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Es wird spannend, wer künftig im Gellerser Rathaus die Ratsmehrheit stellt. Foto: dth
Es wird spannend, wer künftig im Gellerser Rathaus die Ratsmehrheit stellt. Foto: dth

Neue Mehrheiten in Gellersen?

Von Dennis Thomas
Reppenstedt. In der Samtgemeinde Gellersen (rund 13.000 Einwohner) sind am 11. September mehr als 10.500 Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimmen für neue Kommunalparlamente abzugeben. Gewählt werden neue Mandatsträger für den Lüneburger Kreistag, für den Samtgemeinderat Gellersen und die Räte in den Mitgliedsgemeinden Reppenstedt sowie Kirch-, Wester- und Südergellersen. Einen neuen Samtgemeindebürgermeister hatten die Gellerser bereits im April 2015 gewählt, dabei den parteilosen Amtsinhaber Josef Röttgers, unterstützt von SPD, Grünen und CDU, bestätigt. Aber in Reppenstedt und Kirchgellersen stehen garantiert Wechsel der ehrenamtlichen Bürgermeister bevor.

2011 hatte Backhaus als erster Grüner im Kreis den Posten eines Gemeindebürgermeisters errungen, mit 13 von 20 Stimmen bei einer ungewöhnlichen Sitzverteilung im Rat Reppenstedt: Sechs Sitze jeweils für CDU, SPD und Grüne sowie je einer für FDP, RRP und SOLI. Backhaus hatte damit CDU-Amtsvorgänger Klaus Olshof abgelöst. Jetzt tritt Backhaus, Jahrgang 1942, aus Altersgründen nicht mehr an. Die Grünen-Liste führt nun Karen Rabbe an, die CDU geht mit Peter Bergen ins Rennen und die SPD mit Christian Purps.

Aus der Kommunalpolitik zieht sich auch Ursula Freitag zurück. Seit 2006 bekleidet sie für die SPD das Bürgermeister-Amt in Kirchgellersen. Freitags Wiederwahl 2011 vollzog der Rat — aus CDU (fünf Sitze), SPD (fünf) und Grüne (drei) — sogar einstimmig. Jetzt tritt die SPD mit Hans-Joachim Einfeldt an der Spitze an, die CDU mit Martina Saath.

In Südergellersen führt der jüngste Bürgermeister des Kreises die CDU-Liste an. Ende 2014 hatte Steffen Gärtner im Alter von 24 Jahren die Nachfolge von CDU-Bürgermeister Andreas Bahlburg angetreten. Seitdem führt Gärtner die Amtsgeschäfte als Bürgermeister und Gemeindedirektor in Personalunion. Die SPD geht nun mit Nicole Müller ins Rennen.

In Westergellersen will Hans-Jürgen Nischk (CDU) das Bürgermeisteramt verteidigen. 2011 hatte Nischk CDU-Amtsvorgängerin Ursula Heuer abgelöst. Die SPD-Liste wird von Rainer Garbers angeführt. Einen neuen Anlauf versuchen die Grünen: Zuletzt hatten sie zwar zwei Mandate gewonnen, konnten mangels Kandidaten aber nur einen Sitz wahrnehmen. Und auch der eine Sitz blieb wegen Wegzugs der Mandatsinhaberin schließlich leer.

Im Samtgemeinderat ist derzeit die CDU mit elf Sitzen zwar die stärkste Fraktion, doch die Mehrheit wird von der Gruppe aus SPD (neun Sitze) und Grünen (acht Sitze) gestellt. Ein weiterer Sitz entfällt bisher jeweils auf FDP und SOLI. Folgend die kommunalpolitischen Ziele der zugelassenen Wahllisten für den Samtgemeinderat:

SPD

Die Politik der SPD Gellersen richte sich laut Dr. Hinrich Bonin danach, „was für unsere Bürgerinnen und Bürger im Wettbewerb mit anderen Kommunen erreicht werden kann“. Ziel sei die kontinuierliche Fortsetzung der „nachhaltigen Ortsplanung“, konkret gehe es um „den weiteren Ausbau der Krippen, Kindergärten, Grundschulen, Feuerwehren und Bürgertreffpunkte, wie das Gellersen-Haus oder die Lehmstampfscheune“. Wohnraum soll für alle bezahlbar bleiben und die Infrastruktur für Auto-, Radfahrer sowie Fußgänger fortentwickelt werden.

