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Mit der Übernahme von fast 90 Prozent der Aktien an der Molda  AG stellt die Beteiligungsgesellschaft CMP künftig auch den Aufsichtsratsvorsitzenden. Der bisherige Chef Jens Uffmann wird Stellvertreter. Foto: t&w
Mit der Übernahme von fast 90 Prozent der Aktien an der Molda AG stellt die Beteiligungsgesellschaft CMP künftig auch den Aufsichtsratsvorsitzenden. Der bisherige Chef Jens Uffmann wird Stellvertreter. Foto: t&w

Stühlerücken im Aufsichtsrat

pet Dahlenburg. Komplett neue Eigentumsverhältnisse und weitgehende Umstrukturierungen sollen die schwer angeschlagene Molda AG, den größten Arbeitgeber in Lüneburgs Ostkreis, retten. Auch personell wurden während der jüngsten Hauptversammlung der Aktionäre in Hitzacker Änderungen vollzogen: Für Dr. Hans-Wolfgang Lambrecht und Björn Reher rückten Harald Lutz und Kai Brandes als Vertreter der Anteilseigner in den sechsköpfigen Aufsichtsrat. Brandes löst Jens Uffmann als Vorsitzender des Gremiums ab.

Neuer Hauptaktionär der Molda, die auf die Trocknung verschiedenster Lebensmittel spezialisiert ist, ist die Beteiligungsgesellschaft ,,CMP“ (Capital Management-Partners GmbH aus Berlin, die 89,7 Prozent der Unternehmensanteile hält. Die etwa 1200 Altaktionäre sind noch mit 10,3 Prozent an der Molda beteiligt.
Die Amtszeit von Aufsichtsrat Dr. Hans-Wolfgang Lambrecht (Radeberg) endete mit diesem Jahr, er verzichtete, so heißt es in der Einladung zur Hauptversammlung, ,,aus persönlichen Gründen“ auf eine Wiederwahl. Björn Reher (Hamburg) lege seinen Posten ,,auf eigenen Wunsch“ nieder.

Der Aufsichtsrat der Molda AG besteht aus vier Vertretern der Aktionäre sowie aus zwei Vertretern der Arbeitnehmer. Kai Brandes (Berlin), der neue Chef des Aufsichtsgremiums, ist Geschäftsführender Gesellschafter der CMP Capital Management-Partners GmbH, also des neuen Haupteigentümers der Molda. Harald Lutz (Bad Homburg) war mehr als drei Jahrzehnte für den Lebensmittel-Riesen Nestlé in verschiedenen Funktionen tätig. Weiter gehören dem Aufsichtsrat an: Jens Uffmann (Dahlenburg) als neuer stellvertretender Vorsitzender und Willi Fabel (Damnatz/beide Vertreter der Anteilseigener) sowie Torsten Meyer und Oliver Taegtow als Vertreter der Arbeitnehmer.

Martin Schmidt-Unverfehrt, Vorstandsvorsitzender der Molda AG, hatte bereits in der vergangenen Woche gegenüber der LZ erklärt, dass Hauptaktionär CMP auch den Vorstand durch ein von ihr benanntes Mitglied ergänzen werde.

In einer nach der Hauptversammlung veröffentlichten Mitteilung der Geschäftsleitung an die Mitarbeiter, die der LZ vorliegt, heißt es: ,,Durch den Eintritt der CMP in das Unternehmen wird die Molda AG bilanziell saniert. Diese Entscheidung führt dazu, dass unser seit 120 Jahren bestehendes Unternehmen eine umfassende und zukunftsweisende Lösung gefunden hat, um in seiner Struktur erhalten zu bleiben und erfolgreich wachsen zu können.“

Die Molda in Dahlenburg hat etwa 400 Mitarbeiter, setzte im vergangenen Jahr 64 Millionen Euro um. Das Unternehmen befindet sich seit vielen Jahren in einer Krise, in den Geschäftsjahren 2007 und 2011 hatte es mit 7,8 Millionen Euro und 6,1 Millionen Euro die größten Verluste gegeben, in den vergangenen beiden Jahren stand jeweils ein minimales Plus zu Buche. Das Unternehmen habe zuletzt unter anderem unter gesunkenen Absatzpreisen, einem schwierigen Marktumfeld und dem Verlust mehrerer Kunden gelitten, so heißt es aus dem Vorstand der Molda AG.

Das Eigenkapital der Molda war zwischen 2007 und 2013 von 5 Millionen Euro auf 1,4 Millionen gesunken, die Eigenkapitalquote von 7,5 auf 2,8 Prozent. Bei ihren kreditgebenden Banken steht die Molda AG mit etwa 35 Millionen Euro in der Kreide. Im Zuge der Umstrukturierungen verzichten die Kreditinstitute auf 21,6 Millionen Euro unter der Bedingung, dass verbleibende Kredite in Höhe von 14 Millionen Euro zurückgezahlt werden.