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Kahlschlag an der Kreisstraße zwischen Südergellersen und Oerzen: Der Kreis hat dafür die Genehmigung erteilt. Daneben sind Flächen für weitere Windkraftanlagen geplant. Foto: t&w
Kahlschlag an der Kreisstraße zwischen Südergellersen und Oerzen: Der Kreis hat dafür die Genehmigung erteilt. Daneben sind Flächen für weitere Windkraftanlagen geplant. Foto: t&w

Wald weicht für Blaubeeren

dth Südergellersen/Oerzen. Windkraftanlagen sind im Wald grundsätzlich unzulässig, so schreibt es das niedersächsische Landesraumordnungsprogramm vor. Zudem müssen Windkraftanlagen einen Abstand von 100 Metern zum Wald einhalten aber auch nur solange, wie der Wald vorhanden ist. Südlich von Südergellersen wurden jetzt mehr als drei Hektar Wald gerodet. Ein örtlicher Landwirt möchte dort gerne Blaubeeren anbauen, teilt der Landkreis Lüneburg auf LZ-Nachfrage mit. Der Kreis hat die Rodung genehmigt und räumt gleichzeitig ein: „Damit ist diese Fläche planerisch nun auch für die Ausweisung als Windenergie-Fläche geeignet“, sagt Kreissprecherin Elena Bartels.

Bekanntlich arbeitet der Landkreis Lüneburg derzeit an der Ausweisung von „Vorrangflächen“ für raumbedeutsame Windkraftanlagen. Niedergeschrieben wird das als Teil des Regionalen Raumordnungsprogramms. Dabei ist der Bereich zwischen Südergellersen, Wetzen und Oerzen jüngst wieder stärker ins Blickfeld gerückt. Hatte die dort vorgesehene Fläche zunächst nur eine Größe von 71 Hektar, geht der Kreis nun von insgesamt rund 136 Hektar aus und liegt in direkter Nachbarschaft zu den kürzlich gerodeten Flächen.

„Wird dort jetzt Platz geschaffen für Windkraftanlagen?“, fragte sich auch die Südergellerserin Heike Müller, die mit anderen Anwohnern kritisch die neuen Dimensionen der Windkraftplanung bei Südergellersern verfolgt. Dabei ist die Planung der Windkraft-Vorrangflächen noch gar nicht in Sack und Tüten. Morgen beschäftigt sich erst der Raumordnungsausschuss des Landkreises bei einer öffentlichen Sitzung mit den kreisweit geplanten Flächen.

Die Waldumwandlungsgenehmigung für das gerodete Gebiet wurde nach Landkreisangaben bereits 2012 beantragt und im Januar 2013 wurde die Genehmigung erteilt. Maren Röding vom Landkreis sagt: „Antragsteller ist ein Landwirt, der standortbezogenen Ackerbau betreibt und eine bereits bestehende Fläche erweitern will. Der Landwirt züchtet Blaubeerkulturen, für die der Waldboden besonders geeignet ist. Die Blaubeeren werden an regionale Discounter geliefert.“

Für den Landwirt stelle die Rodung der Waldfläche eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit dar. Röding: „Dieses wurde durch Gutachten bestätigt. Es wurden umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen getroffen, so dass letztendlich mehr Waldfläche geschaffen wird.“ So wurde dem Landwirt aufgetragen, als Ausgleich für die Umwandlung unter anderem auf zwei anderen Teilflächen von insgesamt fünf Hektar Größe, die sich in den Gemeindegebieten Südergellersen und Oerzen befinden, eine Aufforstung vorzunehmen.

Betroffen von der genehmigten Waldumwandlung sind insgesamt drei Teilflächen: eine 3,76 Hektar große Fläche nördlich der Kreisstraße 20 (Richtung Wetzen) neben der bestehenden Blaubeerfläche. Zweitens: Die zuletzt gerodete Fläche (3,15 Hektar) westlich der Kreisstraße 10 in Richtung Südergellersen. Und eine weitere Fläche von 1,8 Hektar westlich der Ortslage Oerzen an der Straße Westerheide. Auch die bereits gerodete Fläche westlich der Kreisstraße 10 war zuvor im Regionalen Raumordnungsprogramm als „Vorhaltsgebiet Forstwirtschaft“ vorgesehen und kam damit zunächst nicht als Vorrangfläche für Windenergie in Frage. Mit der Waldumwandlungsgenehmigung habe sich das laut Kreissprecherin Elena Bartels aber geändert und wurde bei der Planung der benachbarten Vorrangflächen für Windkraft berücksichtigt.

2 Kommentare

  1. Warum dürfen keine Windräder im Wald aufgestellt werden? Könnten sich die Tiere gestört fühlen? Das erschließt sich mir nicht.

  2. Das haben sich die klugen Köpfe ausgedacht, die sich im Umweltschutz „auskennen“ aber kein Wissen besitzen.
    Denk nicht drüber nach, läuft doch überall so.