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Deichschau gestern zwischen Walmsburg und Avendorf: Landrat Manfred Nahrstedt (v. l.), Deichhauptmann Hartmut Burmester und Bleckedes Bürgermeister Jens Böther marschieren vorweg. Fotos: pet
Deichschau gestern zwischen Walmsburg und Avendorf: Landrat Manfred Nahrstedt (v. l.), Deichhauptmann Hartmut Burmester und Bleckedes Bürgermeister Jens Böther marschieren vorweg. Fotos: pet

An der Elbe ist noch viel zu tun

pet Bleckede. „Beängstigend und sehr eindrucksvoll“ sei die Situation während des jüngsten Elbehochwassers im Juni gewesen, erklärte Hartmut Burmester, Deichhauptmann des Artlenburger Deichverbands. Verbandsgeschäftsführer Norbert Thiemann hätte auf die Stabilität der Deiche „jede Wette angenommen“. Aber: „Keiner wusste, was passiert, wenn das Wasser rüberläuft.“ Um auch für ein künftiges Hochwasser gewappnet zu sein, ist Geld nötig. Geld, das zugesagt wurde, aber immer noch nicht zur Verfügung steht, bemängelten die Verantwortlichen des Deichverbands gestern bei der ersten Deichschau in diesem Herbst.

Vertreter des Deichverbands, die Deichgeschworenen, Akteure aus Politik, Kreisverwaltung, darunter Landrat Manfred Nahrstedt, sowie verschiedener Behörden, Samtgemeinde- und Ortsbürgermeister, Feuerwehr und Polizei hatten sich gestern Punkt acht Uhr beim Klärwerk Walmsburg getroffen – zu Fuß und mit Fahrzeugen machten sich fast 40 Männer und Frauen auf den Weg, bis zum frühen Nachmittag ging es nach Avendorf, 35 Kilometer die Elbe hinunter. Am 22. Oktober wird der Deichverband Neetzekanal- und Ilmenaudeich begutachten, eine weitere Woche später die Elbdeiche zwischen Hoopte und Avendorf.

Nur die nötigsten Reparaturarbeiten an den Deichen seien seit der Flut erledigt worden, erklärten Burmester und Thiemann. Viele Tonnen „geeigneter Boden“ sei an beschädigten Stellen bereits eingebaut. Was den beiden Deichexperten besondere Sorgen bereitet, sind ein zwei Kilometer langer Abschnitt bei Radegast und ein ein Kilometer langer Bereich bei Barförde. Von schweren Fahrzeugen, die für die Erhöhung der Deiche mit Sandsäcken benötigt wurden, seien auf der Deichkrone tiefe Fahrrillen verursacht worden, teilweise hätten die Deiche 30, 40 Zentimeter an Höhe eingebüßt.

Burmester: „Der Boden muss dort aufgenommen und seitwärts gelagert werden. Die Krone muss neu profiliert werden, Gras neu eingesät und der Boden verdichtet werden – das volle Programm eben.“ Kosten für die Wiederherstellung der drei besonders mitgenommenen Kilometer bei Radegast und Barförde: 200 000 Euro. „Das sind besonders dringende Arbeiten, die jetzt noch erledigt werden können“, so Burmester, „wenn denn das Geld zur Verfügung steht.“ Das Geld sei als Soforthilfe beim Land beantragt worden – bisher erfolglos. Thiemann: „Die zu bewältigende Bürokratie geht über unser Leistungsvermögen hinaus.“

Aber, so Burmester und Thiemann, noch viel mehr Geld sei nötig, um die Schäden der jüngsten Flut abzuarbeiten, nach ihren Schätzungen sechs Millionen Euro. „Je 1,5 Millionen Euro auf vier Jahre verteilt“, könnte sich Deichhauptmann Burmester vorstellen. Und auch 500 000 Euro, die der Deichverband für Abräumarbeiten bisher eingesetzt hat, zu großen Teilen schon als Kredit aufnehmen musste, seien noch offen. Burmester und Thiemann betonten, dass der Deichverband „nur für die Unterhaltung, nicht aber für die Reparatur und Instandsetzung infolge von Naturkatastrophen zuständig“ sei.

Für Hartmut Burmester ist in jedem Fall klar: „Es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns. Wir können noch längst nicht in den Winterschlaf gehen.“

 

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