Mittwoch , 28. September 2016
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In die Sanierung des Nikolaihofes in Bardowick sollen nun weitere Millionen fließen. Foto: t&w
In die Sanierung des Nikolaihofes in Bardowick sollen nun weitere Millionen fließen. Foto: t&w

Nikolaihof-Sanierung noch lange nicht zu Ende

pet Bardowick. Mit der 2009 begonnenen gründlichen Sanierung des Bardowicker Nikolaihofs soll es weitergehen. Das hat der Rat des Fleckens in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Bisher waren die Planer von Gesamtkosten in Höhe von 8 Millionen Euro ausgegangen, von denen ein großer Teil auch schon verbaut ist. Nun sollen neben Kapelle und den beiden Männerhäusern noch weitere Bereiche saniert werden die neue Schätzung der Gesamtkosten: 14,4 Millionen Euro.

,,In Abstimmung mit der Stiftung Hospital St. Nikolaihof“, darauf verständigten sich die Ratsmitglieder, wurde die Verwaltung damit beauftragt, weitere Städtebauförderungsmittel einzuwerben. Bisher waren 3 Millionen Euro als Zuschuss geflossen, nun bestehe laut Gemeindedirektor Heiner Luhmann die Aussicht, den Förderbetrag auf insgesamt 4,8 Millionen Euro aufstocken zu können.

Der Haken: Ein Drittel der Fördersumme müsste der Flecken Bardowick als Antragsteller aufbringen. ,,Das wollen und das können wir nicht“, erklärte Luhmann, der aber auch eine gute Nachricht hatte: Die Stiftung Hospital St. Nikolaihof habe signalisiert, dass sie die für die Gewährung des Fördergeldes notwendigen Eigenmittel vollständig zur Verfügung stellen würde.

Neben der Kapelle, die ohne Fördermittel instand gesetzt wurde, hatte der Sanierungsbeirat, der mit Vertretern des Fleckens Bardowick und der Stadt Lüneburg als Verwalterin und Vertreterin der Stiftung Hospital St. Nikolaihof, besetzt ist, das Alte und das Neue Männerhaus als vordringliche Objekte für eine Sanierung festgelegt. Hier soll nach Fertigstellung die Gemeindebibliothek einziehen. Wesentliche Teile dieser Baumaßnahme sind abgearbeitet, die Fertigstellung ist für Mitte 2015 vorgesehen.

Nach Fertigstellung der Männerhäuser, darauf einigte man sich im Sanierungsbeirat, sollen das Organistenhaus und das Herrenpfründnerhaus in Angriff genommen werden. In beiden Gebäuden befinden sich leerstehende Wohnungen, die im derzeitigen Zustand aber nicht vermietet werden können. Von den insgesamt 14,4 Millionen Euro Sanierungskosten entfallen 13,4 Millionen Euro auf Instandsetzungsmaßnahmen an Gebäuden, der Rest unter anderem auf die Außenanlagen.

Darüber, dass es mit der Sanierung des Nikolaihofs weitergehen soll, waren sich alle Ratsmitglieder einig, sie fassten ihren Beschluss einstimmig. Sie beauftragten die Verwaltung, ,,in Abstimmung mit der Stiftung St. Nikolaihof“ ein Antrag auf Aufstockung der Förderung zu stellen ,,mit dem Ziel, weitere Städtebauförderungsmittel über die bisherigen 3 Millionen Euro einzuwerben“. Und weiter: ,,Mit der Stiftung Hospital St.Nikolaihof ist eine entsprechende Vereinbarung zur Übernahme des Eigenanteils des Fleckens zu schließen.“ Der Aufstockungsantrag ist Gemeindedirektor Luhmann zufolge bis zum 1. Oktober zu stellen.

Die Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Nikolaihof im Jahr 1251 – als ,,Haus der armen Kranken“. Er diente als Hospital für Leprakranke aus Lüneburg. Nach dem Rückgang der Lepra wurde der Nikolaihof in ein Altersheim für gut situierte Lüneburger umgewandelt: In die 1316 errichtete große Krankenhalle des Alten Männerhauses wurden zu beiden Seiten eines breiten Flures kleine Wohnkammern eingebaut, diese Wände wurden um das Jahr 1420 datiert. 1784 wurde an der Ostseite eine separate Küche angebaut, in deren Mitte sich eine gewaltige, noch gut erhaltene Feuerstelle mit Rauchfang befindet. Das Neue Männerhaus wurde kurz nach 1800 errichtet. Der Nikolaihof befindet sich im Besitz der Stiftung Hospital St. Nikolaihof, die von der Stadt Lüneburg verwaltet wird. lz