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Gewerkschaftssekretär Lars Stubbe (vorne, 2. v. l.), Betriebsratsvorsitzender Johannes Kruth (gelbe Weste) und ASF-Mitarbeiter kamen gestern vor das Bleckeder Rathaus. Foto: pet
Gewerkschaftssekretär Lars Stubbe (vorne, 2. v. l.), Betriebsratsvorsitzender Johannes Kruth (gelbe Weste) und ASF-Mitarbeiter kamen gestern vor das Bleckeder Rathaus. Foto: pet

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

pet Bleckede. Der Unterschied ist gewaltig: Eine Erzieherin, die als Berufsanfängerin beim Albert-Schweitzer-Familienwerk e. V. (ASF) einsteigt, erhält fast 200 Euro, das sind 8 Prozent, weniger als eine Kollegin in einer kommunalen Kindertagesstätte. Das wollen viele Beschäftigte des ASF nicht länger hinnehmen und so zogen sie gestern Vormittag mit der Forderung ,,Wir lassen uns nicht abhängen“ vor das Rathaus in Bleckede.

Insgesamt 900 Beschäftigte sind an einem knappen halben Dutzend Standorten zwischen Lüneburg und Göttingen für das Familienwerk tätig. Etwa 250 sind es allein in Bleckede, Alt Garge und Lüneburg. Die Mitarbeiter kümmern sich um alte Menschen, betreiben ein Kinderdorf, betreuen Jugendliche in unterschiedlichen schwierigen Situationen.

,,Und die Beschäftigten des Familienwerks sind genauso engagiert wie diejenigen in öffentlichen Kitas oder Pflegeheimen“, betont Lars Stubbe, Gewerkschaftssekretär der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Lüneburg. Bis Ende der 1990er-Jahre sei das Lohnniveau von öffentlichen und ASF-Einrichtungen noch annähernd gleich gewesen, daran erinnert sich Johannes Kruth, Gesamtbetriebsratsvorsitzender des Albert-Schweitzer-Familienwerks.

Seitdem klaffen die Löhne immer weiter auseinander, und damit, so Stubbe und Kruth, müsse endlich Schluss sein. Zum 31. Dezember 2014 endet der laufende Haustarifvertrag, zwei Tarifverhandlungsrunden hat es bereits gegeben, die nächste steht am kommenden Montag in Hannover an.

Die Forderungen der Arbeitnehmer und das Angebot des Arbeitgebers liegen weit auseinander: Die Beschäftigten fordern 90 Euro Lohnerhöhung, mindestens 3 Prozent, ab 1. Januar 2015 und weitere 3 Prozent zum 1. März 2015. Damit liegen sie etwa auf dem Niveau der Tariferhöhung, die Anfang 2014 für den öffentlichen Bereich ausgehandelt wurde ebenfalls 90 Euro und mindestens 3 Prozent ab 1. März 2014, noch einmal 2,4 Prozent ab 1. März 2015.

Das letzte Angebot des Familienwerks: 1,5 Prozent Lohnerhöhung ab Januar 2015 und weitere 1,5 Prozent ab Juli 2015. ,,Würden wir dieses Angebot annehmen, würde der Abstand zu den Löhnen im öffentlichen Dienst noch größer werden“, sagt ver.di-Sekretär Stubbe.

In Lüneburg, Bleckede und Alt Garge wurden Protestunterschriften gesammelt, die gestern Bleckedes Bürgermeister Jens Böther übergeben wurden der Verwaltungschef gehört dem Kuratorium des ASF an. Bis zur nächsten Verhandlung wollen Gewerkschaft und Betriebsrat ,,weiter Druck machen“.