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Nahrendorfs Bürgermeister Uwe Meyer mit den Trümmern des alten Kovahler Turms. Einen neuen Turm kann sich die Gemeinde nicht leiste. Foto: t&w
Nahrendorfs Bürgermeister Uwe Meyer mit den Trümmern des alten Kovahler Turms. Einen neuen Turm kann sich die Gemeinde nicht leiste. Foto: t&w

Das Ende eines Wahrzeichens

kre Nahrendorf. Ein kurzes Knirschen und Knacken, dann ein lautes Krachen: Um Punkt 11.40 Uhr endete am Freitag ein Stück Nahrendorfer Geschichte: In nur wenigen Sekunden stürzte der 15 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Kovahler Berg komplett in sich zusammen. Genau so, wie Nahrendorfs Bürgermeister Uwe Meyer (CDU) und seine Helfer das geplant und sich gewünscht hatten. „Der Turm war nicht mehr standfest, seit Monaten für Besucher deshalb gesperrt“, berichtet Meyer. Jetzt also wurde er abgerissen.

Abriss Kovahler Aussichtsturm
Phase 1: Arbeiter bringen Stahlseile am Kovahler Turm an, sägen die Pfosten an.

Jahrelang nagte der Zahn der Zeit unerbittlich am Holz die letzten Minuten im Leben des Turms, dann die Kettensäge. Routiniert bereitete das Abrissteam das kontrollierte Legen des Turms vor, sägte Fällkerben in die Pfosten, durchtrennte die Stützstreben. Doch erst das Anziehen des 50 Meter langen Stahlseils mit Hilfe einer Acht-Tonnen-Winde, das zuvor an der Holzkonstruktion befestigt worden war, gab dem hölzernen Riesen dann den Rest. Nur Sekunden dauerte dieser Kraftakt dann kapitulierte die Konstruktion und stürzte um. „Jetzt sieht der Turm aus ein Riesen-Mikado“, stellte ein Nahrendorfer fest, der den Abriss des Kovahler Wahrzeichens gespannt verfolgte.

Mitarbeiter des Bauhofes Naturpark Elbhöhen-Wendland werden das Holz jetzt kleinsägen und auf die Altholz-Deponie des kommunalen Entsorgungsunternehmens GfA nach Bardowick bringen. Und das wird nicht wenig sein: „Das werden wohl deutlich mehr als zehn Festmeter Holz werden“, schätzt Meyer. Genau freilich weiß er das erst, wenn auch die letzten Stämme des einstigen Wahrzeichens kleingesägt und verladen sind.

Abriss Kovahler Aussichtsturm
Phase 2: Mit Hilfe einer Acht-Tonnen-Winde wird der Turm gekippt. Der Kraftakt dauert nur Sekunden.

Zum Abriss des 1970 errichteten Turms gab es nach Meinung des Nahrendorfer Gemeinderates keine Alternative: Rundum sind im Laufe der Jahrzehnte die Bäume höher gewachsen als der Turm von Fernsicht konnte also keine Rede mehr sein. Eine Reparatur des maroden Turms lohnte also nicht mehr.

Abriss Kovahler Aussichtsturm
Phase 3: Es gibt keinen Kovahler Turm mehr, krachend ist er in sich zusammengestürzt.

Und einen neuen, mindestens fünf Meter höheren Turm an der Stelle des alten zu errichten, das kann sich die Gemeinde nicht leisten. Rund 100000 Euro würde der wohl kosten Geld, das die Gemeinde einfach nicht hat. Zunächst also wird nur eine kahle Stelle auf dem Kovahler Berg an den Turm erinnern, von dem aus Neugierige bei gutem Wetter bis 1990 in das andere Deutschland die ehemalige DDR gucken konnten.