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Personen der Zeitgeschichte wie Johann Peter Eckermann, Herzogin Dorothea von Braunschweig-Lüneburg oder Heidepastor Wilhelm Bode hat er schon Filme gewidmet. In seinem neuesten Werk beschäftigt sich Jürgen A. Schulz mit Schäfer Ast. Der HD-Film ist für 19,90 Euro erhältlich. Foto: dth
Personen der Zeitgeschichte wie Johann Peter Eckermann, Herzogin Dorothea von Braunschweig-Lüneburg oder Heidepastor Wilhelm Bode hat er schon Filme gewidmet. In seinem neuesten Werk beschäftigt sich Jürgen A. Schulz mit Schäfer Ast. Der HD-Film ist für 19,90 Euro erhältlich. Foto: dth

„Schäfer Ast“ Der Film

dth Asendorf/Radbruch. Vor rund 120 Jahren begann Philipp Heinrich Ast mit seiner Heiltätigkeit in Radbruch. Von den einen als „Wunderdoktor“ und „Scharlatan“ verschrien und von anderen als Heilpraktiker und Naturheilkundler verehrt, lockte der Mann, der besser unter dem Namen „Schäfer Ast“ bekannt war, in seinen besten Zeiten bis zu 1000 Patienten täglich nach Radbruch. Auf Spurensuche hat sich in den vergangenen Monaten der Journalist Jürgen A. Schulz gemacht und hat für einen Dokumentarfilm über den berühmten Naturheilkundler rund 50 Minuten spannende Heimatgeschichte zusammengetragen. Die Erstvorführung des Film ist am Dienstag, 18. November, im Winsener Marstall. Zu sehen ist er in der Woche auch im Radbrucher Gasthaus Sasse, eines von einst acht Gasthäusern im Dorf, die vom Schäfer-Ast-Hype profitierten.

Für den Film „Schäfer Ast eine Spurensuche“ hat sich Jürgen A. Schulz der legendären Figur Schäfer Ast journalistisch genähert. So zeichnet er nicht nur die familiäre Herkunft des angeblichen Wunderheilers nach, sondern hinterfragt mit Hilfe von Wissenschaftlern auch die Wirksamkeit seiner berühmtberüchtigten Tinkturen. Damit führt er den Zuschauer auch an den Menschen „Schäfer Ast“ heran und fragt nach dem wahren Kern ohne den Mythos zu zerstören.

Mit Hilfe einer Lupe untersuchte der Schäfer die Nackenhaare seiner Patienten, diagnostizierte ihre Krankheiten. Und dann gab es eine dieser Mixturen: Etwa die „Spezialtropfen A“ bei Kollaps, Ohnmacht und Blähungen bis hin zu Asthma. Sogar Kaiser Wilhelm II. soll ihm zur Diagnose eine Haarlocke geschickt haben.

Schulz: „Am Anfang der Dreharbeiten stand nur eine Handvoll Postkarten zur Verfügung. Die Bilder zeigten Schäfer Ast vor seinem Haus in Radbruch, im Garten, vor seiner Grotte, mit Freunden wie Peter Wilkens aus Stelle oder Apotheker Dr. Theodor Meinecke aus Winsen bzw. Ollsen. Auch die seltene Postkarte, die Heidepastor Bode und Heinrich Ast auf einem Foto zeigt.“ Der Journalist setzte während seiner aktiven Berufszeit „Dokumentarfilme über Weizenanbau in den USA bis zur U-Boot-Bergung in Malaysia“ mit um.

Mit dem Schäfer Ast-Film legt er nun den vierten Teil einer heimatkundlichen Reihe über Personen der Zeitgeschichte vor. Zuvor widmete er sich dem „Mann an Goethes Seite“, Johann Peter Eckermann, dem Heidepastor Wilhelm Bode und der Herzogin Dorothea von Braunschweig-Lüneburg. Schulz sieht darin einen Beitrag für die Heimatkunde, der Film könne auch im Schulunterricht eingesetzt werden.

Der Film steigt mit der Verurteilung von Ast ein. Auch das Berliner Tageblatt berichtete über den Schäfer als er wiederholt vor Gericht stand, sei es bei Prozessen in Winsen, Bleckede oder Lüneburg. Nach Ansicht der Justiz hatte der Heiler die Grenze zum Betrug scharf geschnitten und gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen. Fortan stellte Schäfer Ast die Rezepte aus und Dr. Theodor Meinecke, Besitzer der Alten Rats-Apotheke in Winsen, stellte die Tinkturen für dessen Patienten zusammen. Die Negativ-Presse war beste Werbung. Sonderzüge und Ast-Kutschen brachten die Patienten nach Radbruch.

Produktion und Serienfertigung des Films wurden möglich durch Förderungen durch Kreis Harburg, Stiftung Sparkasse Harburg-Buxtehude, Lüneburgischen Landschaftsverband und Heimat- und Museumsverein Winsen. Nach der Erstvorführung am 18. November, 19 Uhr, wird der Film im Gasthof Zur Eiche in Ollsen (20. November, 18.30 Uhr), Radbruch (Gasthof Sasse, 21. November) und Winsen (24. November, Marstall) vorgeführt.