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An den Mittelflügel der Grundschule Reppenstedt (r.) sollen bis zum Schuljahresbeginn 2014/2015 parallel zum Weg zwei allgemeine Unterrichtsräume angebaut werden. Für kommendes Jahr ist zudem ein Mensagebäude geplant. Foto: t&w
An den Mittelflügel der Grundschule Reppenstedt (r.) sollen bis zum Schuljahresbeginn 2014/2015 parallel zum Weg zwei allgemeine Unterrichtsräume angebaut werden. Für kommendes Jahr ist zudem ein Mensagebäude geplant. Foto: t&w

Kostenschock im Finanzausschuss

dth Reppenstedt. Zweifel an dem gerade verabschiedeten Kompromiss zur Erweiterung des Reppenstedter Grundschulkomplexes 2014/2015 kamen jetzt in der Sitzung des Gellerser Finanzausschusses auf. Erstmals lagen einem Ratsgremium die Kosten für das neu geschnürte Investitions-Paket vor. CDU-Haushaltsexperte Eckhard Dittmer (CDU) schien angesichts des jetzt notwendigen Nachtragsetats seinen Augen nicht trauen zu wollen: „Das kann doch nicht wahr sein. Erst machen wir für 1,2 Millionen Euro eine energetische Sanierung der Grundschule und jetzt kloppen wir noch einmal für 1,12 Millionen Euro was ran. Das ist übertrieben, da hätten wir die Schule gleich neu bauen können.“ Hingegen verteidigten Rot-Grün und Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers den kürzlich gefassten Beschluss und warnten davor, das Paket wieder aufzuschnüren.

Vergangene Woche hatten sich in einer Gemeinschaftssitzung Bau- und Schulausschuss der Samtgemeinde einstimmig auf das neue Konzept zur Schulerweiterung geeinigt. In den vorhergehenden Beratungen war es noch stets darum gegangen, verschiedene Anbaualternativen zu prüfen, die dem erhöhten Platzbedarf der demnächst vierzügigen Grundschule gerecht werden als auch der erhöhten Nachfrage nach nachschulischer Betreuung. Anstatt sich aber auf eine Variante zu einigen zwei Unterrichtsräume für 310000 Euro oder Mensagebäude für 500000 Euro soll es nun beides werden. Dass beides aber deutlich teurer wird, als die Summe seiner Teile, überraschte nun vor allem die CDU-Mitglieder des Finanzausschusses, die an den bisherigen Beratungen der anderen Ausschüsse nicht teilgenommen hatten.

„Mir sind die Zahlen auch neu“, räumte Finanzausschuss-Vorsitzender Dieter Bönsch (SPD) ein, „aber allen, die von Kommunalpolitik etwas verstehen, war klar, dass die alten Zahlen nicht mehr gelten“.

„Die Zahlen kannte vorher keiner“, sagte Verwaltungschef Röttgers, „aber es war uns allen bewusst, dass es teurer wird.“ Zumal mit der Kombination beider Anbau-Vorhaben auch ein weiterer Umbau der vorhandenen Substanz, beispielsweise des Sanitärbereichs, vorgesehen ist, um Vorgaben für die Inklusion zu erfüllen. Das bedeutet nun mehr als 300000 Euro Mehrkosten. Röttgers zu Dittmer: „Dass das jetzt eine Summe ist, die euch schockt, ist mir klar.“

Dittmer: „Ich frage mich, ob die Entscheidung für die Erweiterung so gefallen wäre, wenn diese Zahlen vorher bekannt gewesen wären.“ Darauf sagte Hartmut Glodzei (Grüne): „Du dramatisierst da ein bisschen.“ Der Anbau sei in der Form ein parteiübergreifender Konsens gewesen. „Ich verstehe die Verwunderung nicht.“ Und Dr. Hinrich Bonin (SPD) sagte: „Wir wollen schließlich unsere Grundschule Reppenstedt bedarfsgerecht und modern aufstellen.“ Der dafür jetzt vorgelegte Nachtragshaushalt sei solide gerechnet.

Dazu gehört, dass nachträglich in diesem Jahr 340000 Euro zur Verfügung gestellt werden sollen für den Schulanbau mit den zwei neuen Räumen sowie weitere 110000 Euro Planungskosten für das Mensagebäude. Für den weiteren An- und Umbau 2015 sollen per Verpflichtungsermächtigung weitere 670000 Euro für das nächste Haushaltsjahr reserviert werden. Auf der anderen Seite wird im Nachtrag der Haushalt dadurch entlastet, dass die zunächst befürchtete Brandschutzsanierung für die Asylbewerberunterkunft in Heiligenthal in Höhe von 300000 Euro sich als nicht notwendig herausgestellt habe. Zudem erhält die Samtgemeinde rund 700000 Euro höhere Schlüsselzuweisungen vom Land, wovon nach Abzug der Umlagen knapp die Hälfte in der Samtgemeindekasse bleibt. Zudem erhöht sich die Kreditaufnahme um rund 400000 Euro. Bei Enthaltung der CDU-Fraktion gab Rot-Grün dem Nachtragshaushalt im Ausschuss seinen Segen. Die endgültige Entscheidung fasst der Samtgemeinderat bei seiner Sitzung am 24. Februar.