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Dramenwahl mit sechs Siegern

oc Lüneburg. „So viel hatten wir noch nie“, sagt Sabine Bahnsen: So viele Stücke nicht, so viel Arbeit nicht und darum auch nicht so viel Erfolg. 230 kurze Dramen wurden für das dritte „Salz“-Festival am Theater Lüneburg eingereicht. Sechs Texte wurden nun ausgewählt, sie werden am 8. Juni ab 20 Uhr und am 9. Juni ab 17 Uhr beim Kurzdramen- und Autorenwettbewerb im T.3 aufgeführt. Die Autoren des kleinen Theaterfestivals kommen aus Hamburg, zweimal aus Bremen sowie aus Wien, Köln und Berlin.

Es gab in den vergangenen Wochen viel zu lesen für Festivalgründerin Sabine Bahnsen und ihren Co-Juror, den Dramaturgen Christof Wahlefeld. „Unser Geschmack ist eigentlich grundverschieden“, sagt Sabine Bahnsen, die alltags die Kinder- und Jugendsparte des Theaters leitet. Die eingereichten Texte werden den Juroren in anonymisierter Form vorgelegt. Zwei Übereinstimmungen immerhin hatten die Juroren bei der Auswahl, weitere vier Stücke wurden ausdiskutiert.

Die Kandidaten um den mit 500 Euro dotierten, von der E.ON avacon gesponserten „Salz“-Preis stammen zur Hälfte aus Norddeutschland. Der Hamburger Carsten Brandau steuert sein Kurzdrama „Die sich gegen mich“ über das Muttersein bzw. Nichtmuttersein bei, Regie führen wird Matthias Herrmann. Aus Bremen kommen Inge Buck und Jörg Isermeyer. Inge Buck erzählt in „Vor der Tür“ von einer Frau, die in einer Bahnhofstoilette eingeschlossen ist und hört, wie verschiedenste Menschen über sie reden. Sigrid Meßner wird das Stück in Szene setzen. Jörg Isermeyers „Wem gehört die Welt“ handelt von Eskalation (Regie: Matthias Herrmann).

Aus der Feder des Österreichers Bernd Watzka stammt ein an Kleist angelehntes Dramolett in Versen: „Penthesilea’s Pussy In Great Riot“ (Regie: Sabine Bahnsen). Katharina Wild aus Köln lässt in „Ich habe ihn nicht gefragt“ eine Mutter und ihr Kind über den gestorbenen Großvater sprechen (Regie: Sabine Bahnsen). Von Clemens Füsers aus Berlin stammt schließlich „Die Theaterhölle“ – ein Stück, in dem sich die Regisseure Peter Zadek, Peter Stein, Andrea Breth, Frank Castorf und Claus Peymann begegnen (Regie: Hajo Fouquet).

Es spielen Mitglieder des Lüneburger Schauspielensembles und Olga Prokot als Gast. Den Preisträger wird eine noch nicht benannte Jury küren. Außerdem vergibt das Publikum einen undotierten Preis. Begleitend zum Festival werden Gespräche mit Autoren und Schauspielern angeboten sowie erstmals ein Kurzfilmprogramm. Die öffentliche Preisverleihung findet am 9. Juni gegen 20 Uhr statt.