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Aufgeben gilt nicht für Hochwassergeschädigte

Das Hochwasser ist weg – dafür fehlen jetzt die Gäste: Ob in Hitzacker, in Lauenburg oder auch in Hohnstorf/Elbe – die Gastronomie leidet in der Hochsaison unter der Touristen-Flaute. Das ist für viele fatal. Erst verhagelte ihnen der nasse und zu kalte Frühling das Geschäft, dann mussten sie wegen des Hochwassers schließen – und jetzt bleiben die Gäste weg. Viele buchen um. Doch aufgeben gilt nicht: Aufräumen, Großreinemachen – und auf Gäste hoffen, lautet die Devise. Und das nicht nur in Bleckede.

off Bleckede. Die letzte Portion Pommes ist vor fünf Wochen über seinen Ladentisch gegangen. Dann hat Jens Krause in seinem Laden Stühle, Tische und Elektrogeräte hochgestellt, die deckenhohen Fenster mit Brettern verrammelt, Sandsäcke vor der Tür gestapelt – und seinen Imbiss an der Bleckeder Elbstraße so gut wie möglich hochwasserfest gemacht. Doch die Mühe war vergeblich. Anderthalb Meter hoch stieg das Wasser im „Park and Bite“, nur noch das Dach der Grillstation ragte aus den Fluten der Elbe. Ein Ausnahmezustand, dem der 28-Jährige heute ein Ende setzt – und punkt 11 Uhr in seinem Imbiss wieder die Türen öffnet.

Auch 150 Meter weiter kehrt mit den ersten Gästen im Elbhotel Bleckede langsam wieder ein Hauch von Normalität ein. Nach wie vor ist das Erdgeschoss des Hauptgebäudes zwar unbewohnbar, der Frühstücksraum eine Baustelle, ein Ende der Arbeit nicht absehbar, „doch ein paar hartgesottene Gäste halten uns die Treue, obwohl es noch nicht mal heißes Wasser gibt“, freut sich Betreiberin Nicola Van Den Handel. Im ersten Stock des Hotels hat die Bleckederin provisorische Frühstückstische aufgestellt, den Besuchern statt im Erdgeschoss in der ersten Etage ein Zimmer gegeben. Heute ab 17 Uhr lädt sie außerdem zum Spendengrillabend ein. Auch wenn es schwierig ist, die 47-Jährige und Mitarbeiterin Stephanie Nothdurft geben nicht auf. Irgendwie geht es eben weiter an der Elbstraße. Für alle Betroffenen. Fast alle.

Nach wie vor unerreichbar ist das Bleckeder Fährhaus direkt am Ufer der Elbe, auf der Straße zum Restaurant steht noch immer das Wasser. Von einer Überflutung ist das Restaurant selbst allerdings verschont geblieben – dank eines drei Meter hohen Betonsockels. Nachdem das Restaurant direkt am Fähranleger in der Vergangenheit immer wieder von Hochwasser überspült wurde, stand es jahrelang leer, bis ein Bleckeder 2010 das alte Fährhaus abriss und auf einem Betonblock ein neues baute.

Doch ob überspült oder nicht, am schwersten trifft alle drei Gastronomen an der Elbstraße der wochen- oder sogar monatelange Verdienstausfall. Trotz kaputter Fenster, kleinerer Schäden am Imbiss und dem Wasser, das nur ein paar Meter weiter noch auf der Straße steht, macht Jens Krause deswegen auch heute schon wieder auf. Dabei macht sich der 28-Jährige allerdings keine Illusionen: „Das was uns in den letzten fünf Wochen Hauptsaison an Verdienst verloren gegangen ist, werden wir nicht wieder aufholen können.“