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Wer die B 216 am Reinstorfer Kreuz überqueren will, muss den Überblick behalten. Nun wird der Bau eines Kreisels geprüft. Foto: t&w
Wer die B 216 am Reinstorfer Kreuz überqueren will, muss den Überblick behalten. Nun wird der Bau eines Kreisels geprüft. Foto: t&w

Kommt noch ein Kreisel?

off Bleckede. Ein Morgen Ende September, kurz vor halb acht am Reinstorfer Kreuz. Renate Meyer will wie jeden Tag mit ihrem Mercedes die Bundesstraße 216 Richtung Volkstorf überqueren, versucht sich zwischen einem Links- und einem Rechtsabbieger Überblick zu verschaffen – und fährt schließlich los. In die Beinahe-Katastrophe: „Weil ich ein Auto aus Richtung Barendorf in dem Chaos übersehen habe, wäre es fast zur Massenkarambolage gekommen.“ Ein Schock. Und für die Bleckederin der Anstoß, noch am selben Abend ein Schreiben an das Bundesverkehrsministerium zu verfassen.

Das Anliegen der Pendlerin: Die Verkehrssituation an der Kreuzung Bundesstraße 216/Kreisstraße 16 soll umgehend entschärft werden, „am besten mit einem Kreisel wie bei Nutzfelde“. Renate Meyer will nach dem Vorfall am Morgen nicht untätig bleiben, „doch viel Hoffnung, etwas bewirken zu können, hatte ich nicht“, gesteht sie. Umso erfreuter ist die 50-Jährige, als sie am 17. Oktober ein Antwortschreiben von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSTBV) erhält. Mit überraschendem Ergebnis.

„Zunächst erst einmal vielen Dank, Frau Meyer, dass Sie mich auf die verkehrlichen Probleme an der Kreuzung der B216 mit der K16 bei Reinstorf aufmerksam gemacht haben“, schreibt ihr NLSTBV-Mitarbeiter Karl-Rudolf Bode. „Ich habe mir in der Zwischenzeit die Kreuzung angesehen und habe sie aus allen Richtungen, also auch aus den beiden untergeordneten Einmündungen heraus, befahren!“ Schon das ist mehr, als Meyer zu hoffen gewagt hat. Und mehr noch: Da bei der Ortsbesichtigung kaum Verkehr und auch kein Chaos herrschte, hat Bode bei seinen Lüneburger Kollegen eine Verkehrszählung angeschoben.

Anhand der Ergebnisse sollen dann spezifische Verkehrsdaten (z.B. Wartezeiten) berechnet, die Verkehrsqualität „objektiv“ bewertet und etwaige Umbaumaßnahmen geprüft werden. „Dabei wird auch das heute noch mögliche, sichtbehindernde Nebeneinander-Aufstellen der Kfz in den Einmündungen der K 16 eine Rolle spielen“, schreibt Bode. Aktuell bestünde zwar kein Handlungsbedarf, „da die Kreuzung nicht unfallauffällig ist“. Doch die Prüfung sei angeschoben. Mehr als Renate Meyer erwartet hat.

Locker lassen will die Bleckederin deshalb jedoch nicht, wird weiter auf eine Lösung drängen – und hofft dabei auf die Unterstützung anderer. „Schon seit Jahren beobachte ich die Situation mit Sorge“, sagt sie, „vor allem morgens und abends, zur Hauptpendlerzeit, entstehen dort oft heikle Situationen.“ Eine Einschätzung, die auch Polizeihauptkommissar Andreas Dobslaw teilt. „Als Polizei beäugen wir die Kreuzung seit Jahren kritisch und würden uns durchaus eine Veränderung wünschen.“

Als Geschäftsführer der Unfallkommission im Kreis hingegen kann auch Dobslaw derzeit keinen akuten Handlungsbedarf am Reinstorfer Kreuz ausmachen. „In den letzten drei Jahren ist die Kreuzung nicht als Unfallhäufungsstelle qualifiziert“, sagt er. Trotzdem teilt er als Polizist die Befürchtung von Renate Meyer: „Aufgrund der Breite der Kreuzung und des hohen Verkehrsaufkommens zu bestimmten Zeiten sehe auch ich dort eine erhöhte Unfallgefahr.“ Ein Kreisel wäre auch aus seiner Sicht eine optimale Lösung am Reinstorfer Kreuz. Damit aus Beinahe-Katastrophen keine Katastrophen werden.