Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Auch die Grundschule Vögelsen leidet unter Platzmangel: So fehlt unter anderem ein großer Speiseraum für das Mittagstisch-Angebot und der Verwaltungsbereich ist recht beengt. Foto: t&w
Auch die Grundschule Vögelsen leidet unter Platzmangel: So fehlt unter anderem ein großer Speiseraum für das Mittagstisch-Angebot und der Verwaltungsbereich ist recht beengt. Foto: t&w

Viele Wünsche, aber zu wenig Geld

dth Bardowick. Im Lotto müsste die Samtgemeinde Bardowick schon gewinnen, wollte sie sämtliche Projekte in absehbarer Zeit umsetzen, die derzeit am Horizont auftauchen. Und da kommt nun ein weiterer Brocken hinzu: bauliche Erweiterung der Grundschulen Bardowick, Handorf und Vögelsen. Das ausgebaute Mittagstischangebot bei steigender Nachfrage (LZ berichtete) braucht mehr Platz. Und auch die Einführung der Inklusion fordert ihren Tribut. Erste Ideen und Projektskizzen dafür stellte jetzt Architekt Ralf Horn dem Bauausschuss der Samtgemeinde Bardowick bei der jüngsten Sitzung im Rathaus vor. Grobe Kostenschätzung für alle drei Maßnahmen zusammen: rund 2,8 Millionen Euro. Dabei kneift der Haushalt ohnehin schon an allen Ecken und Kanten. Und da ist der angedachte Mensa-Bau für das Bardowicker Schulzentrum noch gar nicht dabei.

Bardowicks Erste Samtgemeinderätin Annegret Matus­zak-Salvagnini hatte jüngst noch angekündigt, dass die Mensa Thema im Bauausschuss sei. Und der Architekt bereitete daraufhin auch etwas für die Präsentation vor, nur zeigen sollte er es dann doch nicht. Zum einen stand der Punkt nicht offiziell auf der Tagesordnung. Zudem teilte Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann (CDU) mit: „Wir haben in der Nähe des Bardowicker Schulgeländes die Möglichkeit, Flächen anzukaufen beziehungsweise Räume anzumieten, die geeignet wären für wenig Geld eine Mensa zu realisieren und in einem neu zu erstellenden Gebäude zwei Krippenräume.“ Die Gespräche liefen aber noch. Also beschränkte sich Architekt Horn zunächst darauf, drei Projektskizzen im Ausschuss vorzustellen.

Für die Grundschule Bardowick schlug er einen langgezogenen Anbau an das südöstliche Ende des bestehenden Schulgebäudes vor. Darin unter anderem zwei neue allgemeine Unterrichtsräume mit angeschlossenen Bewegungsräumen, ein neuer Verwaltungstrakt mit Lehrerzimmer, Sekretariat, Rektor-Büro bis hin zu neuen Behinderten-WC. Im Gegenzug sollen andere Räume im Altbestand, etwa das bisherige Lehrerzimmer, zu Gruppenräumen umgebaut werden, um dort Fördergruppen unterbringen zu können. Zudem sagte Horn zu den Ausschussmitgliedern: „Damit würden Sie auf die Herausforderungen der Inklusion reagieren, die Ambitionen für eine Ganztagsschule wären damit aber noch nicht abgedeckt.“ Über den groben Daumen gepeilt beziehungsweise anhand von „pauschalen Kostenrichtwerten“, schätzte Horn die möglichen Kosten auf 1,5 Millionen Euro. Dabei könnte der angedachte Ausbau auch zu klein ausfallen, geht das Konzept doch von einer mittelfristig dreizügigen Entwicklung der Schule aus. Dazu Luhmann: „Wir sind aber immer nah dran an einer Vierzügigkeit.“

Bei der Grundschule Vögelsen teilen sich Schulleitung und Sekretariat ein kleines Büro. Zudem fehlt ein Speiseraum für den Mittagstisch. Um Abhilfe zu schaffen, schlägt Horn vor, den kleinen Ost-Trakt, über dem Kellergeschoss mit dem Werkraum, abzureißen. Der Keller könne erhalten bleiben und darüber ein neuer Anbau mit Speiseraum, größerem Lehrer- und Verwaltungsbereich, Toiletten, Teeküche, Krankenzimmer bis hin zu einer Ausgabe- sowie einer separaten Spülküche entstehen. Grobe Kostenschätzung: 890000 Euro. Horn: „Die Inklusion ist dabei noch nicht berücksichtigt.“

Die nächste Mittagstisch-Baustelle wäre die Grundschule Handorf. Die jetzigen Speiseräume seien nur noch schwer zumutbar, heißt es. Horn: „Ein Anbau wäre vor dem heutigen Haupteingang denkbar.“ Doch das würde die idyllische Dorfschulen-Optik zerstören. Also fällt der Blick auf das ehemalige WC- und Garagengebäude, das zwar im hinteren Bereich ans Schulgebäude anschließt, aber nur von außen über den Schulhof erreichbar ist. Zwar sei das Gebäude „klein und schnuckelig“ und die Grundsubstanz nicht so schlecht, ein Abriss und Neubau sei aber wirtschaftlicher, sagte Horn. Ebenfalls mit Speiseraum (rund 80 Quadratmeter) sowie Ausgabe- und Spülküche und zusätzlichen Toiletten. Kostenschätzung für den Neubau: rund 450000 Euro.

Der Bauausschuss der Samtgemeinde nahm die Projektideen zur Kenntnis. Samtgemeindebürgermeister Luhmann sagte zu seinen Kommunalpolitikern: „Wir müssen uns vor Augen führen, wie wir diese Maßnahmen umsetzen wollen. So wünschenswert alles auch ist, dazu zählt auch das Feuerwehrkonzept: Wenn wir das alles bezahlen wollen, brauchen wir eine Gelddruckmaschine.“ Oder Glück im Lotto.

One comment

  1. Ich finde es unerhört, dass weiterhin nicht die Dringlichkeit der Baumaßnahmen an der GS Bardowick erkannt werden.
    Seit Jahren schon werden 2 Klassenräume der benachbarten Schule genutzt, die diese jedoch eigentlich selbst benötigt und wohl in den kommenden 2 Jahren auch zurück fordern wird. Grundschüler haben dort gar nichts zu suchen! Sitzungen sind an der GS kaum möglich, das viel zu kleine -ja winzige- Lehrerzimmer lässt das gar nicht zu, auch die Klassenräume sind bei Vollversammlung viel zu klein. Die Inklusion läuft bereits- aber Kinder, die ihre Körperausscheidungen oder Nahrungsaufnahme nicht kontrollieren können, kann man an der GS gar nicht waschen oder duschen lassen. Es kann doch nicht sein, dass ein kleines Dorf noch nicht gemerkt hat, welche Anforderungen die Politik an die Schulen stellt und welche Maßnahmen dafür bereits überfällig sind! Das Bajuca als Ort des Schüler- Mittagessens ist hoffnungslos überfüllt, eine ausreichend große Mensa ist seit Jahren mehr als überfällig.
    Statt nach immer weiteren Möglichkeiten -die für mich nur aussehen, als wollte man damit das Finanzproblem vertagen- zu suchen, sollte endlich sinnvoll und schnellstmöglich gehandelt werden!