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Auch Umbau und Erweiterung der Grundschule Vögelsen stehen weiter auf dem Wunschzettel der Samtgemeinde Bardowick. Unter anderem sind die Räume für Schulleitung und Sekretariat zu klein und es fehlt ein Speiseraum für den Mittagstisch. Foto: A/boldt
Auch Umbau und Erweiterung der Grundschule Vögelsen stehen weiter auf dem Wunschzettel der Samtgemeinde Bardowick. Unter anderem sind die Räume für Schulleitung und Sekretariat zu klein und es fehlt ein Speiseraum für den Mittagstisch. Foto: A/boldt

Wann werden Wünsche Wirklichkeit?

dth Bardowick. Gemessen an den Geldsummen hat der Bauausschuss der Samtgemeinde Bardowick unter den Fachgremien die härteste Nuss zu knacken. Im Zuge der laufenden Haushaltsberatungen für den Etat 2015 konkurrieren mehrere große Bauprojekte um den Zuschlag. Eine gewisse Dringlichkeit haben sie alle, von Umbau und Erweiterung der Grundschulen Vögelsen und Bardowick, über den Bau einer Mensa für das Bardowicker Schulzentrum bis zur lange geplanten Mehrzweckhalle in Wittorf. Allein: Das Geld reicht nicht für alle Wünsche, wie sich zuletzt schon im Finanzausschuss herausstellte. Zu einer Entscheidung konnte sich der Bauausschuss bei seiner jüngsten Sitzung im Bardowicker Rathaus allerdings noch nicht durchringen. Und für das seit 2007 verfolgte Hallenprojekt in Wittorf tat sich ein neuer Stolperstein auf.

In Folge des ausgebauten Mittagstischangebotes für den Nachwuchs sowie die Herausforderungen der inklusiven Beschulung leiden vor allem die Grundschulstandorte Bardowick, Handorf und Vögelsen zunehmend unter Platzmangel. Projektideen für den Ausbau liegen seit dem Sommer vor. Doch schon da war nicht nur für Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann (CDU) klar: „Wenn wir das alles bezahlen wollen, brauchen wir eine Gelddruckmaschine“, hatte er auch mit Blick auf andere wünschenswerte Investitionen, etwa im Feuerwehrbereich, gesagt. Über eine Gelddruckmaschine verfügt die Samtgemeinde immer noch nicht, aber es sind noch mehr Wünsche hinzu gekommen, die vor allem den Bau-Etat betreffen.

Das Teilbudget, das jetzt Bauamtsleiter Christian Helke dem Bauausschuss der Samtgemeinde vorlegte, enthielt zunächst „das Minimum, das der Baubereich benötigt“. Die für den Bau-Etat angemeldeten Projekte kommen auf eine Summe von insgesamt rund 8,2 Millionen Euro. Im investiven Bereich sei aber nur rund eine Million Euro verkraftbar. Jeder Euro, der zusätzlich in den Etat aufgenommen werden soll, müsse an anderer Stelle gegenfinanziert werden.

Allein der An- und Umbau der Grundschule Bardowick wird derzeit mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Weitere 800000 Euro müssten für einen Bardowicker Mensa-Bau reserviert werden die zwischenzeitlich sich abzeichnende Lösung, ein vorhandenes Gebäude zu erwerben und umzubauen, habe sich laut Luhmann aus Kostengründen wieder zerschlagen. In der Warteschleife sind auch noch der Mensa-Anbau für die Grundschule Handorf für 450000 Euro sowie Mensa-Bau und Schulerweiterung in Vögelsen für rund 890000 Euro.

Bei einer Bereisung durch den Bauausschuss war im Vorfeld über Container als kostengünstige Zwischenlösung diskutiert worden, um dem Platzmangel in den Schulen zu begegnen. Sei es für Unterrichtsräume oder einen Mensa-Betrieb. Samtgemeinderatsherr Peter Herm (CDU) sprach sich für eine kurzfristige Containerlösung in Vögelsen aus, „aber nur, wenn dort parallel auch baulich etwas passiert“. Michael Stolze (SPD) kündigte an, zu den Themen zunächst in den Fraktionen in Klausur zu gehen. Dabei müssen sie nun eine weitere bittere Pille verkraften.

Enttäuscht guckten manche Kommunalpolitiker, als Kämmerin Evelin Zeyn ihnen Folgendes eröffnete: „Die geplante Mehrzweckhalle Wittorf muss mit der vollen Summe im Haushalt dargestellt werden.“ Das würde allein ein Loch von 2,5 Millionen Euro in den Etat reißen. Aus den Reihen der Mehrheitsgruppe kam daraufhin der Einwurf, dass das Projekt doch in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) umgesetzt werden soll, die Baukosten also zunächst in privater Hand lägen. Darauf Zeyn: „Das ist ein kreditähnliches Geschäft für die Samtgemeinde, daran ändert auch ÖPP nichts.“ Ausschussvorsitzender Carsten Peters (CDU) fasste die Sitzung so zusammen: „Keiner ist zufrieden, aber alle sind informiert.“

Die nächste Diskussionsrunde um die Schulerweiterungen wird im Schulausschuss der Samtgemeinde geführt: am Donnerstag, 27. November, 19 Uhr im Sozialraum des Rathauses.