Mittwoch , 28. September 2016
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Andrang gab es rund um die Stellwand: Jeder Teilnehmer konnte bewerten, welche Themen aus seiner Sicht die wichtigsten sind. Foto: uk
Andrang gab es rund um die Stellwand: Jeder Teilnehmer konnte bewerten, welche Themen aus seiner Sicht die wichtigsten sind. Foto: uk

Bus und Rad stärken

uk Reppenstedt. Es ist offenbar das Thema, das den Reppenstedtern am stärksten unter den Nägeln brennt: „Wohnen und Verkehr“. Zum gleichnamigen Workshop im Rahmen der Reppenstedter „Zukunftswerkstatt“ kamen jetzt rund 70 Bürgerinnen und Bürger in die Aula der Grundschule. Zwei Stunden lang wurden Kritik und Ideen gesammelt. Am Ende zeigte sich: Verkehrsberuhigung und Radwege, aber auch Busverbindungen und Straßenbeleuchtung gehören zu den wichtigsten Punkten, die aus Bürgersicht verbessert werden sollten.

Mit einer Fragebogenaktion war das Bürgerbeteiligungsmodell, das die Braunschweiger Beratungsfirma „NSI Consult“ im Auftrag der Gemeinde durchführt, im Sommer gestartet. Ende Oktober folgte der erste von drei Workshops im Rahmen der „Zukunftswerkstatt“. Hatte das Thema „Arbeit und Wirtschaft“ zum Auftakt nur 40 Teilnehmer angelockt, so war die Aula am Dienstagabend gut besetzt.

Bürgermeister Jürgen Backhaus (Grüne) wunderte das nicht: „Verkehr ist das Thema, das 80 Prozent der Anfragen in der Bürgermeistersprechstunde betrifft.“ Das untermauerte NSI-Mitarbeiter Dino Schubert mit den Ergebnissen der Befragung: Obwohl 53 Prozent der Umfrageteilnehmer vorwiegend mit dem Auto unterwegs sind, werden alternative Fortbewegungsmittel wie Bus und Rad als sehr wichtige Themen eingestuft. Beim Wohnwert schneidet Reppenstedt mit der Note „gut“ (2,1) ab, gewünscht werden zugleich mehr alternative Wohnformen und seniorengerechte Wohnungen.

Deutlich mehr als für dieses Thema interessierten sich die Workshop-Teilnehmer für Fragen rund um den Verkehr. Dabei gab es neben Zukunftsideen auch deutliche Kritik: „Der Rewe-Kreisel ist eine Katastrophe: zu eng, unübersichtlich und gefährlich für Radfahrer“, meinte eine Teilnehmerin und erntete breiten Applaus.

Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wurden besonders für Ortseingangsstraßen wie den Schnellenberger Weg, die Dachtmisser Straße, aber auch für die Ortsdurchfahrt in Dachtmissen gefordert. Dabei könne man sich am Brockwinkler Weg als gelungenem Beispiel orientieren, lautete ein Vorschlag. Auch die Idee einer Fahrradstraße und eines Fußweges nördlich des Rewe-Marktes kam gut an: „So könnten Grundschüler aus dem östlichen Ortsteil sicher zur Schule, ohne die Landesstraße zu benutzen“, so eine Teilnehmerin.

Auf die Frage des Moderators Dr. Stefan Eisner „Was würden Sie tun, wenn Sie alles Geld der Welt zur Verfügung hätten?“, blieben die Antworten eher bescheiden: Ein Bürgerpark und ein attraktives Bushäuschen im Zentrum, ein Hundespielplatz und Tempo 30 im gesamten Ort gehörten zu den Wünschen.

Protest ernteten die Moderatoren, als am Ende jeder Teilnehmer das für ihn wichtigste Thema mit einem Klebepunkt an der Stellwand markieren sollte – zu viele Themen waren gleich wichtig. Man einigte sich auf die Vergabe von drei Wertungsstrichen pro Teilnehmer. Nach der Auswertung werden die Ergebnisse von der NSI Consult für einen Forderungskatalog an die Politik zusammengefasst.

Der dritte und letzte Teil der Zukunftswerkstatt ist für Donnerstag, 21. November, 19.30 Uhr, geplant. Dann geht es in der Grundschulaula Reppenstedt um den Themenbereich „Freizeit“.