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Auf dem Weg zur Einheitsgemeinde?

uk Kirchgellersen. „Ich bin hier geboren, lebe und arbeite hier. Ich bin Kirchgellerser durch und durch. Da gibt man nicht gerne etwas ab.“ Mit einem Bekenntnis zu seinem Heimatdorf nahm Ratsherr Jürgen Hövermann (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Kirchgellerser Gemeinderates Stellung zu der geplanten Arbeitsgruppe (AG) Kommunalreform. Das Gremium soll unter anderem klären, welche Vor- und Nachteile sich durch die Gründung einer Gellerser Einheitsgemeinde ergeben würden.

Trotz „gemischter Gefühle“ stimmte Hövermann nach intensiver Debatte mit der Ratsmehrheit für die Gründung der Arbeitsgemeinschaft. Für Alfred-Christian Lemke (parteilos) hingegen ist klar: „Hier werden zu viele Schritte auf einmal gemacht.“ Als einziger stimmte er gegen den Beschluss-Vorschlag.

Wie berichtet, hatten sich die Bürgermeister aus Reppenstedt, Kirchgellersen, Süder- und Westergellersen auf eine einheitliche Vorgehensweise in Sachen Strukturreform geeinigt. Demnach soll die geplante Arbeitsgemeinschaft aus elf Vertretern der Gemeinden und der Samtgemeinde bestehen. Ihre Aufgabe: Die Rahmenbedingungen zur Bildung einer Einheitsgemeinde zu ermitteln, einen Gebietsänderungsvertrag zu entwerfen und einen Zeitplan für eine mögliche Umsetzung der Reform bis zur Kommunalwahl 2016 aufzustellen.

Wie Bürgermeisterin Uschi Freitag (SPD) unterstrich, sollen in diesem Prozess auch die Bürger eingebunden werden: „Um aber sachgerecht informieren zu können, muss die AG zuerst die Fakten erarbeiten, Vor- und Nachteile gegenüberstellen. Sonst besteht die Gefahr, dass das Thema tot geredet wird.“

Sabine Glodzei (Grüne) begrüßte den Vorstoß als „ersten Meilenstein auf dem Weg zur Einheitsgemeinde“.

So weit mochte Jens Böttcher (CDU) nicht gehen, forderte vielmehr einen ergebnisoffenen Prozess: „Ich wäre mir nicht zu schade, eine Reform abzulehnen. Wir müssen sagen können: Bis hierher und nicht weiter.“ Genau daran hat Lemke Zweifel: „Ich habe den Eindruck, wenn wir hier zustimmen, haben wir zu mehr als 50 Prozent Ja gesagt zur Einheitsgemeinde.“ Diese sei als Form „ein alter Hut“ ohne erkennbare Vorteile: „Wenn es nur darum geht, dass wir nicht genug Kandidaten für die Wahllisten kriegen, ist das doch ein Armutszeugnis für uns alle.“

Gerade deshalb sei der eingeschlagene Weg richtig, hielt Christiane Röttgers (parteilos) dagegen: „Das Verfahren muss im Gleichklang mit allen Gemeinden laufen und die Bürger mitnehmen.“ Skeptisch sei sie allenfalls in Hinblick auf die andere Struktur: „Die Frage ist, wie man das Ungleichgewicht zwischen Reppenstedt und den Dörfern auffangen kann.“ Mit einer Einheitsgemeinde könnten sich vielleicht auch ganz andere Optionen ergeben, überlegte Hövermann: „Wenn Reppenstedt nach Lüneburg geht, könnten wir als Gemeinde Gellersen bestehen bleiben. Das wäre ein Vorteil.“