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Sie wollen mit den Gästen im Café Engelchen spielen, singen und ihnen eine schöne Zeit bereiten: die Roten Engel vom DRK (v.l.) Dörte Klaus, Ingrid Sasse, Karin Streibel-König, Gerda Loitz, Elvira Laffers mit der ambulanten Pflegedienstleiterin Simona Schulze. Foto: t&w
Sie wollen mit den Gästen im Café Engelchen spielen, singen und ihnen eine schöne Zeit bereiten: die Roten Engel vom DRK (v.l.) Dörte Klaus, Ingrid Sasse, Karin Streibel-König, Gerda Loitz, Elvira Laffers mit der ambulanten Pflegedienstleiterin Simona Schulze. Foto: t&w

Café für Demenzkranke öffnet

emi Bleckede. Die Tafeln waren mit Blumen geschmückt, es gab Kaffee und Kuchen und der Bleckeder Shantychor schmetterte Lieder. Gestern hat im DRK-Haus Bleckede das „Café Engelchen“ eröffnet. Das neue Angebot des DRK-Kreisverbandes zusammen mit dem Bleckeder Ortsverein richtet sich an Demenzpatienten und deren Angehörige. „Die Erkrankten finden hier einen freundlichen Empfang und die Möglichkeit der sozialen Integration, für die Angehörigen wollen wir Entlastung schaffen“, sagt DRK-Ehrenamtskoordinatorin Sandra Mendel. Noch ist die Resonanz auf das Angebot allerdings ausbaufähig. Zur gestrigen Eröffnungsfeier kamen nur DRK-Vertreter, geladene Gäste aus Tagespflege- und Senioreneinrichtungen sowie Bleckedes Bürgermeister.

Jens Böther lobte in seiner Begrüßungsrede das „zukunftsweisende Konzept“: „Immer mehr Menschen sind von Demenz betroffen und die Prognosen gehen deutlich nach oben“, sagte er. „Das neue Café ist eine tolle Einrichtung, die das Angebot in Bleckede ergänzt.“
Insgesamt fünf Frau­en wollen sich künftig um die indivi­duelle Betreuung im „Café Engelchen“ kümmern: zwei hauptamtliche Fachkräfte und drei geschulte, ehrenamtliche Helferinnen aus dem DRK-Ortsverband. Elvira Laffers, Ingrid Sasse, Karin Streibel-König, Gerda Loitz und Dörte Klaus wollen den Demenzkranken in ihrem Café einen schönen Nachmittag bereiten, eine ein­fühlsame Betreuung und eine sinnvolle, an der Biographie ori­entierte Beschäftigung bieten.

„Das Projekt wird eine große Herausforderung für mich“, glaubt Elvira Laffers. „Aber ich freue mich sehr auf die Aufgabe.“ Die 58-Jährige befindet sich im Ruhestand und suchte nach einer Beschäftigung. „Pflege war mein Beruf.“ Mit dem Café Engelchen habe sich für sie ein Fenster geöffnet. „Die Gäste werden nehmen, aber auch viel geben“, ist sie überzeugt.

Von der bisher geringen Resonanz wollte sich niemand entmutigen lassen: „Das braucht eine gewisse Anlaufzeit“, gab sich Sandra Mendel zuversichtlich. „Es bedeutet ja auch eine kleine Hemmschwelle, hierherzukommen. Viele Patienten im Anfangsstadium versuchen eher, das zu verbergen.“

Das Engelchen-Team bietet stundenweise jeden zwei­ten und vierten Donnerstag im Monat von 15 bis 18 Uhr im DRK-Haus an der Zollstraße 10 Betreuung an.

Der erste Termin ist für Donnerstag, 13. März, geplant.