Aktuell
Home | Lokales | Gellersen | Gemeinde ruft, kaum jemand kommt
Kaum Teilnehmer, dafür viel Raum für Ideen: Hen-drik Conrads, Nico und Jona (v.r.) von der Jugendfeuerwehr haben Vorschläge notiert, Werner Sander (hinten) schreibt mit. Foto: nh
Kaum Teilnehmer, dafür viel Raum für Ideen: Hen-drik Conrads, Nico und Jona (v.r.) von der Jugendfeuerwehr haben Vorschläge notiert, Werner Sander (hinten) schreibt mit. Foto: nh

Gemeinde ruft, kaum jemand kommt

uk Reppenstedt. Verkehr, Wohnen, Arbeiten zu vielen Themenbereichen wurden in Reppenstedt bereits Bürgerversammlungen in Form einer „Zukunftswerkstatt“ durchgeführt. Jetzt sollte auch die junge Generation das Wort haben: Zu einer „Open-Space-Konferenz“ für Kinder und Jugendliche hatte der Samtgemeindejugendring Gellersen in die Reppenstedter Gellersenhalle eingeladen. Offenen Raum gab es reichlich, Teilnehmer dagegen kaum: Gerade einmal sechs Kinder und Jugendliche beteiligten sich am Sonnabend an der auf zwei Tage angesetzten Konferenz.

An fehlender Werbung konnte es nicht gelegen haben: Bunte Plakate, die von den Schülern der Grundschule gestaltet worden waren, hatten überall im Ort auf die Veranstaltung hingewiesen, in Vereinen und im Jugendzentrum war das Projekt vorgestellt worden, und ein riesiges Banner begrüßte die Teilnehmer am Eingang der Gellersenhalle. Drinnen fielen allerdings „Ideen, Action und Stimmung“, die der Jugendring in einer Pressemitteilung angekündigt hatte, mangels Resonanz weitgehend aus. Zwischen den zahlreichen freien Stühlen und Stellwänden hatten sich am Mittag zwei kleine Gruppen zusammengefunden und berieten über Zukunftsideen für ihren Ort. Die Nachwuchsfeuerwehrleute Nico und Jona sind mit Betreuer Hendrik Conrads von der Jugendfeuerwehr dabei: „Wir finden die Idee gut und haben uns deshalb im Vorfeld überlegt, was uns wichtig ist“, erklärt Hendrik Conrads und Jona führt aus: „Wenn an das Gerätehaus angebaut wird, fällt unser Übungsplatz weg. Wir brauchen unbedingt einen neuen Platz, damit wir uns auf Wettkämpfe gut vorbereiten können.“ Nico ist noch ein weiterer Punkt wichtig: „Fußballspielen auf dem Schulhof geht gar nicht“, sagt der Zehnjährige, „die Tore brauchen Netze und Kunstrasen wäre super, weil es bei Regen da immer sofort matschig ist.“ Während Werner Sander von der Verwaltung und Jugendpfleger Jürgen Dittmer die Vorschläge notieren, bleibt für Yaari Pannwitz und Jana Wilsky wenig zu tun. Der freiberufliche Moderator ist mit seiner Assistentin eigens aus Berlin angereist, um die Veranstaltung nach dem „Open-Space“-Konzept durchzuführen: „Die Methode ist sehr gut geeignet, um auch mit mehreren hundert Teilnehmenden zu Ergebnissen mit konkreten Handlungsschritten zu kommen“, erklärt Pannwitz. Und bei sechs Teilnehmern? Die Erwachsenen müsse man ja mitrechnen, korrigiert der Moderator, dann wären es zwölf, „das geht natürlich auch.“ Er sei mit den Verhältnissen vor Ort zwar nicht vertraut, „aber ich habe den Eindruck, es sind die Richtigen, die da sind.“ Jugendpfleger Dittmer dagegen räumt offen ein: „Ich hatte mehr erwartet, zumal viele Jugendliche ihre Teilnahme angekündigt hatten.“ Das Wetter zu gut, die Plakate zu spät das könne eine Rolle gespielt haben, sagt Dittmer. Vielleicht seien die Kinder und Jugendlichen aber auch einfach zufrieden: „Es gibt schließlich viele Angebote in Reppenstedt. Da ist der Druck einfach gering, dass was geändert werden muss.“