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Die Augsburger Puppenkiste auf Platt

off Lüneburg. Ein Jahr lang haben sie daran gearbeitet, jetzt feierte ihr Filmprojekt beim Schulfest der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg Premiere. Zum ersten Mal wurde dort der Klassiker der Augsburger Puppenkiste „Gut gebrüllt, Löwe“ auf Plattdeutsch ausgestrahlt – synchronisiert von zehn Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 E und 9 B. In der Plattdeutsch-Arbeitsgemeinschaft (AG) hatten die Jugendlichen den Film im vergangenen Schuljahr zunächst ins Plattdeutsche übersetzt und dann neu vertont. Ein Projekt, „das total Spaß gemacht hat, aber manchmal auch ganz schön schwierig war“, sagt Jannik (15).

Geleitet haben die Arbeitsgemeinschaft an der IGS zwei externe Plattdeutsch-Schnacker: Honorarkraft Inga Seba-Eichert und der Berater für Niederdeutsch bei der Landesschulbehörde sowie zweiter Vorsitzender des Vereins Lüneplatt, Heiko Frese. „Unsere erste Idee war es, einen ganzen Disney-Film neu zu vertonen“, erzählt Frese, „doch uns wurde schnell klar, dass das eine Nummer zu schwer gewesen wäre.“

Also suchte die Plattdeutsch-AG nach Alternativen – und einigte sich schließlich auf den Vorschlag der 14-jährigen Gesa: den Klassiker der Augsburger Puppenkiste von 1976. In 23 Minuten wird darin die Geschichte des Löwen und seiner Freunde erzählt, die auf dem Rückweg von Nirgendwo, das in Neulöwenburg umbenannt wurde, in ein wildes Abenteuer geraten. Jedes Wort, das dabei gesprochen wird, übersetzte die AG ins Plattdeutsche. Eine Aufgabe, bei der selbst die Profis Heiko Frese und Inga Seba-Eichert ins Grübeln kamen.

„Schwierig war es vor allem, die Redewendungen zu übersetzen“, sagt Seba-Eichert, „außerdem wird auf Platt oft ganz anders geflucht.“ Doch gemeinsam bewältigte das Team die Herausforderung – und aus „Gut gebrüllt, Löwe“ wurde „Goot brüllt, Lööw“. Danach verteilten die Schüler untereinander die Rollen, übten das Einsprechen und nahmen ihre Stimmen schließlich auf. Eine weitere Herausforderung. „Das war ganz schön schwierig, passend zu den Mundbewegungen der Figuren zu sprechen, dabei noch an die Betonung zu denken und richtig plattdeutsch zu sprechen“, sagt Gesa. Doch am Ende gelang den Schülern auch das – mit zwei tollen Ergebnissen. Sie verwandelten einen Augsburger Klassiker in eine plattdeutsche Premiere. Und lernten dabei ganz nebenbei ein bisschen Platt.

Der Film „Goot brüllt, Lööw“ soll demnächst auch auf der Internetseite der IGS Lüneburg zu sehen sein unter www.igs-lueneburg.de.