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Die vom Landkreis geplante Vorrangfläche für Windenergie bei Bardowick beträgt nach derzeitigem Stand 130,5 Hektar. Grafik: köhler
Die vom Landkreis geplante Vorrangfläche für Windenergie bei Bardowick beträgt nach derzeitigem Stand 130,5 Hektar. Grafik: köhler

Bürgerwindpark am Horizont

dth Bardowick. Die Vorbereitungen für einen möglichen Windkraft-Park mit Bürgerbeteiligung vor den Toren des Domfleckens Bardowick gehen in die nächste Phase: Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann (CDU) stellte jetzt dem Bauausschuss der Samtgemeinde einen ersten Vertragsentwurf für die Entwicklung und Umsetzung eines Bürgerwindparks vor, der gemeinsam mit dem Bauernverband Nordostniedersachsen umgesetzt werden könnte. Maximal wären auf der rund 130,5 Hektar großen Fläche, im Dreieck zwischen Radbruch, Wittorf und Bardowick, elf Windkraftanlagen mit einer jeweiligen Gesamthöhe von bis zu 200 Metern möglich.

Die Vorrangfläche für Windenergienutzung ist zwar mit Blick auf die Änderungen des Regionalen Raumordnungsprogramms beim Landkreis Lüneburg noch in der Diskussion, „wir gehen aber davon aus, dass sie fix ist“, sagte Samtgemeindebürgermeister Luhmann. Im Kern umfasst das Gebiet ein kleineres Areal, das bereits vor Jahren im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde für den Bau von Windkraftanlagen vorgesehen war. Aufgrund der zuletzt vorliegenden Nutzungsverträge der Flächeneigentümer mit dem Bauernverband ist momentan der Bau von acht der maximal elf möglichen Anlagen im Gespräch. Vier wesentliche Grundstückseigentümer hätten sich noch nicht entschieden, heißt es.

Zur Vorbereitung des Windparks soll nach dem ersten Vertragsentwurf eine „Bürgerwindpark Bardowick Projektentwicklungsgesellschaft“ als GmbH & Co. KG gegründet werden, die den Windpark innerhalb von drei Jahren zur Baureife führen soll. Die Investitionskosten pro Anlage würden schätzungsweise rund fünf Millionen Euro betragen, sagte Luhmann.

Zur Finanzierung im Rahmen der Projektentwicklungsgesellschaft geht der Bauernverband laut Luhmann von einem benötigten Eigenkapital von 100000 Euro pro Windrad aus, das heißt, bei derzeit angedachten acht Anlagen würden 800000 Euro benötigt, die sich zudem aus Einlagen des Verbandes, der Grundeigentümer sowie von Bürgern speisen sollen. Während der Projektentwicklung würden diese Einlagen aber alle dem Verlustrisiko unterliegen, so Luhmann im Bauausschuss: „Wenn wir als Samtgemeinde überhaupt zum Entschluss kämen, dass wir uns beteiligen wollten, dann wäre ein Nachtragshaushalt notwendig.“

Zur Diskussion steht, ob sich die Samtgemeinde Bardowick sowie deren sieben Mitgliedsgemeinden finanziell an dem Bürgerwindpark beteiligen wollen. Der Tenor spricht für eine kommunale Beteiligung von voraussichtlich 200000 Euro. Wie die auf die Kommunen verteilt werden sollen, steht noch nicht fest.

Ausschussmitglied Achim Gründel (SPD) sagte: „Vom Prinzip her wollen wir das. Wir wollen alle alternative Energien. Und wenn wir durch eine Beteiligung noch die Möglichkeit haben, zusätzlich steuernd einzugreifen, sollten wir das machen.“ Ausschussvorsitzender Carsten Peters (CDU) goss aber noch etwas Wasser in den Wein: „Wir haben es mit einem Betreiber zu tun, der noch keine Erfahrungen mit dem Betrieb von Windkraftanlagen hat.“

Zudem warnte er vor zuviel persönlichem Engagement der Ratsmitglieder: „Ich sehe es kritisch, wenn mehr als 50 Prozent der Ratsmitglieder privat Mitgesellschafter beim Bürgerwindpark werden sollten. Nicht, dass wir nachher bei bestimmten Fragen als Rat wegen des Mitwirkungsverbotes nicht mehr beschlussfähig sind.“ Diese Frage wird in den kommenden Monaten in den politischen Gremien genauso zu klären sein, wie weitere Details des vorgelegten Vertragsentwurfs zum Bürgerwindpark bei Bardowick.