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Im Museum getraut

pet Dahlenburg. Auf einer historischen Holzbank aus dem 19. Jahrhundert darf das Brautpaar Platz nehmen. Daneben sitzen auf Stühlen die Trauzeugen, der Standesbeamte macht seine Arbeit am Stehtisch gegenüber. Umgeben ist die Szene von Zeugnissen der Dahlenburger Vergangenheit, von Werkzeugen aus der Stein- und Bronzezeit, Urkunden aus der Epoche, als die Gemeinde zum Königreich Hannover gehörte, und Notgeld aus den 1920er-Jahren. Ein ganz neues Heirats-Gefühl bietet die Samtgemeinde Dahlenburg ab sofort an: Jeweils sonnabends kann im Heimatmuseum, der ehemaligen St. Laurentiuskapelle, standesamtlich geheiratet werden.

Bisher sei in Dahlenburg im Rathaus geheiratet worden, in einem kleinen Sitzungsraum, der zum freudigen Anlass jeweils zum Trauzimmer umgewandelt wurde, erklärt Kerstin Roloff, kommissarische Leiterin der Verwaltung. Insgesamt etwa 30-mal pro Jahr walten die Dahlenburger Standesbeamten dort ihres Amtes – und werden dies auch künftig tun.

Aber viele Gemeinden im Landkreis haben inzwischen neben ihrem Rathaus einen zweiten Ort, an dem sie Trauungen anbieten – Bleckede hat sein Schloss, Scharnebeck die Domäne, in Amt Neuhaus kann man sogar auf einem Floß heiraten. Da wollten auch die Dahlenburger nicht nachstehen. „Unterstützt werden wir dabei vom Museumsverein, und auch die evangelische Kirche als Eigentümerin des Gebäudes hat zugestimmt“, erklärt Roloff.

Von Mai bis September können Paar nun auch im Heimatmuseum, 1248 als St. Laurentiuskapelle erbaut und seit 1928 als Museum genutzt, jeweils sonnabends heiraten. Als Standesbeamter fungiert dann Jan Waldau. Wer seine Heirat zu einer anderen Jahreszeit plant, kann sich mit der Samtgemeinde in Verbindung setzen.

Den besonderen Reiz einer standesamtlichen Trauung im Dahlenburger Heimatmuseum macht auch die „Holzbanktruhe“ aus, auf der die Brautleute Platz nehmen. Der Melbecker Mathias Hinsch hat sie dem Heimatmuseum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Wohl um 1860 ist sie entstanden, sie wurde mehrfach bearbeitet, Verzierungen stammen aus einem alten Chorgestühl – Hinschs‘ Urgroßvater hat das Möbelstück 1906 dem damaligen Pastor von St. Michaelis in Bienenbüttel abgekauft.

Die erste Trauung für das Heimatmuseum ist bereits angesetzt: Am Sonnabend, 7. September, heiraten dort Franz-Josef Kamp, stellvertretender Samtgemeindebürgermeister von Dahlenburg, und seine künftige Frau Sabine Nieber.