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Der 16-jährige Finn (v.l.), Lukas (16) und Jonas (17) können zwar ein paar Tricks mit ihren BMX-Rädern auf dem Bardowicker Freizeitgelände vollbringen. Aber für das BMX- und Skaterglück fehlt eine vernünftige Anlage mit Mini-Ramp. Auch Amir (16) versucht sich mit seinem Skateboard. Foto: t&w
Der 16-jährige Finn (v.l.), Lukas (16) und Jonas (17) können zwar ein paar Tricks mit ihren BMX-Rädern auf dem Bardowicker Freizeitgelände vollbringen. Aber für das BMX- und Skaterglück fehlt eine vernünftige Anlage mit Mini-Ramp. Auch Amir (16) versucht sich mit seinem Skateboard. Foto: t&w

Coole Tricks, nur keine Rampe

dth Bardowick. Es rattert, anstatt zu rollen. Amir (16) macht einen zaghaften Sprung, steigt vom Skateboard ab und zuckt mit den Achseln. „Der Boden eignet sich nicht zum Fahren, nur zum Bremsen.“ Die anderen Jugendlichen um ihn herum nicken zustimmend. Dass das Bardowicker Freizeitgelände am Ortsrand in Nachbarschaft zum Naturbad bald zum kleinen Skaterparadies wird, möchte Sozialarbeiter Mike Witschi von der Samtgemeinde-Jugendarbeit bewirken gemeinsam mit den Kinder- und Jugendlichen. Witschi: „Ich habe eine Umfrage an den Bardowicker Schulen gemacht und zwei Drittel haben die Einrichtung einer Skateranlage befürwortet, auch wenn manche vielleicht gar nicht selber fahren, sondern nur zugucken wollen.“ Aber noch fehlt das Geld, zumindest für die Grundlagen stellt der Flecken Bardowick 10000 Euro bereit. Für den Rest hofft nicht nur Witschi auf Sponsoren.

Die Idee ist nicht neu, sagt Bardowicks Bürgermeisterin Eva Köhler (SPD): „Der Wunsch wird schon lange von den Jugendlichen gehegt, die Gemeinde unterstützt sie bei der Umsetzung.“ Damit werde das seit 2009 bestehende Freizeitgelände als Treffpunkt für Jugendliche weiter aufgewertet.

Das Thema stand schon einmal auf der politischen Agenda, zuletzt im Herbst 2012. Da standen aber noch 30000 Euro in Aussicht. Doch auch wegen des damaligen Personalmangels im Bardowicker Bauamt wurde das Projekt zunächst nicht weiterverfolgt, mögliche Fördermittel gingen flöten. Die 10000 Euro Gemeindemittel reichten laut Gemeindedirektor Heiner Luhmann (CDU) jetzt nur noch aus, um die kleine Rasenfläche auf dem Freizeitgelände einzuebnen und etwa mit fugenlosem Pflaster zu versehen, um einen befahrbaren Untergrund zu schaffen. Jedoch: Geld für Hindernisse wäre dann kaum noch da.

Bei der Frage, welche Anlagenelemente denn aus Skater-Sicht wünschenswert wären, hat Bürgermeisterin Köhler Marc Kuhlmann um Rat gefragt, der seit 1989 regelmäßig auf dem Skateboard steht. Auf LZ-Nachfrage zählt er die Wunschliste auf: „Fun-Box, Quarters, Rail, Curb …“ Also Rampen, Stangen und Stege. Ganz oben auf der Wunschliste steht eine Mini-Ramp eine niedrigere Half-Pipe (Halbröhre) mit einer Abmessung von schätzungsweise vier mal sechs Metern, so Witschi von der Jugendarbeit. Die koste aber auch mehrere Tausend Euro. Das Geld wollen die Jugendlichen mit Spendenaktionen einwerben und hoffen auch so auf Sponsoren.

Von einer Skateranlage würden auch die BMX-Fahrer unter den Jugendlichen profitieren, zumal sie etwa auf der Anlage in Lüneburg bei den Sülzwiesen von der dortigen Skaterszene nicht so gern gesehen seien. Finn (16) sagt: „Wir fahren auch mal im Wald, aber eine Skateranlage direkt in Bardowick wäre ein echter Gewinn.“ Dann müssten auch die Bardowicker Skate- und Waveboarder und wie sie alle heißen nicht ständig zu den Anlagen in Adendorf und Lüneburg tingeln, um sich dort mit Gleichgesinnten zu treffen. Unterstützung sagte beim Vororttermin auch Bernd Wald (Bündnis 21/RRP) vom Bardowicker Sozialausschuss zu: „Ich finde das sinnvoll, den Jugendlichen hier ein vernünftiges Angebot zu machen. Wir waren ja schließlich alle mal jung und es ist eine Schande, wie alt manche doch geworden sind.“

Wer das Projekt unterstützen möchte, meldet sich bei der Samtgemeinde-Jugendarbeit unter Tel.: 04131/120171.

