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Welche Trasse hätten Sie gern?

dth Dahlenburg. Die befürchtete, tumultartige Grundsatzdebatte zur Elbbrücke ist ausgeblieben. Stattdessen wurde jetzt in ruhiger Gesprächsatmosphäre eine Verkehrsführung für die geplante Brücke zwischen Neu Darchau und Darchau weiter festgeklopft, die auch dem Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg gefallen dürfte. Eine ganze Batterie von Verwaltungsmitarbeitern und Gutachtern hatte der Landkreis Lüneburg beim öffentlichen Erörterungstermin in der Oberschule Dahlenburg aufgefahren, um die zwei aktuellen Vorzugsvarianten vorzustellen. Demnach werden zwei Trassenvarianten favorisiert, die den Ort Neu Darchau umfahren, aber den Ortsteil Katemin zumindest teilweise durchschneiden würden.

„Es geht hier nicht darum, ob eine Elbbrücke gebaut wird. Das ist bereits in den Regionalen Raumordnungsprogrammen der Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg entschieden“, beugte eingangs Burkhard Kalliefe einer Grundsatzdebatte vor. Der Leiter der Stabstelle Regional- und Bauleitplanung des Landkreises Lüneburg führte weiter aus: „Es geht im jetzigen Raumordnungsverfahren darum, welche Variante der verschiedenen Verkehrsführungen die verträglichste ist.“ Im Vorfeld hatten Bürger, Gemeinden und Organisationen insgesamt 20 Stellungnahmen zum Raumordnungsverfahren Elbbrücke eingereicht. Bei dem Erörterungstermin tauschten sich nun Stellungnehmer und Landkreis noch einmal über das Für und Wider der verschiedenen Trassenvarianten und die Haltung des Landkreises zu den vorgebrachten Argumenten aus. Dabei saßen rund 50 Bürger sowie Vertreter von Kommunen, Umweltschutzverbänden und Organisationen einem Dutzend Landkreisvertretern und Gutachtern gegenüber.

Untersucht wurden für die Verkehrsführung der Elbbrücke demnach sieben Nordvarianten (N1 bis N7; siehe Karte oben) in Kombination mit drei Südvarianten (S1 bis S3) sowie zwei reine Brückenvarianten (B1 und B2), die direkt im Hauptort Neu Darchau an die Landesstraße 232 anschließen würden – rund 320 Meter Luftlinie vom heutigen Fähranleger entfernt. Dabei wurde die Verkehrsführung durch den Ort Neu Darchau eigentlich vertraglich ausgeschlossen: 2009 unterzeichneten die Kreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg sowie die Samtgemeinden Elbtalaue und die Gemeinde Neu Darchau den sogenannten Brückenvertrag. Darin wurde der Kreis Lüneburg als Vorhabenträger auf eine Umfahrung des Ortes Neu Darchau festgelegt. Rein rechtlich dürfte das im Raumordnungsverfahren bei der Auswahl der besten Trasse aber keine Rolle spielen, hieß es bereits im Vorfeld des Erörterungstermins. Gleichwohl betonte Kalliefe: „Mit dem Raumordnungsverfahren wird noch kein Baurecht geschaffen. Das passiert erst mit dem späteren Planfeststellungsverfahren.“

Als Vorzugsvarianten herauskristallisiert haben sich bisher die Nordvariante „N4“ in Kombination mit „S 2“ oder „S 3“. Denn nach den Umweltgutachten fielen die Nordvarianten 1, 2, 3, 6 und 7 schon wegen der Unverträglichkeit mit dem dortigen europäischen Fauna-Flora-Habitat und dem Vogelschutzgebiet aus der weiteren Betrachtung heraus, ebenso die Südvariante 1, die zwar auch um den Ortsteil Katemin herumführt, aber eine hohen Lärmbelastung für den Ort bedeuten würde.

Unter den Gesichtspunkten Schutzgut Mensch, Naherholung und Tourismus und nach weiteren Umweltverträglichkeitsprüfungen blieben noch die Varianten N4/S2, N4/S3 und B1 im Rennen. Nach der Gewichtung des Lärmschutzes durch den Landkreis würde auch die Variante B1, die direkt in Neu Darchau ankommt, im Vergleich zu den anderen abgewertet.

Die favorisierte Trasse sowie die Abwägungsvorschläge zu den eingegangenen Stellungnahmen werden auch noch mal Thema im Raumordnungsausschuss des Landkreises.