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Jugendliche aus elf europäischen Ländern waren beim ersten Teil des EU-Projekts "Youth Echoes" in Polen dabei. Zu den Teilnehmern zählten auch sechs Schüler und zwei Lehrer des Gymnasiums Lüneburger Heide.
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Jugendliche aus elf europäischen Ländern waren beim ersten Teil des EU-Projekts "Youth Echoes" in Polen dabei. Zu den Teilnehmern zählten auch sechs Schüler und zwei Lehrer des Gymnasiums Lüneburger Heide. Foto: nh

Schüler auf Europatour

uk Melbeck. Wie stellen sich Jugendliche in Europa ihre Zukunft vor? Welche Pläne und Träume haben sie? Und welchen Blick auf die europäischen Nachbarn? Diesen Fragen geht ein EU-Projekt unter Federführung des Gymnasiums Lüneburger Heide (GLH) in Melbeck nach. Das Besondere: Schüler aus elf europäischen Ländern beschäftigen sich im Unterricht nicht nur mit den gleichen Themen, sie tauschen sich darüber auch in der direkten Begegnung aus.

Im Comenius-Projekt „Youth Echoes“ arbeiten elf Schulen aus elf europäischen Ländern zusammen. „Wir wussten bis kurz vor dem Start noch nicht, wer dabei sein würde“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Dr. Antje Reichelt, die sich für das GLH um die Förderung bei der EU beworben hatte. Im Januar waren Lehrer aus Österreich, Italien, Spanien und Polen in Melbeck zusammengekommen, um das Projekt vorzubereiten. „Ein Ziel ist, zu verstehen, wie die Jugendlichen sich selbst, ihr Engagement und ihre Verantwortung als nationale und europäische Bürger sehen“, erklärt Reichelt.

Das sei gerade angesichts der schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Lage einiger Länder hochaktuell: „Die Schüler beschäftigen sich etwa mit beruflichen Perspektiven, stellen einander ihre Traumberufe vor und tauschen Informationen über verschiedene Ausbildungswege aus.“

„Youth Echoes“ will zudem mögliche Vorurteile abbauen und setzt daher die Begegnung ins Zentrum. Sechs Reisen in zwei Jahren umfasst das Projekt, immer sind verschiedene Jahrgänge der jeweiligen Partnerschulen beteiligt. Zum Auftakt ging es für fünf Achtklässler und einen Schüler des elften Jahrgangs im Oktober nach Polen. Vollgepackt mit Eindrücken kamen sie jetzt aus einem Land zurück, das keiner von ihnen zuvor besucht hatte. „Wir waren in Swiebodzin“, sagt Sofia (13) und die polnische Aussprache kommt ihr flüssig über die Lippen. In der Stadt nahe Posen gab es für die internationale Gruppe ein buntes Kulturprogramm, Einblick in das polnische Schul- und Unterrichtssystem – vor allem aber Spaß.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so witzig und locker wird“, erzählt Caro (13). Jannis (14) war anfangs unsicher: „Ich war aufgeregt, weil ich nicht wusste, ob ich allein in der Gastfamilie klarkomme.“ Unnötig, wie sich herausstellte. „Alle waren total nett und gastfreundlich“, berichtet Basti (13).

Zum gemeinsamen Unterricht hatten die Melbecker ein selbstgedrehtes Video über Lüneburg und ihre Schule beigesteuert. Einziger Wermutstropfen: „Ausgerechnet die Griechen konnten nicht kommen, weil deren Fördermittel von der EU noch nicht freigegeben waren“, bedauert Reichelt. Bei der nächsten Begegnungsreise sollen sie aber dabei sein. Die geht bereits im Januar nach Portugal, im April folgt Schottland, und im Oktober reisen die GLH-Schüler nach Schweden.