Donnerstag , 29. September 2016
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Gute Aussichen für drei Bleckeder Immobilien, deren Zukunft lange unsicher war: Das Ammenhaus an der Breiten Straße wird umfassend saniert (Foto oben), im Bleckeder Haus sorgt künftig die Campus Management GmbH für Programm und das Fährhaus soll im Frühjahr wieder öffnen (Fotos unten). Fotos: t&w
Gute Aussichen für drei Bleckeder Immobilien, deren Zukunft lange unsicher war: Das Ammenhaus an der Breiten Straße wird umfassend saniert (Foto oben), im Bleckeder Haus sorgt künftig die Campus Management GmbH für Programm und das Fährhaus soll im Frühjahr wieder öffnen (Fotos unten). Fotos: t&w

Bewegung in Bleckeder Immobilienwelt

off Bleckede. Er kann aus Schandflecken echte Schmuckstücke machen. Das hat Stefan Scheer in der Bleckeder Innenstadt zuletzt mit dem frisch sanierten Brauhaus bewiesen. Jetzt hat der Investor ein neues Projekt angepackt: das vom Verfall bedrohte Ammenhaus an der Breiten Straße 36, Ecke Hartmanns Twiete. Die Aufräum­arbeiten in dem dreistöckigen Fachwerkhaus haben bereits begonnen, im Sommer soll Scheers neuester Clou Eröffnung feiern. Eine Entwicklung, über die sich viele Bleckeder freuen dürften und nicht die einzige Veränderung, die sich derzeit in der Bleckeder Innenstadt abzeichnet.
Was Scheer in dem alten Ammenhaus genau plant, bleibt sein Geheimnis. „Ich verrate nur so viel“, sagt er, „wenn alles klappt wie geplant, wird es ein ähnlich schönes Projekt wie das Brauhaus.“ 2011 hat der Inhaber einer Sanitärfirma das vom Verfall bedrohte Fachwerkhaus an der Breiten Straße 20 in ein echtes Juwel der Bleckeder Innenstadt verwandelt. Nun will er ein weiteres Sorgenkind vor dem Verfall retten während in der Nachbarschaft bereits der nächste Leerstand droht.

Der Edekamarkt an der Lüneburger Straße zieht um in den Neubau am Nindorfer Moorweg. Ein Schritt, der auch das Geschäftsleben in der Innenstadt beeinflussen wird. Denn wie ein Rossmann-Sprecher bestätigt, hat die Drogeriekette das bisherige Edeka-Gebäude gekauft, plant dort nach Umbauarbeiten Ende 2014 neu zu eröffnen. Aus dem Gebäude an der Breiten Straße wird Rossmann ausziehen Nachnutzung offen.

Die Campus Management GmbH sorgt künftig im Bleckeder Haus für Programm.

Schon jetzt stehen rund fünf Geschäfte in der Innenstadt Bleckedes zum Teil seit Monaten oder gar Jahren leer, da­runter das ehemalige Schlecker-Gebäude, das frühere Café am Markt, die alte Sparkasse, das Daegel-Haus an der Friedrich-Kücken-Straße oder am Rande der Innenstadt das Bahnhofsgebäude. Problematisch ist dabei allerdings nicht allein die Neuvermietung. Viele der Gebäude sind blockiert, gehören entweder der insolventen Bleckeder Immobilienfirma „Grundbesitz und Beteiligungs AG Elbtalaue“ oder einer anderen Gesellschaft, die die Gebäude zwar gekauft hat, aber leerstehen lässt. „Einige der Häuser ließen sich sicherlich vermieten“, glaubt der Bleckeder Immobilienmakler Christoph Soetebeer, „doch dafür müssten sie auch frei sein.“

Die Immobiliensituation in der Bleckeder Innenstadt bleibt damit schwierig. Auch wenn es mit dem Ammenhaus nun ein Sorgenkind weniger gibt. Neue Anreize zur Investition in eines der alten Gebäude könnte allerdings das Städtebauförderprogramm setzen. Vorausgesetzt die Stadt Bleckede ist mit ihrer Bewerbung erfolgreich. „Aktuell arbeitet ein Büro aus Bremen daran, die Bewerbungsunterlagen zu erstellen, im Februar sind zudem Bürgerinformationsveranstaltungen zum Thema geplant“, sagt Bürgermeister Jens Böther. Bewerbungsschluss ist der 1. Juni 2014, eine Entscheidung erwartet Böther frühestens Anfang 2015.

Die Gaststätte Fährhaus soll im Frühjahr wieder ihre Türen öffnen.

Gelingt Bleckede die Aufnahme ins Förderprogramm, „werden öffentliche und private Investitionen in die Altstadtsanierung finanziell gefördert“, sagt Böther. Nach welchen Spielregeln, würden nach erfolgreicher Bewerbung Bund, Land und Stadt festlegen. „Die drei Geldgeber, die den Fördertopf zu je einem Drittel füllen“, erklärt der Bürgermeister.

Gute Nachrichten gibt es indes vom Bleckeder Haus am Schützenplatz. Dort ist nach dem Brand im November 2012 die monatelange Zwangspause beendet. Am 4. Januar hatte das Veranstaltungszentrum am Schützenplatz für das Neujahrskonzert zum ersten Mal wieder geöffnet, in der kommenden Woche will die Campus Management GmbH ihr Konzept für die Zukunft vorstellen. Lange hatte die Stadt zuvor vergeblich nach einem neuen Pächter für das Haus gesucht. Bis im August Campus Management den Mietvertrag unterschrieben hat.

Weiter geht es auch im Fährhaus. „Wir werden im Frühjahr auf jeden Fall wieder aufmachen“, sagt Besitzer Christian Breese. Wie, will er verraten, „wenn es an der Zeit ist“.