Dienstag , 27. September 2016
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Die Karte zeigt den Grünring oder auch Grüngürtel  West, wie ihn sich die Naturschutzverbände wünschen. Grafik: nh
Die Karte zeigt den Grünring oder auch Grüngürtel West, wie ihn sich die Naturschutzverbände wünschen. Grafik: nh

Dickerer Gürtel für frische Luft und Artenvielfalt im Westen der Stadt

as Lüneburg. Im Westen der Stadt soll es grün bleiben, dort sollen keine neuen Baugebiete erschlossen werden. Einen entsprechenden Antrag für einen „Grüngürtel West“ hatte die rot-grüne Mehrheitsgruppe im Herbst in den Rat eingebracht und dafür große Zustimmung erhalten. „Wir begrüßen das Konzept und das Engagement von Andreas Meihsies (Grüne) und Heiko Dörbaum (SPD)“, sagen Thomas Mitschke, Vorsitzender der Nabu-Kreisgruppe, und Karl Wurm vom Regionalverband Elbe-Heide des BUND. Gleichzeitig möchten die Naturschutzverbände das Entwicklungskonzept im Sinne des Umweltschutzes noch ein Stück voranbringen. Deshalb plädieren sie dafür, das Gebiet auf den Flächen der Stadt noch ein Stück zu vergrößern.

Aus Sicht der beiden Verbände müsste laut Matthias Fabian vom BUND der „westliche Grüngürtel im Norden an der Ilmenau oberhalb der Goseburg und Ochtmissen beginnen, im Westen den gesamten Siedlungsbereich umschließen und im Süden unterhalb von Rettmer und Häcklingen wieder an der Ilmenau enden.“ Die rot-grüne Gruppe hatte in ersten Überlegungen den Gürtel in Höhe Ochtmissen beginnen und kurz hinter der Heiligenthaler Straße/Lüneburger Straße bei der Ziegelei in Rettmer enden lassen. Wobei Sebastian Heilmann, der damals noch für die Grünen im Rat saß, zu bedenken gegeben hatte, ob man nicht noch mehr Landschaft im Umfeld der Alten Ziegelei unter Landschaftsschutz stellen sollte.

Für den von den Naturschutzverbänden vorgeschlagenen größeren Bereich spricht laut Inga Niederhausen vom Nabu, dass „nur so ausreichend großflächige Frisch- beziehungsweise Kaltluft-Entstehungsflächen und Schneisen gesichert werden können“. Karl Wurm fügt hinzu: „Es muss ein großes geschlossenes System sein, weil wir einen Biotopverbund erreichen wollen.“ Denn wenn einzelne Biotope nicht vernetzt würden, Tiere und Pflanzen an einem Ort isoliert sind, führe das unweigerlich zum Aussterben bestimmter Tier- und Pflanzenarten. Thomas Mitschke verweist in diesem Zusammenhang auf das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“, dem die Stadt angehört. Das verpflichte, die Artenvielfalt im städtischen Bereich zu sichern. Schon jetzt gebe es zum Beispiel einen dramatischen Rückgang bei Insekten, was Folgen für die Nahrungskette und damit auch für die Artenvielfalt habe.

Die Naturschutzverbände unterstützen auch den rot-grünen Anstoß, dass der Grüngürtel zur Sicherung von Naherholungsgebieten dienen soll. Karl Wurm macht aber auch deutlich: „Wichtig ist uns, dass keine weitere Bebauung in diesem Areal erfolgt.“ Er plädiert für „den Erhalt von historisch gewachsenen Siedlungsbereichen und den Freiraum zwischen ihnen“, um so den eigenständigen Charakter zu bewahren. Bestehende Bebauungsgrenzen zur freien Landschaft müssten dauerhaft gesichert werden. „Denn wenn wir die Artenvielfalt auch für nachfolgende Generationen erhalten wollen, darf nicht nur von der Natur genommen werden, sondern wir müssen auch etwas für sie tun“, sagt Mitschke. Beide Naturschutzverbände stünden für Gespräche und Zusammenarbeit mit der Stadt bereit.