Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Umjubelte Leinwand-Premiere

dth Bardowick/Lüneburg. Aus monatelanger Arbeit von 52 Jugendlichen wurden schließlich 17 Minuten Film für eine besondere Kino-Premiere: Im Lüneburger Scala-Lichtspielhaus flimmerte jetzt erstmals der Streifen „Hört auf – Ein Film über Mobbing“ über die Leinwand, und das Premieren-Publikum war begeistert. Und das nicht nur, weil sich vor allem die Mitwirkenden des Bardowicker Jugendprojektes „Dreh Dein Ding“ in die Kinosessel schmiegten. Auch Scala-Chefin Elke Rickert zeigte sich von der Qualität der Jugendproduktion beeindruckt.

Rickert: „Das Thema Mobbing in der Schule wird sehr vielschichtig behandelt und auch die Eltern und Lehrer kommen nicht besonders gut weg.“ Den Film sollten sich also nicht nur Jugendliche zu Gemüte führen, rät sie. Lob kommt auch von Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann: „Ich bin begeistert und auch ein bisschen stolz auf das Projektergebnis. Unsere Jugendabteilung und die Jugendlichen haben hervorragende Arbeit geleistet.“

Dabei haben sich die Jugendlichen im Alter von zwölf bis 22 Jahren dem Thema Mobbing von verschiedenen Seiten genähert, erzählen die Geschichte zweier Opfer und beleuchten dabei sowohl das Handeln der Täter als auch das Versagen von Lehrern und Eltern.

Im Film spielt der Bardowicker Marvin Jeß den schüchternen Alex, der stottert und von seinen Mitschülern ständig schikaniert wird – bis er schließlich scheinbar mit Selbstmordgedanken spielt. Und Pablicy de Souza Nobre mimt die Muslimin Jasmina, die von der Mädchengang in ihrer Klasse wegen ihres Kopftuches nicht weniger durch verletzende Sprüche gequält wird. „Mit dem gemeinsamen Film wollen die Jugendlichen „Mobbingopfern Hoffnung und den Mobbern einen Grund zum Nachdenken geben“, sagt Sozialpädagogin Sandra Cordes von der Offenen Jugendarbeit.

Theaterpädagoge Henning Karge, der das Projekt vom Drehbuch an begleitet hat, zeigt sich vom Ergebnis begeistert: „Die Arbeit hat sich richtig gelohnt.“ Auch dank der vielen engagierten Jugendlichen, darunter Finn Düffert, der sich nicht nur um die Aufnahmeleitung mit gekümmert, sondern auch noch ein Lied für den Film komponiert hat. Unterstützt wurde das Projekt zudem vom Medienzentrum der Leuphana sowie von der Videoproduktionsfirma „2spot“: Paulina Dlugi hat ehrenamtlich aus mehreren Stunden Material schließlich den fertigen Film geschnitten.

Als nächstes wird „Hört auf“ beim „Sommerkino“ in Radbruch zu sehen sein am Freitag, 12. Juli, um 22 Uhr auf dem JuZ-Gelände (Op’n Donnerloh 12). Und Scala-Chefin Rickert sagt: „Wir werden versuchen, den Film bei den Schulkinotagen im kommenden Frühjahr unterzubringen.“ Und Luhmann ergänzt: „Der Film ist wirklich pädagogisch wertvoll, er sollte auch im Schulunterricht eingesetzt werden, um das Mobbing in der Schule offen zu thematisieren.“

Einen exklusiven Ausschnitt des „Dreh Dein Ding“-Films „Hört auf“ gibt es im Internet zu sehen auf dem LZ-Videoportal www.lzplay.de.