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Am 21. September feierten die Bardowicker ihr traditionelles Erntedankfest mit einem großen Umzug. Am 5. Oktober laden die evangelischen Kirchen und die Land- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen in den Bardowicker Dom zum landesweiten Erntedankfest ein. Foto: be
Am 21. September feierten die Bardowicker ihr traditionelles Erntedankfest mit einem großen Umzug. Am 5. Oktober laden die evangelischen Kirchen und die Land- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen in den Bardowicker Dom zum landesweiten Erntedankfest ein. Foto: be

Noch ein Erntedankfest in Bardowick

lz/emi Bardowick. Das traditionelle Erntedankfest mit den bunt geschmückten Festwagen haben die Bardowicker schon gefeiert. Am Sonntag, 5. Oktober, gibt es nun einen „Nachschlag“: Unter dem Motto „Unser täglich Brot“ feiern die evangelischen Kirchen und die Land- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen in diesem Jahr zum ersten Mal ein gemeinsames landesweites Erntedankfest. Beginnen wird die Veranstaltung mit einem öffentlichen Festgottesdienst mit Landesbischof Ralf Meister um 15 Uhr im Dom St. Peter und Paul zu Bardowick. Ministerpräsident Stephan Weil sowie zahlreiche Organisationen, Verbände und Unternehmen haben ihre Teilnahme zugesagt.

Bardowicks Pastorin Christiane Plöhn freut sich, zeigen zu können, dass der Dom „eine gewisse Außenwirkung“ hat. „Wir haben das große Glück, ein Zusammenspiel zwischen dem ländlichen Raum, einem der größten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiete Deutschlands und einer ausreichend großen Kirche zu haben.“ Rund 600 bis 700 Gästen bietet der Dom Platz. ,,Und alle dürfen kommen“, betont Plöhn.

Im Anschuss an den Gottesdienst werden Unternehmen und Verbände passend zum Thema: „Unser täglich Brot “ Aktionen aus den Bereichen Ernährungsbildung, Forschung, Entwicklung und Umwelt vorstellen. Sie wollen zeigen, wie vielfältig das soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Engagement der Branche ist.

Vertreten sind etwa der Bauernverband Nordostniedersachsen, der Landfrauen-Kreisverband Lüneburg, die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen und der Bioland Landesverband Niedersachsen. Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und die niedersächsische Landjugend werden ebenfalls Projekte vorstellen. Auch Vertreter der Wirtschaft sind dabei.

Dass Ministerpräsident Weil kommt, sei etwas Besonderes, sagt Pastorin Plöhn. So sehe er, wie Wirtschaft, Politik und Kirche Hand in Hand arbeiten und dass es um eine schöpfungsgemäße Landwirtschaft und nicht um die pure Industrialisierung gehe. „Wir sind nach dem Schöpfungsauftrag aufgefordert, die Erde zu bebauen und zu bewahren, sie nicht ausbluten zu lassen“, sagt die 56-Jährige. Plöhn wünscht sich, dass beim Erntedankfest auch kritisch diskutiert wird über faire Preise, Produktionsanforderungen und „mörderische Bedingungen für Landwirte“.

Aber hauptsächlich freut sich die Pastorin „auf einen wunderbar geschmückten Dom und darauf, über das herkömmliche Bardowicker Erntedankfest hinaus die Tore aufzumachen und zu zeigen: Wir haben etwas zu bieten.“

Das Landeserntedankfest soll künftig jedes Jahr an einem anderen Ort gefeiert werden, kündigt Dr. Christian Schmidt, Geschäftsführer der niedersächsischen Marketinggesellschaft, an: „Erntedank hat für die meisten Menschen noch Bedeutung, auch wenn sie längst nichts mehr direkt mit Landwirtschaft zu tun haben. Wir wollen deshalb an diesem Tag mit konkreten Beispielen auch das Engagement und die gesellschaftliche Verantwortung der Ernährungswirtschaft zeigen.“

Veranstalter des Landeserntedankfestes 2014 sind die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, das nifa-Netzwerk Agrar-Landwirtschaft-Industrie und die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft.