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Kartoffelernte per Hand

cw Bleckede. Mit lautem Quietschen stürzen die Bleckeder Waldkinder auf den Kartoffelacker. Mit bloßen Händen wühlen sie zwischen dem kniehohen Unkraut nach den begehrten Erdäpfeln. „Im ersten Jahr haben wir noch Werkzeuge mitgebracht, aber die waren ganz schnell vergessen“, lacht Betreuerin Kirsten Eggers. „So macht es ja auch viel mehr Spaß“, findet auch Landwirt Eckhard Bostelmann, der seinen Kartoffelacker seit vier Jahren dem Bleckeder Waldkindergarten zur Verfügung stellt.

Im Kindergarten haben die Kleinen Geschichten über den Kartoffelkönig gelesen und Bilder gemalt. „Einigen mussten wir zeigen, wo man suchen muss, aber die meisten wissen es schon“, sagt Eggers. Auf diesem Acker steht das Unkraut besonders hoch, weil Bauer Bostelmann Biolandbau betreibt, also Unkraut nicht mit Giften bekämpft wird. Dafür müssen die Kinder beim Ernten viel graben und Gräser beiseite räumen – was ihnen sichtlich Spaß macht. „Dieses Jahr ist das Wetter aus dem Gleichwicht gekommen“, sagt Bostelmann. Aber die Kinder stört das nicht.

Als Belohnung für ihre Arbeit bekommen die Mädchen und Jungen einige Beutel mit Kartoffeln. Nach dem Erntetag geht es zurück in den Waldkindergarten. Dort wollen die Kinder Kartoffelwaffeln im Lagerfeuer backen. „Wir haben jetzt ein gusseisernes Waffeleisen, das man komplett in die Glut legt“, verrät Kirsten Eggers.

Doch bevor es ans Waffelbacken geht, bedanken sich die Kleinen noch artig bei Bauer Bostelmann: „Vielen Dank, dass wir wieder kommen durften“, sagen sie und überreichen ihm eine kleine Fotocollage mit Bildern vom Kartoffelkönig.

Im kommenden Jahr werden sie wieder hier sein – dann feiern sie ihr 15-jähriges Bestehen. „Viele verwechseln uns mit den Waldkindern Boltersen“, weiß Kirsten Eggers. „Die pausieren derzeit, aber wir machen ganz gewohnt weiter.“