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Der Biber im Bleckeder Schlossgraben transportiert den geernteten Zweig zum sicheren Verzehr in seinen Bau, vermutet Experte Dieter Schmidt. Das Tier muss ausreichend nagen, um seine Schneidezähne kurz zu halten. Foto: Schneider
Der Biber im Bleckeder Schlossgraben transportiert den geernteten Zweig zum sicheren Verzehr in seinen Bau, vermutet Experte Dieter Schmidt. Das Tier muss ausreichend nagen, um seine Schneidezähne kurz zu halten. Foto: Schneider

Plötzlich taucht der Biber auf

emi Bleckede. Sie wollten zum vogelkundlichen Nabu-Sonntagsspaziergang aufbrechen, aber statt gefiederter Tiere stießen die Teilnehmer gleich am Treffpunkt ihrer Entdeckungstour in Bleckede auf einen besonderen Gesellen: „Bereits um 9 Uhr konnten wir am Schlossgraben des Biosphae-riums einen sehr arbeitsamen Biber beobachten“, schildert Mathias Schneider. „Er tauchte durch ein Eisloch auf, ,erntete einen frischen Ast und tauchte wieder ab. Dieser Vorgang wiederholte sich einige Male.“ Der Lüneburger zückte seine Kamera und hielt die einmalige Situation im Bild fest.

Besonders verblüffend für den Betrachter: Das kreisrunde Loch im Eis hat der possierliche Nager wahrscheinlich selbst geschaffen, bestätigt auf LZ-Nachfrage Dieter Schmidt. „Biber können bis zu einer halben Stunde lang tauchen“, erklärt der ehrenamtliche Biberbetreuer für den Bereich Bleckede. „Wenn die Eisschicht bei zweistelligen Minusgraden schon etwas dicker ist, steht der Biber im Uferbereich auf dem Grund des Gewässers, macht einen Buckel und drückt mit diesem von unten kräftig die Eisschicht durch bis sie bricht.“ Die Wasserlöcher, die sich in der Nähe ihrer Burgen befinden, benötigen die bis zu 30 Kilogramm schweren Säugetiere, um nach dem Tauchen Luft zu holen und auf Nahrungssuche zu gehen.

„Im Winterhalbjahr ernähren sie sich überwiegend von Rinde“, weiß Schmidt. „Aber da die wenig Nährstoffe enthält, muss ein ausgewachsener Biber täglich eine große Menge Äste abnagen und frisst rund 1,5 Kilogramm Rinde pro Tag.“

Im Bereich der Elbe seien auch im Kreis Lüneburg derzeit viele Reviere besetzt. „Im Kernbereich zwischen Walmsburg und Hohnstorf gibt es zirka 50 Biber“, berichtet der Experte. Und vielleicht lässt sich der ein oder andere von ihnen ja beim nächsten Spaziergang blicken.

Am kommenden Sonntag, 9. Februar, lädt das Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe M-V“ zur winterlichen Deichwanderung am Grünen Band ein. Die etwa dreistündige Rundwanderung wird geführt von Rangerin Simone Schneider und startet ab 13 Uhr beim Boizenburger Hafen. Im Vordergrund stehen die Themen Hochwasser und die naturkundlichen Besonderheiten in den Naturschutzgebieten Elbdeich-Vorland und Sudeniederung. Doch auch historisch hat diese Tour einiges zu bieten: Sie führt entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und dem heutigen „Grünen Band“, das in seiner Gesamtheit mit über 1300 Kilometern Länge den längsten und einzigen länderübergreifenden Biotopverbund Deutschlands bildet.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung sind telefonisch beim Amt für das Biosphärenreservat zu erhalten (Tel. 038847/624840).

Ein Video von Mathias Schneider zum Biber bei Bleckede gibt es unter www.facebook.com/landeszeitung.