Dienstag , 27. September 2016
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Rennfieber auf dem abgeernteten Getreidefeld von Florian Zeyn in Wittorf: Sechs Stunden lang kämpften die Teams um den Sieg. Foto: t&w
Rennfieber auf dem abgeernteten Getreidefeld von Florian Zeyn in Wittorf: Sechs Stunden lang kämpften die Teams um den Sieg. Foto: t&w

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off Wittorf. Sonne, Staub und ein neuer Teilnehmerrekord beim Mofarennen des Wittorfer Astra Clubs: 45 Teams kämpften am Sonnabend, 6. September, auf der Ackerpiste am Ortsrand um den Sieg, „mehr als je zuvor“, sagt Torge Schmeling. Zum neunten Mal hatten er und seine Mitstreiter vom Astra Club das Rennen organisiert, eine Veranstaltung, die längst Kultstatus hat. Viele Teams sind schon seit Jahren dabei, darunter auch die Sieger des letzten Jahres, Piwa Racing.

Die Luft riecht nach Benzin, Sven Wegner hat im Klappstuhl am Pistenrand die Beine ausgestreckt, ihm steht der Schweiß auf der Stirn. Der Wittorfer ist mit dem Mofarennen des Astra Clubs aufgewachsen, die ersten drei Jahre als Zuschauer, die letzten sechs als Teilnehmer. Mit 14 ist er sein erstes Rennen gefahren, vor einem Jahr holte sein Team Piwa Racing den Sieg. Ihr Ziel am Sonnabend: Titel verteidigen. Mit zwei Teams treten die sie an. Und es beginnt vielversprechend.

Ziel beim Mofarennen: In sechs Stunden so viele Runden wie möglich fahren. Mit einer Maschine. Und maximal vier Fahrern. Sven Wegner wechselt sich mit zwei Kollegen ab, gefahren wird, „bis einer nicht mehr kann“, sagt er. Die Wertung erfolgt in den Klassen Original und Spezialmaschine, gezählt werden die 1,2 Kilometer langen Runden elektronisch über einen Transponder. „Über W-Lan können die Teilnehmer jederzeit sehen, wo sie stehen“, sagt Schmeling. Sven Wegner und Team haben keine fünf Runden gefahren, da gelingt ihnen mit einer Zeit von 2.17 Minuten schon Rekordverdächtiges. Doch dann kommt Runde fünf und das Schicksal schlägt zu. Getriebeschaden. In der Kürze der Zeit auch für Teamchef Heiko Wegner irreparabel.

Nach vier Runden endet die Mission „Titel verteidigen“. Zumindest für das Team Piwa Racing 65. Für die Nummer 54 geht es weiter, die Jungs treiben ihre Spezialmaschine durch Haarnadelkurven, jagen über Schanzen und Pisten. Das Schwierigste beim Mofarennen? „Die langsamen Mofas so zu überholen, dass niemandem etwas passiert“, sagt Sven Wegner. Und: „Durchhalten.“ Das Treten der Pedale vor der Kurve, das Abstützen mit dem Bein, „das ist tierisch anstrengend.“ Eine Stunde, „danach ist man fertig“, sagt der 20-Jährige. Und der Muskelkater garantiert.

Eine Stunde vor Rennende. Im Fahrerlager „Piwa Racing“ ist Feierabendstimmung. Beide Maschinen stehen am Pistenrand. „Die zweite ist auch noch ausgefallen“, sagt Wegner, „Probleme mit der Zündung.“ Doppelt Pech für die Lokalmatadoren. Und trotzdem: Am Ende nehmen sie zwei Pokale mit nach Hause. Einen Trostpokal für das frühe Aus. Den anderen für die schnellste Runde des Rennens in der Spezialklasse, gefahren von Piwa Racing 65 innerhalb der ersten und letzten vier Runden. 2.17 Minuten.

Noch sechs Sekunden schneller waren die Red Hammers mit ihrer Originalmofa, schafften die Strecke in 2.11 Minuten. Mit 140 Runden nach sechs Stunden holten sie sich auch den Sieg in der Orginalklasse „und waren damit sogar schneller als die großen Spezialmaschinen“, sagt Torge Schmeling. Dort siegte mit 138 Runden das Team „KTM mehr geht nicht“ vor „The Pencel-Cases“ mit 133 und den „Ackerratten“ mit 118 Runden. In der Originalklasse landeten die Teams“Hercules 666″ (138 Runden) und „Hercules 66“ (124) auf Platz zwei und drei.