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Martina Gade-Schulze, Leiterin des Kindergartens Vögelsen, freut sich, dass der alte Container bald einem neuen Flachdachanbau weichen soll. Foto: dth
Martina Gade-Schulze, Leiterin des Kindergartens Vögelsen, freut sich, dass der alte Container bald einem neuen Flachdachanbau weichen soll. Foto: dth

Die Schrottkiste kommt weg

dth Vögelsen. Einstimmig gab jetzt der Bauausschuss der Gemeinde Vögelsen dem Architekten Christian Tönjes grünes Licht, die Planungen des Kindergartenanbaus voranzutreiben. Bis zu Beginn des neuen Kindergartenjahres soll das um 1975 errichtete Gebäude um einen Flachdachanbau ergänzt werden. Dafür weichen muss der Container, der laut Bürgermeister Heinz Fricke (SPD) ursprünglich für 67000 Mark angeschafft wurde, um für eine Übergangszeit von fünf Jahren den zusätzlichen Raumbedarf abzudecken. Doch der Container musste länger herhalten. Nach rund 14 Jahre und einem Wasserschaden ist er nun schrottreif.

Dennoch wurde zunächst über eine Sanierung des Containers nachgedacht sowie über die Erneuerung der Versorgungsleitungen bis hin zum Bau einer notwendigen, zusätzlichen Überdachung einer Art Carport. Das wäre zusammen mit insgesamt rund 45000 Euro zu Buche geschlagen. Und es wäre ein Provisorium geblieben.

„Jetzt ist die Zeit, eine vernünftige Lösung umzusetzen“, sagte auch der stellvertretende Bürgermeister Rolf Wagner (SPD) im Bauausschuss. Vorgesehen ist der Bau eines sogenannten „Multifunktionsraums“ mit einer Nutzfläche von rund 70 Quadratmetern und Wintergartenfront.

Dazu Fricke: „Einen vierten Bewegungsraum wollen wir nicht bauen, weil wir sonst auch den Sanitärbereich erweitern müssten.“ Vielmehr sei der neue Raum vor allem für das Mittagstischangebot des Kindergartens vorgesehen. Angesichts von zuletzt 41 Anmeldungen für das Essen stößt der Kindergartenbetrieb räumlich an seine Grenzen und die Nachfrage nimmt wahrscheinlich noch zu, sagte auf LZ-Anfrage Kindergartenleiterin Martina Gade-Schulze: „Wir freuen uns, bald einen neuen Raum nutzen zu können.“

Die voraussichtlichen Kosten für den Anbau bezifferte Architekt Tönjes auf 115000 Euro. „Und wie hoch ist der Libeskind-Zuschlag?“, wollte Dr. Jürgen Rettberg in Anspielung auf das Lüneburg ,,Audimax“ wissen. Darauf erwiderte Tönjes, dass er zwar nicht alle Unwägbarkeiten vorhersehen könne, aber die Summe keine Schätzung, sondern eine relativ solide Kostenberechnung sei.

Über notwendige Kosten diskutierte der Bauausschuss auch mit Blick auf den Vögelser Festplatz. Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen hatte Fricke vorgeschlagen, 6000 Euro einzusetzen, um den Vögelser Festplatz endlich fertigzustellen. Beim Bau 2007 sei darauf verzichtet worden, eine abschließende Lösung für die Oberflächenentwässerung umzusetzen. Zunächst sollte sich der Boden setzen. Gesetzt hat er sich nun und es bilden sich regelmäßig Pfützen. Dirk Meyer (CDU) bezweifelte aber, dass es angesichts der überschaubaren Nutzung des Festplatzes notwendig sei, überhaupt Geld in die Hand zu nehmen. Schließlich sprach sich der Ausschuss mehrheitlich dafür aus, das Geld zunächst im Etat reservieren zu wollen. Eine Entscheidung soll aber erst nach einer Ortsbegehung getroffen werden.