CDU

Peter Bergen nennt die Ziele der CDU: „Eine verantwortungsvolle Haushaltsführung zum Abbau des in den letzten fünf Jahren aufgebauten Schuldenbergs. Bei den Kindergartengebühren setzen wir den bereits von uns eingeleiteten Abbau der Gebühren fort. Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr wird selbstverständlich gewährleistet. Initiierung qualitativer Verbesserung der Lehrmittelausstattungen. Konstruktive Zusammenarbeit mit den Mitgliedsgemeinden. Verbesserung des ÖPNV. Unterstützung und Förderung unserer Vereine und Verbände.“

Grüne

Für die Gellerser Grünen teilt Oliver Glodzei mit: „Gellersen soll noch lebens- und liebenswerter werden. Wir wollen das gemeinsam mit engagierten Menschen inner- und außerhalb der Räte erreichen. Grün steht dabei für Respekt vor Mensch und Umwelt, für Offenheit und Mitmachpolitik, für Fairness gegenüber Familien und zwischen Alt und Jung. Dazu gehören Schulen und Kitas auf Topniveau bei weiter sinkenden Gebühren, eine aktive Seniorenpolitik, Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz, sowie nachhaltige Verkehrspolitik bei ausgeglichenen Haushalten.“

FDP

„Die Einbindung der Bürger bei wichtigen Entscheidungen einzubeziehen, siehe Einheitsgemeinde, ist für uns wichtig“, betont die Ortsvorsitzende der FDP, Anikó Hauch. Eine solide Haushaltspolitik sei ein Eckpfeiler Liberaler Politik. „Eine Verschuldung, verursacht durch Rot-Grün von 3 auf 11,5 Mio. Euro hätte es mit uns nicht gegeben“, so Hauch. Berni Wiemann fordert: „Zehnfacher Höhenabstand von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung“. Abschaffung der Straßenausbaubeiträge ist ein weiteres erklärtes Ziel der FDP.

AfD

Ziele laut AfD-Verband: Einführung von Familienförderprogrammen und Bürgerentscheiden, keine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer, Schuldenabbau, Überprüfung der Sinnhaftigkeit rot-grüner Projekte zu energetischen Sanierungen, keine Ganztagsgrundschulen „als staatlich verordnete Verwahrung von Kindern“. Verschlankung der Verwaltung, Forderung von mehr Polizeipräsenz, Förderung der Feuerwehren. Und: „Umwandlung von Budgets zur ,Stärkung der Willkommenskultur in eines zur ,Stärkung und Förderung von Benachteiligten, gleich welcher Herkunft.“

SOLI

Laut Jürgen Hesse tritt SOLI ein für „direkte Beteiligung“ von Bürgern „an wesentlichen Entscheidungen“, wie „Veränderung der Straßenausbaubeitragssatzung“. Themen: Förderung kleingewerblicher Strukturen, umweltverträgliche Energienutzung durch Elektromobilität, Ausbau des Fahrradwegenetzes, Verbesserung der Busverkehre, Entlastung junger Familien durch veränderte Öffnungszeiten von Krippen, KiTas u. Grundschulen. Beibehaltung des Sicherheitsstandards der Feuerwehren, Verbesserung der Freizeit- und Versorgungsangebote.

Einzelbewerber

Joachim Dulitz (67) aus Reppenstedt sagt: „Ich bin 30 Jahre in der Kommunalpolitik, will weiter alles zum Wohl des Bürgers tun.“ Dazu gehöre sparsames Wirtschaften, bezahlbaren Wohnraum schaffen — vor allem für junge Familien — und Infrastruktur fördern.

Samtgemeinde Gellersen

SPD: Dr. Hinrich Bonin, Nicole Müller, Hans-Joachim Einfeldt, Rainer Garbers, Christian Purps, Hans Christian Friedrichs, Marvin Becker, Burkhard Stumpenhusen, Jürgen Stübling, Jens Ehlers, Dieter Bönsch, Kirsten Knaack, Alfred-Christian Lemke, Matthias Knaack, Uwe Alexander Ehlers, Stefan Hedder, Christian Müller, Sigurd Dobbertin und Wilfried Bauch
CDU: Peter Bergen, Jörg Baumgarte, Ute Klingenberg, Birgit Etzen, Dr. Barbara von Düring, Hans-Gerd Kathen, Carsten Arnold, Dr. Friederike Scheibert-Böhm, Bernd Blum, Eckhard Dittmer, Margreta Lühr, Arne Topp, Johannes Uliczka, Timo Ragowski, Olaf Kürsten, Hans-Jürgen Nischk, Jürgen Hövermann, Dieter Dziuba, Gerhard Crull und Peter Dittmer
Bündnis 90/Die Grüne: Johanna Klein, Hartmut Glodzei, Angela Kopff-Fuhrberg, Mark Stark, Dr. Anja Lavika, Oliver J. Glodzei, Wolfgang Krüger, Oliver Kraemer, Malte Fuhrberg und Frauke Czerwenka
FDP: Anikó Hauch, Daniel Weber, Karin Zimmermann, Jens Albers, Hartwig Wenzel, Reiner Wißmann, Frank Gehrke, Berni Wiemann, Niklas Lefke und Manfred Illmer
AfD: Svend Schmidt, Julian Piech, Harald Subke, Bernd Bundt
SOLI: Jürgen Hesse, Anja Friedrichs, Petra Lang, Dieter Waltje und Klaus Bruns
Einwahlvorschlag: Joachim Dulitz

