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Als Zombies verkleidet tanzten die Laiendarsteller beim Filmdreh zu "Die blanke Kettensäge" auf einer improvisierten Bühne. Viele von ihnen standen schon mal auf einer Bühne, die Rolle der Zombies war aber für alle neu. Foto: nh
Als Zombies verkleidet tanzten die Laiendarsteller beim Filmdreh zu "Die blanke Kettensäge" auf einer improvisierten Bühne. Viele von ihnen standen schon mal auf einer Bühne, die Rolle der Zombies war aber für alle neu. Foto: nh

Untote im Radegaster Feuerwehrhaus

jae Radegast. Fein säuberlich sind die Pokale in der Vitrine des kleinen Feuerwehrhauses in Radegast drapiert. An der Wand hängen verstaubte Fotos der Männer, die sich einst um sie verdient gemacht haben. An diesem Tag im Oktober ist das Häuschen in der Mitte des Dorfes in der niedersächsischen Elbmarsch aber noch mehr als ein einfaches Feuerwehrhaus: Mit Make-up, Schmutz und ganz viel Kunstblut erschaffen die Maskenbildnerinnen Eva Hinsken-Ebbing und Caro van Eyck in dem Gebäude Zombies – Untote.

Sie sind Teil eines skurrilen Filmprojekts, das der Regisseur Alexander Mac G im Landkreis Lüneburg dreht. In „Die blanke Kettensäge“ geht es um Menschen, die durch den Verzehr von genmanipuliertem Mais zu Zombies mutieren und nur von Dunkelelfen befreit werden können. Neben namhaften Schauspielern wie Anouschka Renzi, bekannt aus Serien wie „Verbotene Liebe“, oder Nadia Hilker aus „Der letzte Bulle“, spielen auch Laiendarsteller in dem Streifen mit.

So wie Lennart Hillmann, der regelmäßig auf der Theaterbühne zu sehen ist und auch schon als Statist bei den Roten Rosen vor der Kamera stand. Einen Zombie zu spielen, ist für den 18-Jährigen dagegen „mal was ganz anderes“. Vorbereitet hat er sich auf seine Rolle kaum und hofft stattdessen auf Anweisungen des Regisseurs.

„Es kommt nicht alle Tage vor, dass man einen Zombie spielt“, sagt auch Michael Eckert. Der 43-Jährige sieht die Herausforderung vor allem darin, die Bewegungsabläufe und Mimik der Untoten nachzumachen. Ein Anblick, den sich Rainer Kastens nicht entgehen lässt. Der 49-Jährige hat seinen Hof für die Dreharbeiten bereitgestellt. Als die Anfrage kam, hat Kastens sich nicht lange bitten lassen, richtete die Gebäude her und ließ den Betrieb während der Dreharbeiten ruhen. „Ich bin sehr neugierig, was hier entsteht“, sagt der Radegaster und ist damit nicht allein. Immer wieder kommen an diesem Tag auch Nachbarn vorbei, um hautnah bei den Dreharbeiten dabei zu sein. Denn zu sehen gibt es einiges: Die Dunkelelfe CAT, gespielt von Nadia Hilker, trifft bei einem Zombiekonzert auf die bereits mutierten Menschen und erschießt sie.

„Ich habe versucht, einen Stoff zu finden, mit dem ich Menschen für das Thema Umweltschutz, Tierschutz und genmanipuliertes Essen interessieren kann, die sich normalerweise nicht damit auseinandersetzen würden“, sagt Alexander Mac G.

Mit dem Filmprojekt gibt der 48-Jährige sein Spielfilmdebüt. Als größte Schwierigkeit empfand er es, das Geld für die Dreharbeiten zusammenzubekommen. Mac G: „Fast alle Darsteller haben gesagt, da mach ich mit, das mach ich umsonst. Schwieriger ist es dann gewesen, Dinge zu kaufen, die man nicht gesponsert bekommt, Uniformhosen etwa.“ Der achtminütige Filmtrailer wurde mithilfe von Sponsoren finanziert, für den Dreh des 80-minütigen Films ist die Finanzierung aber noch nicht gesichert. Wer für das schräge Filmprojekt spenden möchte, findet weitere Informationen im Internet unter http://www.indiegogo.com/projects/the-nude-chainsaw/x/4583532.