Haare abrasiert und die Menge feiert in einem Umzug unter lautem Getöse auf dem Weg zum Tempel den Übergang in einen anderen Lebensabschnitt. Für die jungen Männer ist der Aufenthalt bei den Mönchen so etwas wie eine Lebensschulung. Hier werden die Tugenden betont und viel meditiert.

Das Leben pulsiert anders als im kalten Europa. Mehr als 30 Grad am Tage, etwa 25 Grad in der Nacht. Trinken ist wichtig, vorwiegend Mineralwasser. Um 18.30 Uhr ist es dunkel und ich sitze auf der Terrasse der Ferienanlage, für die wir die Filme gestalten.

Das Team wird im März nach Kambodscha und eventuell nach Myanmar reisen. Am Sonnabend werden wir eine Feier zweier junger Männer dokumentieren, deren Köpfe kahlgeschoren werden, um dann die Mönchszeit zu absolvieren. Keine Touristenattraktion, sondern eine Feier für die Thais.“

One comment

  1. Mehr Infos zum Thema auf http://www.thailandwinter.com
    Grüße aus Asien#
    H.Teske