Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Mehr als 40 Interessierte verfolgten im Südergellerser Dorfgemeinschaftshaus den Dialog, der eingangs eher den Charakter eines Monologs hatte.
Mehr als 40 Interessierte verfolgten im Südergellerser Dorfgemeinschaftshaus den Dialog, der eingangs eher den Charakter eines Monologs hatte.

Von Aufklärung bis Polemik

dth Südergellersen. Der „offene Bürgerdialog“ im Südergellerser Dorfgemeinschaftshaus begann mit einem 45-minütigen Monolog des Initiators, der einräumte, bei seinem mitunter polemischen Referat „nicht immer die volle Wahrheit“ zu sagen. Das sorgte für Empörung im Dorfgemeinschaftshaus. Für eines war der Abend, der eigentlich über die viel diskutierte Kommunalreform in Gellersen aufklären wollte, aber doch noch gut: Einige Kommunalpolitiker nahmen nun den eindringlichen Wunsch der Bürger wahr nach einer sachlichen Informationsveranstaltung zum Thema.

„Warum gibt es in der Samtgemeinde Gellersen keine Information der Bürger über die Frage Samtgemeinde oder Einheitsgemeinde?“, leitete Moderator Felix Willmeroth die Podiumsveranstaltung ein auf die sich auch die Gellerser Ratspolitiker Peter Bergen (CDU) und Jürgen Hesse (Soli) sowie Reppenstedts Bürgermeister Jürgen Backhaus (Grüne) eingelassen hatten. Und weil eine breite Information der Einwohner in der Samtgemeinde über die Hintergründe der geplanten Kommunalreform bisher nicht stattgefunden habe, versuchte Wiemann das in einem 45-minütigen Referat aufzufangen.

Dabei betonte das FDP-Mitglied Wiemann gegenüber den mehr als 40 Zuhörern, „über Parteigrenzen hinweg diskutieren“ und weder für noch gegen eine Variante sprechen zu wollen. Wiemann versuchte einen Parforce-Ritt durch die bisherige Gellerser Diskussion: Angefangen bei den geplatzten Fusion-Bestrebungen auf Samtgemeinde-Ebene zwischen Gellersen, Amelinghausen und Ilmenau bis hin zum Gellerser Prüfungsprozess zur Einheitsgemeinde und der Amtszeitverlängerung von Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers, die er zunächst als „undemokratisch“ brandmarkte. Die Formulierung nahm Wiemann nach empörter Intervention des Verwaltungschefs aber entschuldigend zurück wie später so manch andere Formulierung. Zwischenzeitlich drohte Röttgers, der als Zuhörer da war, die Veranstaltung zu verlassen. Dazu Wiemann: „Es steht Ihnen frei, zu gehen.“ Doch Röttgers blieb, im Gegensatz zu anderen Zuhörern.

Die kurze Gegenrede hielt Reppenstedts Bürgermeister Backhaus, der auch Mitglied der „ominösen Arbeitsgruppe Kommunalreform“ (Backhaus) ist. Genauso wie AG-Mitglied Peter Bergen warb Backhaus um Verständnis, dass die AG bisher noch kein Ergebnis ausgearbeitet, also auch keines präsentieren könne. Backhaus: „Wir machen uns die Frage ,Pro und Contra Einheitsgemeinde richtig schwer.“ Frühestens im Mai könnten die Gemeinden über mögliche Ergebnisse informiert werden. Bergen: „Wir arbeiten alle Fragen akribisch ab, um ein Papier für den Bürger zu erarbeiten und schließlich zu fragen Was haltet ihr davon?“ Vor dem Wirken solcher Arbeitsgruppen warnte in einem Vortrag der Deutsch Everner Ratsherr Wolfgang Gaußmann (UWI): „Zum Glück hatten wir in der Samtgemeinde Ilmenau ein kleines gallisches Dorf namens Barnstedt.“

Nachdem einzelne Einwohner sich grundlegende Infos wünschten zu den Unterschieden von Einheits- und Samtgemeinde, nahm Ratsherr Hesse den Ball auf: „Wenn die Samtgemeinde das nicht hinkriegt, stelle ich meine Arbeitskraft zur Verfügung, um so ein Forum mit anderen selber zu organisieren.“