Dienstag , 27. September 2016
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Hans-Jörg Müller macht einen letzten Schnappschuss von der Koreatanne, die er und seine Schwester Jutta Falley der Stiftung Binnenalster gespendet haben. Ab Donnerstag wird der Baum als ,,Alstertanne“ mitten in der Binnenalster stehen. Foto: t&w
Hans-Jörg Müller macht einen letzten Schnappschuss von der Koreatanne, die er und seine Schwester Jutta Falley der Stiftung Binnenalster gespendet haben. Ab Donnerstag wird der Baum als ,,Alstertanne“ mitten in der Binnenalster stehen. Foto: t&w

Ein glitzernder Gruß aus Bardowick

pet Bardowick. Für viele Hamburger und Hamburg-Besucher ist genau das der Beginn der Vorweihnachtszeit: An diesem Donnerstag um Punkt 17 Uhr erstrahlt die ,,Alstertanne“ im Glanz von mehr als 1300 Lichtern. Auf einem Ponton mitten in der Binnenalster, dort, wo im Sommer die Alsterfontäne 60 Meter in die Höhe schießt, ist der Platz der „Alstertanne“. Das Besondere in diesem Jahr: Die 20 Meter hohe Koreatanne stammt aus Bardowick, wurde dort gestern gesägt, verladen und nach Hamburg gebracht.

Es ist Montagfrüh, kurz nach neun Uhr. Ein Tieflader und ein 100-Tonnen-Autokran rollen vorsichtig durch das alte Bardowicker Dorf, am Dom vorbei. Ziel ist das Haus der Geschwister Jutta Falley und Hans-Jörg Müller, sie stiften in diesem Jahr die ,,Alstertanne“. Eine knappe Stunde dauert es, bis Stefan Hehne am Ausleger des Krans hängend in den Baum gehievt wird. Er vertäut den Baum, Kranführer Andreas Voß zieht das Seil stramm, dann geht am Boden die Arbeit für Hehne mit der Motorsäge weiter. Nach wenigen Minuten hängt die mächtige Tanne am Ausleger, Hehne sägt den Stamm unten auf einen Durchmesser von 50 Zentimetern zurecht, bis er in die mitgebrachte Schablone passt.

Foto: t&w Bardowick Weihnachtsbaum für Hamburg wird gefällt

Die ,,Stiftung Binnenalster“, die auch die Alsterfontäne betreibt, kümmert sich Jahr für Jahr um die ,,Alstertanne“, die Ex-Bürgermeister Ole von Beust einmal als ,,den wichtigsten Weihnachtsbaum in Hamburg“ bezeichnet hatte. 36 Bäume aus Hamburg und Umgebung waren der Stiftung in diesem Jahr angeboten worden, wochenlang war Stiftungsvorstand Dorothea Schostack in Norddeutschland unterwegs am Ende fiel die Wahl auf die Tanne aus Bardowick. Die hatten Jutta Falley und Hans-Jörg Müller auch schon der Stadt Lüneburg angeboten, erzählen sie. ,,Für uns ist die aber zu groß“, sagt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck.

Die Bardowicker Koreatanne hat das für eine „Alstertanne“ erforderliche Gardemaß von 20 Metern, ist gerade gewachsen und voluminös. ,,Und, was auch ganz wichtig ist, sie muss für den Kran erreichbar sein“, erklärt Schostack.

Als Jutta Falley und Hans-Jörg Müller noch in Hamburg wohnten, stand der Prachtbaum im Topf auf ihrem Balkon, als dann 1975 der Umzug nach Bardowick folgte, zog die Tanne mit, zwei Meter groß wurde sie im Garten direkt am Dom eingepflanzt. ,,Aber jetzt ist sie einfach zu groß geworden, sie musste weg“, sagt Jutta Falley.

Seit mehr als 20 Jahren sorgt die „Alstertanne“ für ein Stück Vorweihnachtsstimmung in Hamburg initiiert von der Stiftung Binnenalster, die dafür keinerlei öffentliche Unterstützung bekommt. ,,Wir sind auf Sponsoren angewiesen“, erklärt Dorothea Schostack, das sind etwa die Firmen Thömen und Hagen aus Hamburg und Sahms, die schon seit vielen Jahren kostenlos den Transport, das Fällen und das Aufstellen der Tanne spendieren.

Gestern Abend um 22 Uhr setzte sich der Tieflader mit der verschnürten Bardowicker Tanne in Bewegung. Durch die Mühlenstraße ging der Schwertransport in Richtung Kreisstraße 46, hinter Bardowick auf die Bundesstraße 404 in Richtung Geesthacht, dann über die Autobahn nach Hamburg. Kurz vor Mitternacht sollte die Fracht dort ankommen. Noch in der Nacht sollten die Arbeiten weitergehen, sollte die Tanne aufgerichtet, dann geschmückt werden. Am Mittwoch wird die neue „Alstertanne“ auf ihrem Ponton in die Mitte der Binnenalster gezogen.

Für Donnerstag um 17 Uhr ist dann der Druck aufs Knöpfchen geplant, Weihnachten kann dann kommen. Das wollen sich auch Jutta Falley und Hans-Jörg Müller ansehen. Sie sind als Ehrengäste eingeladen.