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Der Friedhof in Embsen wurde neu hergerichtet und jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Blickpunkt ist das Rosarium. Renoviert und mit neuen Gesangsbüchern ausgestattet wurde die Kapelle. Foto: kre
Der Friedhof in Embsen wurde neu hergerichtet und jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Blickpunkt ist das Rosarium. Renoviert und mit neuen Gesangsbüchern ausgestattet wurde die Kapelle. Foto: kre

Friedhof mit Park-Optik

Von Klaus Reschke
Embsen. Zum Sterben schön: Mag dieser Spruch mit Blick auf einen Friedhof auch makaber wirken, auf den Gottesacker in Embsen trifft er zu. Denn der wurde in den vergangenen Monaten für viel Geld hergerichtet — um dem Anspruch einer würdigen letzten Ruhestätte wieder gerecht zu werden. Jetzt wurde der neu gestaltete Friedhof im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Öffentlichkeit vorgestellt.

Es war eine bewusst fröhliche Veranstaltung — bei Kaffee und Kuchen (spendiert von der Samtgemeinde) und einem Rundgang über den neu gestalteten Friedhof. 40.000 Euro hat die Verwaltung in die Anlage investiert. Die Kapelle bekam einen neuen Innenanstrich und einen neuen Fußboden, doch die wirklich auffälligen Veränderungen sind auf der Außenanlage des Friedhofes zu sehen.

Vor der Kapelle empfängt jetzt ein Rosarium die Friedhofsbesucher. Ein klar strukturiertes Beet mit Rosen umringt Wege und Sitzgelegenheiten. In der Mitte der Anlage steht ein Rosenpavillon. „Mit dieser neuen Grabanlage wollen wir dem Wunsch vieler Angehöriger nach pflegeleichten Gräbern nachkommen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt.

Verlängerbare Urnenwahlgräber

Im Gegensatz zu Rasengrabstätten, die automatisch ablaufen, können im Rosarium verlängerbare Wahl-, als auch verlängerbare Urnenwahlgräber erworben werden. Auch eine Gemeinschaftsgrabstätte gibt es nun, als Alternative zur anonymen Bestattung. „Mit dem Angebot bepflanzter Grabstätten wollen wir der schleichenden Verödung des Friedhofs durch immer mehr Rasengrabstätten entgegenwirken“, erläutert der Samtgemeindebürgermeister. Die bereits vorhandene Rasenfläche in der Mitte des Friedhofes soll von Erd- und Urnenwahlgräbern umrahmt bleiben und dem Friedhof so eine parkartige Struktur geben. Und damit die Pflanzen auch immer satt im Grün stehen, wurde auch gleich eine neue automatische Bewässerung gebaut. „Damit sollte die Zeit der verdorrten Rasenflächen endlich der Vergangenheit angehören“, hofft Rowohlt.

Abgerissen und mit Natursteinen neu aufgebaut wurde für knapp 16.000 Euro auch die zentrale Wasserstätte. Der Gedenkstein wurde ebenfalls erneuert und mit einer Pflasterung versehen. Fertig ist der Embsener Friedhof aber noch nicht. „Für das kommende Jahr haben wir uns den Eingangsbereich, die Friedhofswege sowie die abgängigen Rasenkanten vorgenommen“, sagt der Rathauschef. Auch die kleinere Rasenfläche an den Urnenrasengräbern soll demnächst noch eine automatische Bewässerung erhalten.

Der Friedhof in Embsen ist nach Deutsch Evern der zweite, den die Samtgemeinde wieder auf Vordermann bringt. Leider ohne öffentliche Zuschüsse. „Wir hatten entsprechende Anträge gestellt, doch dafür gibt es keine Fördermittel“, bedauert Rowohlt — weder vom Kreis, noch noch vom Land oder Bund und auch nicht von der EU.