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Um Raser an den Dachtmisser Ortseinfahrten in ihre Schranken zu weisen, erwägt die Gemeinde das Aufstellen von sogenannten Einfahrtsgattern, die die Fahrbahn optisch einengen sollen. Foto: dth
Um Raser an den Dachtmisser Ortseinfahrten in ihre Schranken zu weisen, erwägt die Gemeinde das Aufstellen von sogenannten Einfahrtsgattern, die die Fahrbahn optisch einengen sollen. Foto: dth

Gatter sollen Raser ausbremsen

dth Reppenstedt/Dachtmissen. Nicht mit dem Bau neuer Kreisverkehre, sondern mit anderen Methoden möchte der Bauausschuss der Gemeinde Reppenstedt Autoraser ans Bremspedal erinnern. Besonderes Augenmerk liegt vor allem auf dem Reppenstedter Ortsteil Dachtmissen. So steht einerseits ein neues Tempo-Limit zwischen Reppenstedt und Dachtmissen zur Diskussion sowie nach Adendorfer Vorbild die Errichtung von weißen Einfahrtsgattern, um die Fahrbahn an den Ortseingängen optisch einzuengen. Dabei geriet die Debatte im Ausschuss auch zu einer Grundsatzdiskussion, wie Bürger besser in Entscheidungen der Ratsgremien eingebunden werden können.

Das Tempo-Thema bewegt seit langem auch Anwohner zwischen der Ortsdurchfahrt L216 und Dachtmisserstraße. 36 Bürger hatten schriftlich ihr Anliegen vorgetragen, verkehrsberuhigende Maßnahmen durchzuführen im Bereich der Posener, Westpreußen-, Pommern-, Schlesien- und Ostlandstraße. Gemeindedirektorin Susanne Stille erklärte, dass auf Anregung von Anwohnern dort bereits Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen worden sind: „Nach Ansicht der Verwaltung liegen die tatsächlichen Mess-ergebnisse deutlich unter der Wahrnehmung der Anwohner.“

Doch auch Ratsherr Oliver Glodzei (Grüne) wollte es damit nicht auf sich beruhen lassen: „Wir haben einen Autofahrer gemessen, der in der Tempo-30-Zone mit 93 km/h an der Grundschule vorbeigeheizt ist. Das dürfen wir nicht bagatellisieren.“ Auf seinen Vorschlag hin, die Anwohner zu einer gemeinsamen Diskussion einzuladen, entgegnete Johannes Uliczka (CDU), dass die Einwohner die Möglichkeit gehabt hätten, zur Bauausschuss-Sitzung zu kommen. „Wir haben doch öffentlich eingeladen.“ Darauf Glodzei: „Nicht jeder nutzt das Rats-Infosystem oder guckt regelmäßig in die Schaukästen.“ Auch Renate Backhaus als sachkundige Bürgerin sprach sich dafür aus, das direkte Gespräch zu suchen. Schließlich pflichtete Ute Klingenberg (CDU) bei: „Lasst uns versuchen, den Bürgern die Ängste vor dem Rathaus und der Kommunalpolitik zu nehmen.“ Die betroffenen Einwohner sollen zur nächsten öffentlichen Sitzung des Ausschusses zusätzlich persönlich eingeladen werden.

Zudem hatte die Gruppe Grün/Rot beantragt, das Tempo-Limit zwischen Reppenstedt und Dachtmissen auf 70 km/h herunterzusetzen. Dazu Uliczka bissig: „Wir sollten vorher die Bürger befragen …“ Darauf Glodzei: „Das haben wir bereits bei der Zukunftswerkstatt getan.“ Weil es sich bei der Verbindung um eine Straße der Samtgemeinde handelt, wurde die Bitte zur Reduzierung auf Tempo 70 als Antrag an die Samtgemeinde weitergegeben.

Mit den Anwohnern in Dachtmissen soll zudem gesprochen werden über die eventuelle Errichtung von sogenannten weißen Einfahrtsgattern nach Adendorfer Vorbild. Einstimmig sprach sich der Bauausschuss dafür aus, dafür sowie für neue Tempo-Messgeräte rund 15000 Euro im neuen Etat vorzumerken. Der Bau von Verkehrsinseln im Bereich der Dachtmisser Ortseinfahrten wurde wegen der hohen Kosten von rund 300000 Euro verworfen.

40000 Euro wurden hingegen reserviert, um eine Verengung der Fahrbahn des Schnellenberger Weges durch den Bau einer Bushaltestelle zu erwirken. Auch hier forderte Uliczka: „Die Bürger sollten befragt werden.“

Einem weiteren grün-roten Antrag zur Gefahrenreduzierung an den Kreisverkehrsplätzen nahm Stille den Wind aus den Segeln. Die geforderten Fahrbahnerhöhungen oder Huckel würden an den Kreiseln sonst zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen nach sich ziehen, die auch Anwohner nicht akzeptieren würden. Jetzt soll die Verwaltung mit der Straßenbaubehörde mögliche alternative Maßnahmen prüfen, wie die Situation an den beiden Kreisverkehren entschärft werden kann.

Mit einer knappen Mehrheit von vier zu drei Stimmen lehnte der Ausschuss den CDU-Antrag ab, einen neuen Radweg von Reppenstedt zum Naturbad Kirchgellersen zu bauen. Zum einen verliefe die Trasse durch eine Reppensteder Ausgleichsfläche und zum anderen hauptsächlich auf Kirchgellerser Gebiet, begründete Glodzei die Ablehnung.

One comment

  1. Finde den Fehler: … in der Tempo-30-Zone mit 93 km/h an der Grundschule vorbeigeheizt! Wenn man jetzt also das Tempolimit im daran anschließenden Bereich ebenfalls auf 30 km/h verringert, fährt dieser EINE Heizer also nicht mehr mit 110 km/h weiter, sondern bleibt bei 93 km/h oder soll es nun eine Fußgängerzone werden? (Ironie aus).