Donnerstag , 29. September 2016
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Einsatzjacke und Helm beiseitegelegt haben als Führungsduo der Bardowicker Feuerwehren Gemeindebrandmeister Claus Fehrmann (rechts) und sein Stellvertreter Bernd Wehling. Beide stellten mit sofortiger Wirkung ihre Ämter zur Verfügung. Foto: A/sel
Einsatzjacke und Helm beiseitegelegt haben als Führungsduo der Bardowicker Feuerwehren Gemeindebrandmeister Claus Fehrmann (rechts) und sein Stellvertreter Bernd Wehling. Beide stellten mit sofortiger Wirkung ihre Ämter zur Verfügung. Foto: A/sel

Führungsduo wirft das Handtuch

ml Bardowick. Die Feuerwehren in der Samtgemeinde Bardowick müssen sich ein neues Führungsduo suchen. Gemeindebrandmeister Claus Fehrmann und sein Stellvertreter Bernd Wehling haben mit sorfortiger Wirkung ihren Rücktritt erklärt nach noch nicht einmal zwei Jahren im Amt. Ein entsprechendes Schreiben erreichte Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann am Dienstag Mittag.

Bei einer Dienstversammlung der Ortswehr-Führungen Ende kommender Woche will Luhmann im Bardowicker Rathaus den Rücktritt formal feststellen und gemeinsam mit den Brandschützern nach personellen Lösungen suchen. Und die zeichnet sich nach LZ-Informationen bereits ab. Als mögliche Nachfolger werden Radbruchs Ortsbrandmeister Sascha Melcher und Handorfs stellvertretender Ortsbrandmeister Sascha Wenzel gehandelt. Beide sind Berufsfeuerwehrleute.

Fehrmann und Wehling hatten zuletzt des Öfteren einen schweren Stand. Die Führungsspitze der Bardowicker Wehren geriet unter anderem zwischen die Fronten der im Feuerwehrkonzept Ende 2012 vom Samtgemeinderat festgeschriebenen Investitionen einerseits und des aktuellen politischen Spardiktats andererseits. Anfang Juni war im Zuge dieser Entwicklung die Anschaffung eines 600000 Euro teuren Hubrettungswagens vom Feuerwehrausschuss der Samtgemeinde gestoppt worden. „Hier wird unzuverlässige Politik gemacht auf Kosten der Einsatzfähigkeit der Feuerwehr“, wetterte Fehrmann damals.

Doch hat es offenbar auch in den eigenen Reihen Zweifel an der Notwendigkeit gegeben, einen Hubrettungswagen anzuschafffen. Zudem soll es Kritik gegeben haben, weil nicht alle Beteiligten ausreichend über die technische Auslegung des Fahrzeuges im Vorfeld der Ausschreibung informiert wurden. Und letztlich hat der Ton, mit dem Fehrmann Kritik öffentlich äußerte, wohl auch Feuerwehrleuten missfallen.

Als es vor fast vier Wochen erneuten Ärger im Feuerwehrausschuss gab, überließ Fehrmann bereits Melcher das Wort. Doch auch der Berufsfeuerwehrmann aus Hamburg konnte die Ausschussmitglieder nicht davon überzeugen, für ein defektes Fahrzeug der Bardowicker Gefahrtgutgruppe sofort Ersatz zu beschaffen. 80000 Euro für ein neues Fahrzeug haben die Samtgemeindepolitiker zwar eingeplant, allerdings erst für das kommende Jahr. Davon wollten die Ausschussmitglieder nicht abrücken.

Neben dem Streit über Sachthemen hat es in den Führungskreisen der Bardowicker Wehren offenbar aber auch zwischenmenschlich gekriselt. Seit Anfang September hat sich die Situation zugespitzt. Mit dem Ergebnis, dass Fehrmann und Wehling sich entschieden haben, den Weg für neues Personal frei zu machen.

Bereits am Dienstag, 7. Oktober, will der Samtgemeinderat auf Vorschlag der Wehren über die neue Führungsspitze entscheiden.