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Annemarie Müller hegt und pflegt liebevoll jede einzelne Pflanze in ihrem Dahlenburger Garten. Ehemann Karlheinz (im Hintergrund) unterstützt die 86-Jährige, wo es geht. Foto: t&w
Annemarie Müller hegt und pflegt liebevoll jede einzelne Pflanze in ihrem Dahlenburger Garten. Ehemann Karlheinz (im Hintergrund) unterstützt die 86-Jährige, wo es geht. Foto: t&w

Gartenglück seit 60 Jahren

emi Dahlenburg. Es war der herrliche Kätzchenbaum, der Dr. Karlheinz und Annemarie Müller im Jahr 1954 dazu bewegte, ihr heutiges Grundstück an der Ellringer Straße in Dahlenburg zu kaufen. Während das junge Ehepaar noch auf die Baugenehmigung wartete, baute ein ortsansässiger Bauer dort Kartoffeln an. Einen Teil der Ackerfläche ließ er für Annemarie Müller frei: „Darauf pflanzte ich meine ersten Blumen: Dunkelrote und weiße Dahlien“, erinnert sich die 86-Jährige an den Anfang einer großen Leidenschaft. Der Kätzchenbaum steht heute zwar nicht mehr. Dennoch erschufen die Müllers im Laufe von 60 Jahren auf dem Kartoffelacker und der Lehmkuhle einer stillgelegten Ziegelei ihr ganz privates Naturparadies. Seit 15 Jahren öffnet das Paar seinen 4000 Quadratmeter großen Garten für Besucher. An diesem Wochenende, 3. und 4. Mai, ist es wieder soweit.

Der Sturm des Vortages hat Laub durcheinandergewirbelt, der Himmel ist wolkenverhangen. Doch das graue Wetter ist beim Anblick weiß und rosa blühender Apfel- und Magnolienbäume, roter und gelber Tulpen sowie zartblauer Vergissmeinnicht schnell vergessen. „Bunt und fröhlich“: Dieses Motto der aktuellen Landesgartenschau in Papenburg hat Annemarie Müller auf ihr Gartenidyll übertragen, „denn das passt zu uns“.

Derzeit tummeln sich Schmetterlinge um duftenden Flieder und farbige Rhododendronblüten. Im Juni ranken sich Rosen an Torbögen empor und Clematis entfalten ihre volle Pracht. „Unser Garten ist ein kreatives Spielfeld“, sagt Annemarie Müller. „Hier arbeiten wir mit der Natur und nicht gegen sie.“ Von Anfang an wünschte sie sich „einen umweltfreundlichen Garten, in dem man flanieren, träumen und den Vögeln zuhören“ kann.

Jeden Tag geht Annemarie Müller noch vor dem Frühstück nach draußen, pflanzt Blumen, schneidet Äste, sät aus, sammelt ein. „Es ist mir noch keinen Tag zu viel geworden“, erzählt die Seniorin. „Ich bin ein glücklicher Mensch in meinem Garten.“ Ein Blick in ihre vergnügt funkelnden Augen genügt, um ihr das zu glauben. Trotzdem schafft die 86-Jährige die viele Arbeit heute nicht mehr ganz allein. „Ich habe eine Gartenhilfe. Der Mann schneidet Hecken, mäht den Rasen und hängt Vogelkästen auf. Aber an die Beete lasse ich ihn nicht ran“, sagt Müller lachend. Die sind nämlich immer noch Chefsache und Ausdruck einer großen Gartenleidenschaft, die vor 60 Jahren ganz klein mit einem Dahlienbeet auf einem Kartoffelacker begonnen hat.

Wer sich den Rosen- und Clematisgarten von Annemarie und Dr. Karlheinz Müller in der Ellringer Straße 20, Dahlenburg, ansehen möchte, meldet sich an unter % 05851/214 oder kommt zu einem der Tage der offenen Gartenpforte. Sie finden statt am 3./4. und 17./18. Mai, am 21./22. Juni, 19./20. Juli sowie am 6. und 9. September. Das Ehepaar erhebt einen Unkostenbeitrag von 2,50 Euro.