Mittwoch , 28. September 2016
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Acht 200 Meter hohe Windkraftanlagen will die Samtgemeinde gemeinsam mit dem Bauernverband nördlich des Fleckens Bardowicks errichten  gegenüber des Gewerbegebietes Wittorfer Heide. Foto: be
Acht 200 Meter hohe Windkraftanlagen will die Samtgemeinde gemeinsam mit dem Bauernverband nördlich des Fleckens Bardowicks errichten  gegenüber des Gewerbegebietes Wittorfer Heide. Foto: be

Samtgemeinde will Veto-Recht

dth Bardowick. Die Verhandlungen über die Kooperation für den sogenannten Bürgerwindpark im Dreieck zwischen Bardowick, Wittorf und Radbruch dauern länger als geplant. Intern hatten die Verhandlungsparteien von Samtgemeinde Bardowick und Bauernverband Nordostniedersachsen (BVNON) zunächst verabredet, den gemeinsamen Vertrag am 8. September zu unterzeichnen. Doch nach der jüngsten Sitzung des nichtöffentlichen Arbeitskreises Windkraft der Samtgemeinde wollen die Bardowicker jetzt beim Gesellschaftervertrag nachverhandeln. Ziel ist es, dass sich die Samtgemeinde ein dauerhaftes Vetorecht in der gemeinsamen Gesellschaft sichert. Das war jetzt auch Thema bei der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses der Samtgemeinde.

Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann (CDU) berichtete dem Ausschuss von den Ergebnissen des Arbeitskreises, der zuvor getagt hatte. Dort seien wichtige Änderungen besprochen worden für die Gründung einer „Projektentwicklungsgesellschaft mbH & Co.KG“. Luhmann: „Zum Beispiel soll sich allein die Samtgemeinde Bardowick daran beteiligen und nicht mehr die Mitgliedsgemeinden.“ Zudem sei vorgesehen, dass sich die Samtgemeinde in Höhe von 25 Prozent der Gesamteinlagen plus einem Euro beteiligt, um das Vetorecht bei Gesellschaftsentscheidungen zu wahren. Hingegen sollten aber bestimmte Geschäfte, die vorher mit Sperrminorität belegt waren, aufgelockert werden, „stattdessen soll eine 100000-Euro-Grenze gelten, ab der erst eine qualifizierte Mehrheit der Gesellschafter notwendig wird“, sagte Luhmann.

Wie berichtet, plant die Samtgemeinde Bardowick in Kooperation mit dem BVNON die Errichtung eines Windparks mit jeweils bis zu 200 Meter hohen Anlagen. Maximal wären auf der 130,5 Hektar großen Fläche im Dreieck zwischen Radbruch, Wittorf und Bardowick elf Anlagen möglich. Aufgrund der vorliegenden Gestattungsverträge der Flä­cheneigentümer mit dem BVNON sind im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes zunächst aber nur acht Windräder geplant. Allerdings hat zwischenzeitlich bereits ein privater Investor mit Gestattungsverträgen für die übrigen Flächen gegenüber dem Landkreis Lüneburg Interesse signalisiert, einen Vorbescheid zu beantragen, um für die Errichtung von Windkraftanlagen notwendige Voruntersuchungen durchzuführen. Gleichwohl sieht Luhmann angesichts der Konkurrenz die Samtgemeinde nicht unter Zugzwang.

Die angesprochenen Vertragsänderungen sollten jetzt mit dem BVNON besprochen werden, mit dem Ziel, den endgültigen Vertrag dem Samtgemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung am 15. September zur Abstimmung vorzulegen. Sollte der Rat zustimmen, müsste die Samtgemeinde noch für das laufende Jahr 2014 rund 47000 Euro für das Gemeinschaftsprojekt zahlen, da der BVNON schon in Vorleistung gegangen sei.

Insgesamt ist die Rede von 200000 Euro, die die Samtgemeinde für die Projektentwicklungsgesellschaft beisteuern soll, die ein Gesamtbudget von 800000 Euro benötigt, um acht Anlagen inklusive Gutachten und Planung zur Baureife zu bringen. Schließlich sollen die Pläne und Baurechte voraussichtlich 2016 an eine Betreibergesellschaft zu 240 Prozent des eingesetzten Kapitals verkauft werden.

Ratsmitglied Bernhard Stilke (Grüne) mahnte an, um Proteste wie in Melbeck zu verhindern, „die Bürger rechtzeitig über das Projekt Bürgerwindpark zu informieren und einzubeziehen, um deutlich zu machen, dass es eine Chance ist“. Laut Verwaltungschef Luhmann sind Bürgerinformationen in Bardowick nach dem Vertragsabschluss geplant.

One comment

  1. “ Laut Verwaltungschef Luhmann sind Bürgerinformationen in Bardowick nach dem Vertragsabschluss geplant.“

    na prima – Dank an die Samtgemeinde