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Wichtige Weichen sind zuletzt im Dahlenburger Rathaus vorbereitet und im Samtgemeinderat getroffen worden, weitere sollen folgen. Die Entscheidungen trifft voraussichtlich der Samtgemeinderat, der am Sonntag gewählt wird und im November seine Arbeit aufnimmt. Foto: t&w
Wichtige Weichen sind zuletzt im Dahlenburger Rathaus vorbereitet und im Samtgemeinderat getroffen worden, weitere sollen folgen. Die Entscheidungen trifft voraussichtlich der Samtgemeinderat, der am Sonntag gewählt wird und im November seine Arbeit aufnimmt. Foto: t&w

Politische Vielfalt in Dahlenburg

Von Malte Lühr
Dahlenburg. Es ist ruhig geworden in der Samtgemeinde Dahlenburg mit ihren rund 6500 Einwohnern. Bisweilen ist zwar noch aus der ein oder anderen Richtung politisches Donnergrollen zu vernehmen, auch hat der Feuerwehrbedarfsplan in den vergangenen Monaten für einige Unruhe gesorgt. Doch haben sich die erhitzten Gemüter vor allem im Samtgemeinde- und Fleckenrat mit dem Dienstantritt des neuen Samtgemeindebürgermeisters Christoph Maltzan im September vor drei Jahren deutlich abgekühlt.

Wesentliche Projekte wie der Abriss des maroden Schützenhauses und der Neubau eines Bürger- und Kulturhauses sind angeschoben, weitere sollen folgen. Dies wird vor allem die Aufgabe des neuen Samtgemeinderates sein, der am Sonntag gewählt und im November seine konstituierende Sitzung haben wird. Derzeit wird der Kurs auf Samtgemeindeebene durch wechselnde Mehrheiten im Rat bestimmt. Die Sozialdemokraten (vier Sitze) bilden eine Gruppe mit den aktiven Bürgern (aB, zwei Sitze) und der Freien Wähler Gruppe (FWG, ein Sitz). Die CDU kommt auf sieben Mandate und die Grünen auf drei. Zudem sitzt noch Ullrich Rambusch als Parteiloser im Rat. Bei der Kommunalwahl am Sonntag treten aktive Bürger und FWG zur Samtgemeindewahl erstmals mit einer gemeinsamen Liste an.

Insgesamt sind 4898 Wahlberechtigte in der Samtgemeinde Dahlenburg aufgerufen, die Vertreter in den kommunalen Gremien zu wählen. Dabei spielen die Parteien in einigen Gemeinderäten nur eine untergeordnete oder gar keine Rolle. Während in Tosterglope schon seit Jahren Parteipolitik ausgeblendet wird, in dem politisch Interessierte gemeinsam auf der Liste Wählergruppe Tosterglope-Ventschau antreten, können auch die Wahlberechtigten in der Gemeinde Dahlem am Sonntag erstmals nur die Kandidaten der Dahlemer Liste, aber nicht mehr Rot, Grün, Schwarz oder Gelb wählen. Auch in Boitze dominiert mit der Freien Wähler Gruppe (FWG) um Bürgermeister Udo Staacke eine parteiunabhängige Liste die Gemeindewahl. Dieser stellen sich lediglich zwei Grüne entgegen.

In Nahrendorf sitzt Uwe Meyer (CDU) als Bürgermeister fest im Sattel, einige Wechsel gab es zuletzt dagegen in Dahlenburg. Zumal mit Christine Haut die Tochter des ehemaligen Samtgemeindebürgermeisters Bernhard Stolte ihren Hut für die CDU in den Ring geworfen hat.

Vorab hat die LZ die Parteien und politischen Gruppierungen auf Samtgemeindeebene gebeten, ihre wichtigsten Ziele zu skizzieren.