5 Kommentare

  1. Oh, oh…
    Ich kann bei der Planung nur empfehlen sich den Rat von „wirklichen“ Experten (Sorry Marc K.!!!) zu holen! Da sollte man unbedingt die Jungs vom DWP (www.dwp-lueneburg.de) oder dem Lüneburger Skateboardverein (www.lueneburgskateboarding.de) mit ins Boot holen.
    Die Erfahrung der Vergangenheit hat gezeigt, daß viele Gemeinden es zwar gut meinen, jedoch von den Anbieten von Skateanlagen mehr oder weniger schlecht beraten werden, weil auch diese oft keine Ahnung haben.
    Bevor man also unmengen von Geld verbrennt, sollte man mit den Leuten reden, die Ihren Sport lieben und leben. Hier ist man in jedem Fall besser beraten als von irgendwelchen Unternehmen, die eigentlich nur schnelles Geld für fehlgeplante Anlagen haben wollen.

  2. Vielen Dank an Andre K. für die Erwähnung des DWPs und somit auch der Abteilung Skate/BMX des VfL Lüneburg. Dennoch finde ich es eine Unverschämtheit, zu behaupten das BMXer am Skatepark an den Sülzwiesen nicht gern gesehen sind. Dies ist völliger Blödsinn, denn nicht umsonst kümmern wir uns als Abteilung seit einigen Jahren darum, dass die Anlage für ALLE und auch selbstverständlich auch für BMXer erhalten bleibt und nutzbar ist. Seit Gründung der Abteilung und auch schon seit Jahren zuvor, opfere ich meine Freizeit, damit die Anlage instand gesetzt wird. Da dies überwiegend durch Spenden passiert, ist der Fortschritt leider nur schleppend und zum größten Teil reparieren wir leider immer nur nach anstatt ganze Elemente neu aufzubauen.
    Und nicht ohne Grund enthält der Name der Abteilung das Wort BMX. Großen Dank dafür, dass meine und auch die Arbeit meiner Jungs, so in den Dreck gezogen wird und das durch solch ein Artikel einem die Lust an ehrenamtlicher Arbeit vergehen kann ist ja wohl kein Wunder!

  3. echt mal, die Abteillung vom VFL, die für den Park an den Sülzwiesen verantwortlich ist, heißt SKATE/BMX, das würden wir wohl kaum schreiben wenn wir keine BMXerr dulden würden. Bester BMX-Typ Christian Lutz sitzt mit im Vorstand. Toller Artikel LZ, wirklich toll. (ich hoffe man liest den Sarkasmus raus.)
    Über die Wahl des „Experten“ sag ich mal lieber nichts.
    Aber wer nicht droppen kann soll keinen Skatepark planen.

  4. Ich befürworte das Projekt, da mein Sohn die Möglichkeit hätte vor Ort zu fahren. Ich selber bin tätig im Verein der Abteilung Skate & BMX im VfL. Der Artikel ist echt ein Lacher. Ich habe mit einigen Leuten aus unserem Verein Unterstützung in Sachen Planung in Bardowick angeboten. Ich selber komme aus Bardowick und habe die Befürchtung, dass es wieder so ein Park wird, nach dem Motto: schnell mal bauen, dann haben wir unsere Schuldigkeit getan. Ach so, alle sind herzlich willkommen bei uns am Park in Lüneburg.

  5. Hallo Jungs!
    Zieht Euch doch nicht so an der Aussage hoch, daß gewisse Leute im Skatepark an den Sülzwiesen unerwünscht sind. Selbstverständlich ist das absoluter Schwachsinn! Meiner Meinung nach ist der Bericht weder „unverschämt“ noch ein „Lacher“. Ich denke man hat hier lediglich die Aussage von Finn 1:1 übernommen, ohne diese zu hinterfragen, was (streng genommen) jounalistische Pfuscherei ist.
    Ein wirklicher Lacher ist allerdings 20.000 € Fördermittel wegen „Personalmangels“ in den Wind zu blasen!
    Also noch einmal: Die verbleibenden 10.000 € sollte die Gemeinde Bardowick mit Bedacht ausgeben und zwingend richtige Experten zu Rate ziehen!!!