Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Zur Einweihung des neuen Gebäudes mit Klassenräumen, Schülerzimmern und einer Lehrerwohnung zeigten Schüler Teile des Zirkusprojektes - so wie Feuerspucker Julian Sarnow. Foto: ki
Zur Einweihung des neuen Gebäudes mit Klassenräumen, Schülerzimmern und einer Lehrerwohnung zeigten Schüler Teile des Zirkusprojektes - so wie Feuerspucker Julian Sarnow. Foto: ki

Ein großer Schritt für Marienau

ki Marienau. „Ich bin begeistert und überwältigt zugleich“, sagte der Vorsitzende des Trägervereins des Landerziehungsheims Schule Marienau, Delf Egge. Ins Schwärmen gebracht hatten ihn bei einer seiner letzten Amtshandlungen vor zahlreichen Schülern und Gästen die Bildimpressionen vom Neubau eines Schulgebäudes, das jetzt offiziell eingeweiht wurde. „Den Bildern vom ersten Baggerstoß vor zweieinhalb Jahren über die Grundsteinlegung und das Richtfest bis zum fertigen Bau ist nichts mehr hinzuzufügen“, versicherte Egge.

Im Rahmen eines Festaktes übergab Egge den symbolischen Schlüssel an Schulleiterin Heike Elz. Gleichzeitig informierte er die Gäste, dass es für Marienau das erste Mal gewesen sei, alte Bausubstanz von 1911 abreißen zu lassen. Weichen mussten dem Neubau Teile des alten Schulhauses, das auch nach zahlreichen Sanierungen nicht mehr zeitgemäß war.

Daraus habe sich die Forderung nach einer Entwicklung eines Städtebaulichen Konzepts ergeben, das von dem Hamburger Architektenbüro Hachtmann und Pütz entworfen und vom Trägerverein für gut befunden worden war. „Das hat uns viele weitere Diskussionen erspart“, sagte Egge und dankte dem Marienauer Team für die Mitwirkung.

Entstanden sind zwei Gebäudekomplexe, die über eine Brücke in der ersten Etage miteinander verbunden sind. In den unteren Teilen befinden sich je zwei Klassenräume mit modernster Technik und in den Obergeschossen Einzel- und Zweierzimmer für Schüler, ein Aufenthaltsraum mit Küche und Sitzgelegenheiten sowie eine Lehrerwohnung. Rund 2,5 Millionen Euro hat der Trägerverein in das Vorhaben investiert.

Launig verglich Egge die Versetzung mit Hilfe eines Krans von zwei Baracken, die dem Neubau weichen mussten, mit Erich Kästners Roman vom Fliegenden Klassenzimmer. „Wie im richtigen Leben hat Kästner die vielfältigen Charaktere herausgestellt, die auch Marienau hat.“ Freundschaften unter Marienauern seien ebenso wie Ehen keine Seltenheit. Musikalisch umrahmten Schülerinnen und Schüler den Festakt.

Schulleiterin Heike Elz ging der Frage nach, was das Besondere an Marienau ist. Marienau sei sich seit Max-Bondy-Zeiten immer treu geblieben: Lehrer, die unterstützen, immer ansprechbar sind und Zuversicht geben. Viele Menschen seien mit Marienau verbunden. Schüler sähen die prägende Phase des Lebens als eine, der immer größere Bedeutung zukommt. „Marienau ist sich treu geblieben und ein wunderbarer Ort, um zur Schule zu gehen. Ehemalige sind jederzeit willkommen“, hob Elz hervor.

Nach einem gemeinsamen Essen wurden dann die neuen Räume besichtigt. Und das wiederum ganz besonders: Wie bei einer Zirkusvorstellung hieß Schülerin Elisabeth Brandt als Zirkusdirektorin die Gäste willkommen. Die 5. und 6. Klasse präsentierte eine Vorstellung aus dem Zirkusprojekt der Schule. Viel Beifall erhielt Julian Sarnow als Feuerspucker.