Kirchgellersen

SPD: Hans-Joachim Einfeldt, Burkhard Stumpenhusen, Alfred-Christian Lemke, Melanie Harbarth, Stefan Hedder und Margaretha Stumpenhusen
CDU: Martina Saath, Jens Böttcher, Rainer Wiegel, Reinhard Hunger, Timo Ragowski, Jörg Baumgarte, Holger Gerdau, Florian Feige, Thomas Wulf, Leo Tristram und Jürgen Hövermann
Bündnis 90/ Die Grünen: Hartmut Glodzei, Dagmar Gollers und Jens Mrusek
FDP: Hartwig Wenzel
AfD: Harald Subke, Bernd Bundt und Svend Schmidt

Reppenstedt

SPD: Christian Purps, Cornelia Bonin, Dieter Bönsch, Jens Ehlers, Matthias Dammann, Hans Christian Friedrichs, Jörn Krack, Daniel Biermann, Richard Steinbrecht, Dr. Hinrich Bonin
CDU: Peter Bergen, Ute Klingenberg, Hans-Gerd Kathen, Johannes Uliczka, Arne Topp, Bernd Blum, Carsten Arnold, Dieter Dziuba, Gerhard Crull, Martin Gellermann, Olaf Kürsten und Joachim Witte
Grüne: Karen Rabbe, Holger Dirks, Mark Stark, Oliver J. Glodzei, Jürgen Kopp, Lambert Schulze, Wolfgang Krüger und Frauke Czerwenka
FDP: Anikó Hauch, Frank Gehrke, Karin Zimmermann, Karol Oblocki und Berni Wiemann
SOLI: Jürgen Hesse, Petra Lang, Dieter Waltje, Anja Friedrichs und Klaus Bruns,
Einwahlvorschlag: Joachim Dulitz

Südergellersen

SPD: Nicole Müller, Jürgen Stübling, Christian Müller, Uwe Alexander Ehlers, Marika Dobbertin, Renate Sönnichsen, Sigurd Dobbertin und Dietmar Gehrke
CDU: Steffen Gärtner, Annette Kammeier, Sebastian Götsch, Michaela Hupe, Gerhard Meyer-Wendlandt, Peter Schindler, Jens Lübberstedt, Dr. Barbara von Düring, Frank Wehlau, Margreta Lühr und Jens Doeßerich
Bündnis 90/Die Grünen: Angela Kopff-Fuhrberg, Malte Fuhrberg und Johanna Klein
FDP: Daniel Weber, Ingrid Dous, Volker Schwarz, Niklas Lefke und Manfred Illmer

Westergellersen

SPD: Rainer Garbers, Kirsten Knaack, Marvin Becker, Matthias Knaack, Hans-Günther Malunat und Wilfried Bauch
CDU: Hans-Jürgen Nischk, Birgit Etzen, Hannes Dittmer, Andrea Oberdieck, Dirk Elvers, Eckhard Dittmer, Dieter Witthöft und Peter Dittmer
Bündnis 90/Die Grünen: Dr. Anja Lavika und Oliver Kraemer
FDP: Jens Albers und Reiner Wißmann

5 Kommentare

  1. Neue Mehrheiten in Gellersen?
    welch eine frage? wird sich nach der wahl in gellersen etwas verändern? wohl kaum. parteien werden das sagen haben. wie gehabt. es ist doch soooo bequem.

  2. Was ist/will die SOLI Partei? Ich finde dazu überhaupt keine Informationen.

    • Ute Christoff
      flyer wurden verteilt. wo wohnen sie? wir sind nur zu fünft. müssen alles selbst machen und es auch bezahlen. in der lz gibt es heute einen kleinen hinweis. übrigens, wir sind keine partei und sind stolz darauf.

      • Ist zwar nicht meine Aufgabe, das hätte Herr Bruns eigentlich auch selber machen können…:
        http://www.sozial-oekologische-liste. org

        Falls der Link gelöscht wird, weil nicht erlaubt, sei der Hinweis gestattet, dass man den Internetauftritt über eine Suchmaschine unter Eingabe der Begriffe „Soli Gellersen“ recht schnell finden kann.

        Dann brauch man keinen Flyer und muss auch nicht angeben wo man wohnt.

        • Bruns wird dann also Bürgermeister? Dann is dampf aufm Kessel!!! Jürgen Hesse wird wie Herr Illmer und Herr Meihsies an den Rand gedrängt und Frau Hauch und Herr Backhaus müssen sich ganz warm anziehen. Dann gehts die loppyisten im roten Rathaus von Bardowick an den Kragen. Mal sehn wie der nächste Nahrstedt denn wirklich heisst ob der aus Adendorf kommt oder aus Reppenstedt.