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Der Fahrbahnbelag an der Kreisstraße 36 zwischen Heiligenthal und Rettmer ist teilweise etwas wellig geraten. Foto: dth
Der Fahrbahnbelag an der Kreisstraße 36 zwischen Heiligenthal und Rettmer ist teilweise etwas wellig geraten. Foto: dth

„Make-up“ für Kreisstraße

dth Heiligenthal/Rettmer. Schön ist sie auf den ersten Blick anzusehen. Doch letztlich wurden die Falten und Dellen nur kaschiert, nicht entfernt. Das Teilstück der Kreisstraße 36 zwischen Heiligenthal und dem Lüneburger Stadtteil Rettmer ist ein Beispiel für Straßen-Kosmetik, wenn das Geld für eine grundlegende Sanierung gespart werden muss. Die Strecke fährt regelmäßig Dieter Daum aus Kirchgellersen und meint angesichts der Bodenwellen im frischen Straßenbelag: „Der Zustand ist schlechter als vor der Erneuerungsmaßnahme.“ Das ist offensichtlich Ansichtssache. Zwar rumpelt es etwas unter den Autorädern bei der Überfahrt, doch dem zuständigen Eigenbetrieb des Landkreises Lüneburg für Straßenbau- und Unterhaltung (SBU) war zunächst der Erhalt der Straße wichtiger als der Fahrkomfort.

Bei der Erneuerung der Fahrbahn zwischen Rettmer und Heiligenthal handelte es sich um eine Unterhaltungsmaßnahme und nicht um eine Instandsetzung, die um ein Vielfaches teurer ausgefallen wäre. Ziel der Maßnahme sei es gewesen, die teils rissige Strecke abzudichten, damit kein Wasser in den Fahrbahnaufbau eindringen kann. „Sonst hätten wir beim nächsten Frost noch größere Schäden gehabt“, sagt Rüdiger Scholz, stellvertretender SBU-Leiter. „Für solche Maßnahmen wird zum Abdichten eine Bitumen-Emulsion aufgebracht, vermischt mit Rollsplitt als Hilfsmittel, um die Griffigkeit zu erhöhen.“

Das Ergebnis der Flick-Aktion mit Bitumen und Splitt kann bis zu acht Jahre halten. Im Vergleich zur Erneuerung von Trag- und Deckschicht die eine Lebensdauer von 30 bis 45 Jahren hat ist das zwar nur ein Bruchteil, kostet aber auch nur einen Bruchteil, über den Daumen bis zu einem Zehntel. So konnte der SBU für eine Gesamtsumme von 190000 Euro in diesem Jahr neben der K36 auch Oberflächenbehandlungen auf den Kreisstraßen 37, 40, 30, 48 und 33 durchführen. „Ich würde den Nutzern gerne etwas Besseres anbieten, doch dazu müssten wir wesentlich mehr Geld haben“, sagt Scholz.

Welche der 380 Kilometer Kreisstraße und mehr als 150 Kilometer Radwege des Kreises kostenaufwendiger saniert werden, wird anhand einer Prioritätenliste festgelegt, die sich unter anderem am Zustand und der Verkehrsbedeutung orientiert. „Und da kommen erst einmal ein paar andere Straßen dran, bevor die K36 erneuert wird“, sagt Frank Tippe, Bereichsleiter Straßenplanung beim SBU. So wird derzeit etwa für alleine rund 620000 Euro die K35 in der Ortsdurchfahrt Ellringen erneuert. Größter Brocken unter den aktuellen Maßnahmen ist der Brückenneubau über die Neetze an der K53 bei Echem für 850000 Euro. Weil der Kreis dafür zusätzlich Fördermittel erhält, gibt es im SBU-Budget wieder Luft, um jetzt die Sanierung der K25 Nahrendorf-Eichendorf vorzuziehen. Die Angebote zu der Ausschreibung werden heute ausgewertet. Auf der Agenda für dieses oder nächstes Jahr, je nach Zeit und Budget, stehen noch die Straßensanierungen der K33 zwischen Barnstedt und Kolkhagen für 265000 Euro und die Sanierung der K44 von Raven bis zur Kreisgrenze für 165000 Euro.