SPD
Neubau eines Bürgerhauses, schnelles Internet und ein neues Wohngebiet in Dahlenburg: Das sind die wesentlichen Ziele der SPD für die kommenden Jahre in der Samtgemeinde Dahlenburg. „Weiter wollen wir ein neues Feuerwehrhaus in Dahlenburg bauen und die Sanierung der Gerätehäuser der Ortswehren bedarfsgerecht umsetzen und gegebenenfalls zu Dorfgemeinschaftshäusern erweitern“, sagt SPD-Spitzenkandidat Franz-Josef Kamp. „Wir werden zudem eine Neuaufstellung von Kindergarten und Krippe in Dahlenburg in einem gemeinsamen neuen Kinder- und Familienzentrum angehen, den Nahverkehr stärken und mit dem bereits von uns beantragten Bürgerbus, eine bessere Mobilität ermöglichen“, nennt der Sozialdemokrat weitere Ziele. Auch hat sich seine Partei eine wohnortnahe medizinische Versorgung auf die Fahnen geschrieben, will Anreize schaffen für die Niederlassung von Hausärzten.

CDU
„Unsere größten Aufgaben sind der Erhalt und Ausbau der vorhandenen Infrastruktur. Strukturförderung muss mehr bei uns ankommen“, sagt der CDU-Spitzenkandidat Uwe Meyer und fährt fort: Die Wohnungsbaupolitik dürfe nicht nur in Lüneburg mit ihren Randgemeinden ein Thema sein, angedachte Förderungen sollten auch den ländlichen Gemeinden zugutekommen, damit dem Bevölkerungsschwund und der Überalterung Einhalt geboten werden könne. „Zum zügigen Breitbandausbau müssen wir den Kreis mehr in die Pflicht nehmen. In der ärztlichen Versorgung werden dringend Kontakte zu knüpfen sein, damit wir für die Zukunft den Standard behalten, wenn es möglich ist in Fachbereichen sogar noch verbessern“, sagt Meyer. Und: „Den Wählern im Flecken Dahlenburg bieten wir mit Christine Haut eine echte Alternative fürs Bürgermeisteramt.“

Grüne
„Wir wollen eine zukunftsträchtige nachhaltige Entwicklung der Samtgemeinde und der Gliedgemeinden. Schutz von Tier, Natur und biologische Vielfalt in einer gesunden lebenswerten Umwelt sind Grundsätze unserer Politik“, sagt Grünen-Fraktionschef Jens-Peter Finck. Dies schließe die Landwirtschaft ein. Massentierhaltung lehnen die Grünen ab. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sei wichtig, sagt Finck, „aber vor Ausweisung neuer Baugebiete müssen Baulücken geschlossen werden.“ Handel, Handwerk, Gewerbe und Tourismus bräuchten einen starken politischen Rückhalt. Neue Projekte seien kritisch zu hinterfragen, ohne sich innovativen Neuerungen und Vorschlägen zu verschließen. „Das hohe Haushaltsdefizit ist durch Schuldenabbau effektiv zu senken, besonders mit Blick auf die Großprojekte Rathausumbau und Feuerwache Nord. Bürgerbus, öffentlichen Nahverkehr, Ausbau der Jugendarbeit, Unterstützung benachteiligter Bürger sind uns ein besonderes Anliegen“, sagt Finck.

aB/FWG
„Aktive Bürger und die „Freie Wähler Gruppe treten auf Samtgemeindeebene erstmals mit einer gemeinsamen Liste an. Gabriele Makowski (aB) und Udo Staacke (FWG) sind sich einig, dass Parteipolitik auf kommunaler Ebene keine Rolle spielen sollte, sondern gute Sachentscheidungen den Vorrang haben. Im kulturellen Bereich unterstützen die WG den Bau des Bürger- und Kulturhauses, fordern im Bereich Verkehr einen Radweg nach Bleckede und einen Bürgerbus. Auch machen sich aB und FWG für schnelles Internet sowie gut und zukunftsorientiert ausgerüstete Wehren stark. Mit Blick auf die Finanzen fordert die gemeinsame Liste eine Senkung der Samtgemeindeumlage als Voraussetzung dafür, dass die Mitgliedgemeinden so schnell wie möglich die Straßenausbaubeitragssatzungen abschaffen können.

