Dienstag , 27. September 2016
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Nostalgie auf dem Acker

rov Kirchgellersen. Es riecht nach Öl und Diesel, in der Luft liegt ein Hauch von Mais und Körnern, Kinder spielen im Sand und klettern auf die aufgetürmten Strohballen. 80 Oldtimer und 220 historische Trecker rollen auf den Acker am Ortsrand beim 10. historischen Fahrzeugtreffen in Kirchgellersen. Und zum zehnjährigen Bestehen gibt es eine ganz besondere Attraktion: Zum ersten Mal steht ein Kreisleistungspflügen auf dem Programm.

Jeder Teilnehmer muss eine 20 mal 70 Meter große Fläche beackern. Dabei kommt es weniger auf die Geschwindigkeit als auf das Ergebnis an. „Wir haben geguckt, wie die Furchen aussehen, die Pflugtiefe muss stimmen, die Furche gleichmäßig sein“, erklärt Jens Böttcher. Der Kirchgellerser hat zusammen mit Wilhelm Cohrs, Jürgen Hövermann und Hans-Jürgen Godtknecht den Wettkampf und die Oldtimer-Fahrzeugschau organisiert.

Der Gewinner Wolfgang Büsselmann freut sich über den ersten Preis, eine Outdoor-Weste: „Die habe ich mir zum Geburtstag geschenkt“, denn am Veranstaltungstag wird Büsselmann 61 Jahre alt. Natürlich habe er vorher ein bisschen geübt, denn sein letzter Wettkampf im Leistungspflügen sei 1975 gewesen. Zweiter wurde Maik Freudenberg und Dritter Dirk Dirßen, beide aus Kirchgellersen. Auch Peter Dirks aus Scharnebeck wollte sich den Wettkampf nicht entgehen lassen. „Jetzt ist das ja nur noch Spaß, früher war das harte Arbeit, denn man musste sich ja bei jedem Wetter durch den Dreck kämpfen.“ Wie groß die Unterschiede von früher zu heute sind, wurde auf dem Acker in Kirchgellersen auch demonstriert. Denn abwechselnd ernteten alte und neue Fahrzeuge das Korn oder zerkleinerten den Mais. Die Organisatoren schätzen die Besucherzahl auf 5000 bis 6000. Einer von ihnen ist Rudolf Hohl aus Reppenstedt. „Mein Sohn wollte unbedingt herkommen.“ Der Familienvater findet es toll, dass in den alten Traktoren so viel Herzblut steckt. Außerdem sei es doch schön, dass die alten Fahrzeuge noch bewegt würden und keine „Stehzeuge“ sein. Und wie weit man mit einem historischen Fahrzeug und Tempo 25 kommt, bewiesen Teilnehmer aus Friesoythe bei Oldenburg. Drei Tage dauerte ihre Anreise.