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Unter Federführung des Landkreises Lüneburg wird der Osterbach bei Kirchgellersen derzeit renaturiert. Das Gewässer soll naturnah gestaltet und damit die Artenvielfalt gesteigert werden. Foto: t&w
Unter Federführung des Landkreises Lüneburg wird der Osterbach bei Kirchgellersen derzeit renaturiert. Das Gewässer soll naturnah gestaltet und damit die Artenvielfalt gesteigert werden. Foto: t&w

Keine Vielfalt ohne Wasser

ml Kirchgellersen. Schon vor fünf Jahren hat der Fachdienst Umwelt beim Kreis Lüneburg fürdenKirchgellerserOsterbach einen Gewässerentwicklungsplan erstellt. Seit 2013 werden die Maßnahmen umgesetzt, fast 60000 Euro stehen dafür bereit. Doch jetzt sind die Arbeiten ins Stocken geraten. Was fehlt, ist die wesentliche Voraussetzung zur Gestaltung eines naturnahen Baches: das Wasser.

Schon vor zwei Monaten ist Anwohnern zufolge der Osterbach unterhalb der Brücke über die Landesstraße 216 trockengefallen. Deshalb haben der Landkreis Lüneburg und die Samtgemeinde Gellersen jetzt die für Sonnabend, 18. Oktober, geplante „Kiesschubs-Aktion“ abgesagt. Mit vereinten Kräften sollten Bürger rund 40 Tonnen Kies in unterschiedlicher Körnung in den Bach befördern  um den Boden zu bereiten für Forelle und Köcherfliegenlarve. Denn diese Arten brauchen Kies, mehr Kies als der Osterbach derzeit zu bieten hat.

Das Material liegt schon am Verlauf des Gewässers bereit, doch nun müssen freiwillige Helfer und Verantwortliche von Kreis und Samtgemeinde auf die Rückkehr des Wassers warten. Warum der Bach trockengefallen ist, darüber kann auch Michael Loch vom Fachdienst Umwelt nur spekulieren: „Die geringen Niederschläge in den vergangenen Monaten sind sicher ein Grund.“ Doch wie manche Anwohner kann auch Loch sind nicht daran erinnern, wann dem Osterbach schon mal das Wasser ausgegangen wäre  und heiße, trockene Sommer gab es genug. Hinweise auf Wasserentnahmen für die Feldberegnung oder andere Zwecke sind Loch zu vage, als dass er sie als Ursache nennen will. Ausschließen will der Kreismitarbeiter aber auch diese Möglichkeit nicht.

So müssen die Freunde des Osterbaches sich nun also in Geduld üben und warten: Warten auf ergiebige Niederschläge, damit sich der Osterbach am dem Kies abarbeiten kann, den die Gebietskooperation Ilmenau-Seeve-Este für das Projekt bereitgestellt hat. Denn am Ende, so die Philosophie der Umweltschützer beim Kreis, sucht sich der Bach seinen natürlichen Lauf wieder selbst  mit ein wenig Hilfe des Menschen, der vor Jahrzehnten dafür gesorgt hat, dass aus einem artenreichen, mäandernden Gewässer ein artenarmer Strich in der Landschaft wurde.