Samtgemeindewahl

SPD: Franz-Josef Kamp, Ullrich Rambusch, Sabine Kamp, Karl May, Britta Hankammer-Schütt, Lukas Brach, Marion Meyer, Stefan Betzenberger, Holger Nissen, Olaf Hose, Sabine Mühler, Adi Brachmann und Ina Näfke
CDU: Uwe Meyer, Christine Haut, Ulrich Schulz, Stephanie Brusche, Markus Brusche, Hermann Saucke, Karin Baltz, Jens Uffmann, Selina Senkbeil, Karsten Hobbie, Dirk Seedorf, Urte Albers-Davidovic und Marc Wachowski
Grüne: Jens-Peter Finck, Thomas Behr, Christian Pahlow, Dr. Iva Simon, Dr. Philine Gaffron, Felix Walther-Karkhof, Vera Lohrmann, Tanju Kapp, Dr. Eckart Pfeiffer und Ingrid Schild
aktive Bürger/Freie Wähler Gruppe: Gabriele Makowski, Udo Staacke, Susanne Kollmann-Schlawinsky, Viktor Trautmann, Harald Fietkau, Richard Wiese, Veronika Götze, Dörthe Marquardt, Ralf Böttcher, Gabriel Reinking, Klaus-Hasse Winterstein, Jutta Bendorf-Rauer, Birgit Wartenberg und Peter Wartenberg

Boitze

Bündnis 90/Die Grünen: Jens-Peter Finck und Dr. Eckart Pfeiffer
FWG: Udo Staacke, Richard Wiese, Hartmut Brusche, Michael Burmester, Susanne Kollmann-Schlawinsky, Carolina Burmester, Christoph Behrens, Christian Burmester, Holger Schiefke und Marion Meyer

Dahlem

Dahlemer Liste: Gabriele Makowski, Henning Meier, Lasse Petersen, Wilfried Kümpel, Hartmut Seyfried, Marc Wachowski, Ralf Böttcher, Michael Reiß, Renate Schmidt und André Rubeni
Einzelbewerberin: Elke Allers

Dahlenburg

SPD: Ullrich Rambusch (parteilos), Sabine Kamp, Karl May, Lukas Brach, Olaf Hose, Adi Brachmann, Sabine Mühler, Ina Näfke und Franz-Josef Kamp
CDU: Christine Haut, Ulrich Schulz, Thomas Meyn, Urte Albers-Davidovic, Karsten Benecke, Markus Brusche, Henning Gerstenkorn, Steffen Grzyb, Wolfgang Lotter und Selina Senkbeil
Bündnis 90/Die Grünen: Thomas Behr, Dr. Iva Simon und Felix Walther-Karkhof
aktive Bürger: Viktor Trautmann, Harald Fietkau und Dörthe Marquardt

Nahrendorf

SPD: Britta Hankammer-Schütt, Oliver Bauch und Holger Nissen
CDU: Uwe Meyer, Karin Baltz, Ilona Dobrowolski, Peter Kindler, Katja Klaschus, Thomas König, Dirk Seedorf, Bodo Winkelmann, Gabriele Bartels und Stephan Kalesse
Bündnis 90/Die Grünen: Dr.Philine Gaffron, Vera Lohrmann, Tanju Kapp und Ingrid Schild
aktive Bürger: Gabriel Reinking und Jutta Bendorf-Rauer

Tosterglope

Wählergruppe Tosterglope-Ventschau: Stefan Betzenberger, Hermann Saucke, Ulla Meyer, Brigitte Dörling, Kira Schoop, Kerstin Löb-Mroß, Benjamin Dittrich, Oliver Tege, Klaus-Hasse Winterstein, Felix Stern, Karl-Heinz Güldner, Stefanie Schmoeckel, Karsten Hobbie und Till Luschert