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Ein Hoch auf frisch geschnippelte Petersilie: Iris Pottek, Fachfrau für Ernährungsbildung, zeigt den Kindern im BaJuCa, wie man aus gesunden Zutaten im Handumdrehen leckere Kleinigkeiten zubereitet. Foto: t&w
Ein Hoch auf frisch geschnippelte Petersilie: Iris Pottek, Fachfrau für Ernährungsbildung, zeigt den Kindern im BaJuCa, wie man aus gesunden Zutaten im Handumdrehen leckere Kleinigkeiten zubereitet. Foto: t&w

Kinderleichte Köstlichkeiten

emi Bardowick. „Das hört sich ja an wie ein Froschteich“, sagt Julia Kaiser und schaut sich lachend um. Rund um die Diplom-Umweltwissenschaftlerin saugen Kinder lautstark frischen Joghurt mit Erdbeerpüree aus Eiswaffeln. Als Strohhalm dient den Schülern eine Makkaroni. Den leckeren und umweltbewussten Nachtisch zubereitet hat Iris Pottek, Fachfrau für Ernährungsbildung von gelbetomaten.de. Sie will zehn Schülern aus der Samtgemeinde Bardowick beim Projekt „Kochen und Erleben“ Wertschätzung für Lebensmittel und Freude am Kochen beibringen. Natürlich dürfen die Acht- bis Zehnjährigen im Bardowicker Jugendzentrum „BaJuca“ auch selbst den Kochlöffel schwingen und köstliche Menüs kreieren. Ein Ausflug zum Bauernhof und ein Besuch der Bäckerei stehen ebenso auf dem Programm.

„Gelebte Ernährungsbildung muss gefördert werden“, ist Pottek überzeugt. Deshalb freut sie sich, dass die Firma Gleisbau Willke aus Wittorf dieses Jahr mit einer 10000-Euro-Spende an den Verein „Mittelpunkt e.V.“ das Projekt erst möglich gemacht hat.

„Der Trend zum Fastfood nimmt zu, viele Kinder sind zu dick und wissen nicht einmal, was im Essen drin ist“, hat die Ernährungsexpertin beobachtet. „Hier dürfen sie schnippeln, rühren und kneten, also auch etwas motorisch machen.“

Zum Auftakt der zehnwöchigen Veranstaltung standen erst einmal leckerleichte Kleinigkeiten auf der Speisekarte. Die achtjährige Zoe ist begeistert: „Wir haben Cracker mit Frischkäse, Erdbeeren und Weintrauben gemacht. Außerdem Spieße mit Tomate, Mozzarella und Basilikum.“ Passend zur bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft haben die jungen Köche ihre kleinen Köstlichkeiten mit bunten Fähnchen verziert. Der erste Tag kommt gut an.

„Am besten gefallen hat mir die Küchenerkundung“, erzählt der neunjährige Finley. „Wir durften den Gasherd mit dem Feuerzeug anmachen.“ Marleen (9) freut sich schon auf den ersten Ausflug: „Wir fahren mit dem Bus zur Bäckerei und backen dort Brot und Brötchen.“ Finley ergänzt: „Und das Beste daran ist: Wir dürfen die Brötchen auch aufessen.“

Zum Abschluss des Projekts in rund zehn Wochen, erhalten alle Teilnehmer neben einem Abschlussdiplom, einer Kochmütze und kleinen Küchenutensilien eine Mappe mit Rezepten und Tipps rund ums Kochen und Backen. „Viele Schüler kochen die Gerichte zu Hause für ihre Eltern nach“, sagt Iris Pottek. „Und über die Kinder kommen wir auch an die Erwachsenen ran.“ So hinterlassen Kaiser und Pottek nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung, sondern auch satte Bäuche und zufriedene Gesichter.