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Eine Betonschwelle vor der Klappbrücke verlangsamt den Verkehr. Fahrzeuge, die den Ort verlassen, müssen auf der Brücke bremsen. Ein Problem, wie sich jetzt zeigt. Foto: A./t&w
Eine Betonschwelle vor der Klappbrücke verlangsamt den Verkehr. Fahrzeuge, die den Ort verlassen, müssen auf der Brücke bremsen. Ein Problem, wie sich jetzt zeigt. Foto: A./t&w

Drama mit der Klapp(er)brücke

ml/jk Bardowick. Fast scheint es, als könnte Michael Endes „Unendliche Geschichte“ neu geschrieben werden unter dem Titel „Die Wittorfer Klapp(er)brücke“. Seit mehr als fünf Jahren versucht der Landkreis Lüneburg die Probleme mit der Brücke in den Griff zu bekommen. Und immer wieder tauchen neue auf oder können die alten nicht behoben werden. So war die Klapp(er)brücke einmal mehr Thema bei der Sitzung des Wittorfer Rates Anfang der Woche.

Bürgermeister Michael Herbst informierte das Gremium darüber, dass der Landkreis offenbar plane, den Verkehr in der Ortslage vor der Brücke durch eine weitere Betonschwelle auszubremsen. Am rechten Ilmenauufer sorgt bereits seit 2011 eine Betonschwelle dafür, dass Verkehrsteilnehmer das Tempo drosseln, bevor sie auf die Querung und in das Dorf fahren.

Zwar sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann auf LZ-Anfrage: „Entschieden ist noch nichts.“ Gleichwohl räumt sie ein, dass es erneut Probleme mit der Brückentechnik gebe. Und Auslöser ist die 2011 eingebaute Betonschwelle. Auch deshalb sagt Herbst: „Wenn mit der zweiten Schwelle, die Folgen der ersten ausgebügelt werden sollen, wäre das ein Schildbürgerstreich.“

Auslöser des Brücken-Wirrwarrs ist das Alter der Querung. Vor fast 40 Jahren gebaut, ist die Statik des Bauwerkes nicht darauf ausgelegt, die Belastungen von heute abzufedern. Und das im Wortsinn. „Wenn ein 42 Tonnen schwerer Kieslaster über die Brücke donnert, schwingt sie bis zu zwei Zentimeter mit“, schilderte 2009 ein an den Sanierungsarbeiten beteiligter Ingenieur das Problem. Um es zu lösen, haben die Verantwortlichen letztlich die Klappe verstärkt, zusätzliche Stahlträger eingebaut und Gummipuffer dazwischen gesetzt.

Allein es nutzte nichts. Fortan knallten die tragenden Teile der Brücke aufeinander, wenn Schwerlast- und landwirtschaftlicher Verkehr darüber rollten, und raubten Anwohnern den Schlaf. Deshalb rückten im April 2011 erneut Arbeiter an und bauten noch dickere Gummiteile ein. Zudem wurde Ende Juli 2011 die erste Betonschwelle quer zur Fahrbahn eingesetzt.

Doch damit schuf der Kreis ein neues Problem: Die Schwelle bremst nicht nur den Verkehr, der in den Ort rollt, sondern auch die Fahrer, die hinaus wollen. Die Folgen sind fatal, hat der Kreis jetzt erkannt: Schwere Lkw und landwirtschaftliche Fahrzeuge, die mitten auf der Brücke bremsen, versetzen die beweglichen Teile in starke Schwingungen, weitere Schäden an dem Bauwerk sind programmiert. GPS gestützt hat der Kreis jetzt ermittelt, wie viele und welche Fahrzeuge täglich über die Brücke fahren. „Die Zahlen“, sagt Kreissprecherin Holzmann, „werden derzeit ausgewertet. Anschließend werden wir entscheiden, wie das Brückenproblem gelöst werden kann.“

Unterdessen hofft Herbst, dass der Kreis zuvor einen Ortstermin mit dem Wittorfer Rat vereinbart. Denn der hatte schon den Aufbau der ersten Schwelle heftig kritisiert zum Teil mit den Argumenten, die jetzt möglicherweise zum Bau einer zweiten führen könnten. „Sinnvoller wäre es für alle Beteiligten, die erste Schwelle zurückzubauen“, sagt Herbst. „Auch wenn dann auf der Brücke wieder schneller gefahren wird.“ Doch dieses Problem ließe sich bestimmt durch verstärkte Geschwindigkeitskontrollen lösen, ist der Bürgermeister sicher.