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Romantische Herbststimmung auf dem Hof Köhler in Dachtmissen. Fotos: t&w
Romantische Herbststimmung auf dem Hof Köhler in Dachtmissen. Fotos: t&w

Grüne Oasen im Zauber der Nacht

ina Kirchgellersen. Kerzen zwischen Büschen, bunt beleuchtete Bäume, lauschige Ecken mit Bänken und Stühlen. Der Tag der offenen Gartenpforte in der Samtgemeinde Gellersen war eine gelungene Veranstaltung, die am Sonnabendabend zahlreiche Gartenfreunde in die verschiedenen Gärten nach Reppenstedt, Kirchgellersen und Westergellersen lockte. Milde Temperaturen und der zwar angekündigte, aber ausgebliebene Regen schafften die besten Voraussetzungen. Den Rest besorgten die Gartenbesitzer, die keine Kosten und Mühen scheuten, ihre Prunkstücke in ein besonderes Licht zu tauchen.

Die neunjährige Metje Ritter genießt die Strandatmosphäre im Garten von Bärbel Ritter-Lutzius. Insgesamt zwölf Gartenbesitzer zeigten am Sonnabend ihre grüne Oase in stimmungsvoller Beleuchtung. Foto: t&w
Die neunjährige Metje Ritter genießt die Strandatmosphäre im Garten von Bärbel Ritter-Lutzius. Insgesamt zwölf Gartenbesitzer zeigten am Sonnabend ihre grüne Oase in stimmungsvoller Beleuchtung. Foto: t&w

Das Riesenterrain von Vivien Rudolph und Rüdiger Thenhausen war allein aufgrund seiner Weitläufigkeit einen Abstecher wert. Das 10000 Quadratmeter umfassende Grundstück am Ortsrand von Kirchgellersen beeindruckte darüber hinaus durch seine gepflegte Erscheinung aufgrund der liebevollen Pflege der Besitzer. „Alle Büsche aus Buchsbaum pflanze und beschneide ich selbst“, erzählte Vivien Rudolph. „Das habe ich von meiner Mutter gelernt.“ So entstanden künstlerisch anmutende Kugeln und Würfel, aber auch abstraktere Formen wie Tische, Stühle und Sessel. „Die Fertigstellung einer Figur kann Jahre dauern.“ Ergänzt wurden die Pflanzenarrangements durch aufbereitete Antiquitäten wie Fenster, Brunnen oder alte Schmiedeartikel.

Auf der Terrasse wurde jeder Besucher mit Handschlag und einem Getränk begrüßt. „Wir freuen uns über die große Resonanz“, sagte Rüdiger Thenhausen, der als Geschäftsmann gern noch mehr Zeit mit seiner Familie in seinem Garten, mit Hund, Katzen und den acht im anliegenden Stall untergebrachten Pferden verbringen würde. „Wenn wir frei haben, ist das hier wie Urlaub.“

Wie im Urlaub in einer Märchenwelt fühlte sich der Betrachter, wenn er auf den mit Fackeln gesäumten Wegen den Garten von Bruni und Klaus Bossow durchschritt. Ein Naturteich, Mauern aus Feldsteinen, ein Vollmond im Walnussbaum. Ein Vollmond im Walnussbaum? „Das war so eine romantische Idee“, lachte Bruni Bossow in die an sich mondlose Nacht hinein. „Wir haben die Leuchtkugel dort platziert, um den Mond beim Ausbleiben selbst auf- und untergehen zu lassen. Mein Enkel fand das mal sehr komisch, weil gleich zwei Monde vom Himmel schienen.“

Mario Ellermann und Gabriele Hesse aus Bardowick bewundern den Garten von Claudia Böhnke und Jochen Fiedler in Reppenstedt. Foto: t&w
Mario Ellermann und Gabriele Hesse aus Bardowick bewundern den Garten von Claudia Böhnke und Jochen Fiedler in Reppenstedt. Foto: t&w

Seit 22 Jahren lebt die Familie in ihrem Paradies am Schwarzen Berg in Kirchgellersen. Bruni Bossow zeichnete damals das Haus und den Garten und schaffte so die perfekte Vorlage für die spätere Umsetzung. Selbst der Teich, der erst vor zwei Wochen fertig gestellt wurde, gehörte zur Planung und wartete als ausgebaggerte Fläche Jahrzehnte auf seine Fertigstellung. Künftig soll er vor allem Fröschen und Libellen ein Heim bieten. Darüber liegt eine Reihe von Apfel-, Birnen-, und Pflaumenbäumen, die Bruni Bossow augenzwinkernd ihre „Obstplantage“ nennt. Dahinter der Gemüsegarten. „Wir ernähren uns bevorzugt von Selbstgepflanztem. Da ich aus dem Osten stamme, kenne ich das noch von früher.“

Ebenfalls mit viel schöpferischem wie handwerklichem Talent stattete Bärbel Ritter-Lutzius ihr kleines Paradies im Einemdorfer Weg in Reppenstedt aus. „Mein Garten erzählt viele Geschichten.“ Entsprechend erwartete die Besucher im Grün ein Strandkorb, selbst getöpferte Figuren, ein alter Kinderwagen, ein Vogelpavillon mit Wellensittichen sowie zwei bleich aus der Erde herausragende Schaufensterpuppenbeine. Ein Höhepunkt ihres Gartens ist die „Hundertwassermauer“  eine von ihr selbst mit Steinen und Mosaiken gemauerte Sitznische. Wie der Künstler selbst, will auch Bärbel Ritter-Lutzius ihre Umgebung bunt und rund und so auf eine gewisse Art auch lebendig gestalten. „Zuviel Perfektion würde meinen Garten nur langweilig machen.“