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Dem Keramikengel, der bisher über das Grab wachte, wurde der Kopf abgeschlagen  nur ein Schaden von vielen, den Vandalen auf dem Bleckeder Friedhof hinterlassen haben. Pastor Jens-Peter Müller ist auch Stunden nach der Entdeckung noch entsetzt über die Tat. Foto: t&w
Dem Keramikengel, der bisher über das Grab wachte, wurde der Kopf abgeschlagen  nur ein Schaden von vielen, den Vandalen auf dem Bleckeder Friedhof hinterlassen haben. Pastor Jens-Peter Müller ist auch Stunden nach der Entdeckung noch entsetzt über die Tat. Foto: t&w

Letzte Ruhestätten verwüstet

off Bleckede. Am 21. Juli um kurz nach 7 Uhr erreicht Jens-Peter Müller der Anruf Vandalimus auf dem Bleckeder Friedhof. „Ich bin sofort hingefahren“, sagt der Pastor, „und ich bin zutiefst erschüttert.“ Herausgerissene Blumen und Pflanzen, kaputt geschlagene Laternen, eine verschobene Grababdeckung, zerstörter Grabschmuck, „und überall Scherben“. Offenbar gezielt, sagt Müller, hätten Unbekannte Gräber auf dem christlichen Friedhof an der Lauenburger Straße zerstört. „Selbst vor einem Kindergrab haben die Täter nicht halt gemacht.“ Auch Stunden nach der Entdeckung lässt den Pastor das Entsetzen nicht los. „Wer macht bloß so etwas?“, fragt er, „ein Doppelgrab zu zerstören, in dem ein sechs und ein acht Jahre alter Junge beerdigt sind?“

Montagfrüh hatte der Bleckeder Friedhofswärter die Zerstörung entdeckt, „es kann aber auch sein, dass die Täter bereits in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zugeschlagen haben“, vermutet Müller. Einige Friedhofsnutzer hätten bereits begonnen, die Zerstörung zu beseitigen. „Und ihnen geht es genau wie mir“, sagt der Pastor, „alle sind fassungslos.“

Bei der Polizei sind bereits mehrere Strafanzeigen eingegangen, daraus ergibt sich als Tatzeit die Nacht zu Sonntag. „Je nach Ausmaß der Zerstörung ermitteln wir wegen Sachbeschädigung oder Störung der Totenruhe“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. In beiden Fällen droht den Tätern eine Geldstrafe, gegebenenfalls sogar Freiheitsentzug. „Sachbeschädigung kann mit bis zu zwei Jahren, die Störung der Totenruhe sogar mit bis zu drei Jahren Gefängnis geahndet werden“, sagt Richter.

Der Vorfall in Bleckede ist im Landkreis Lüneburg kein Einzelfall. „Vandalismus auf Friedhöfen oder in Gotteshäusern kommt leider immer mal wieder vor“, sagt Polizeisprecher Richter. Hinweise auf die Tat in Bleckede nimmt die Polizei vor Ort entgegen, Tel.: (05852)978910.